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Ergebnisse des Wettbewerbs

Ausstellung zeigt Architekten-Entwürfe für Markgräfliches Palais in Karlsruhe

Die PSD Bank hat im Sommer 2021 den Zuschlag für den Kauf des Markgräflichen Palais in Karlsruhe bekommen. Die Ausstellung von Architekten-Entwürfen gewährt Einblicke in die mögliche Zukunft der Immobilie am Rondellplatz.

Städtebauliches Sahnestück: Das Markgräfliche Palais sieht seiner Neuinterpretation entgegen. Wie sie aussehen könnte, zeigen Architekten-Entwürfe, die bis Montag, 4. April, ausgestellt sind.
Das Markgräfliche Palais sieht seiner Neuinterpretation entgegen. Wie sie aussehen könnte, zeigen Architekten-Entwürfe, die bis Montag, 4. April, ausgestellt sind. Foto: Jörg Donecker

Ende vergangenen Jahres startete der Architektenwettbewerb für die Umgestaltung des Markgräflichen Palais am Rondellplatz, jetzt können Interessierte die Ergebnisse besichtigen: Noch bis Montag, 4. April, zeigt die PSD Bank eine Vielzahl eingereichter Entwürfe. Die Ausstellung im Palais kann täglich zwischen 11 und 15 Uhr besucht werden.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte die PSD Bank den Zuschlag zum Kauf des Markgräflichen Palais erhalten, im November besichtigten 20 Architekturbüros das 6.500 Quadratmeter große Areal. Die PSD Bank möchte nach Sanierung des denkmalgeschützten Weinbrenner-Baus ihren Hauptsitz vom Mendelssohn-Platz ins Herz der City verlegen.

Die Architekturbüros mussten sich bei ihren Gestaltungsvorschlägen mit einer Vielzahl von Einschränkungen auseinandersetzen. Das Markgräfliche Palais liegt im städtischen Sanierungsgebiet Innenstadt-Ost, dessen Rahmenbedingungen eine Satzung festlegt. Die regionale Genossenschaftsbank setzt auf eine „funktionsgerechte Sanierung“.

Dieser Vorgabe tragen auch die ausgestellten Entwürfe Rechnung. Die Architekten legen durchweg großen Wert auf eine gelungene Verbindung zwischen dem historischen Gebäudeteil mit seinem markanten Portikus und den beiden Seitenflügeln.

Siegerentwurf für Markgräfliches Palais sieht Neukonzeption des Gartens vor

Die erstplatzierte Arbeit des Berliner Büros Staab Architekten setzt auf ein rhythmisch gefaltetes Dach und nimmt straßenseitig die ursprünglichen Gebäudekanten auf. So bleiben optisch die klassizistischen Dimensionen erhalten. Die originale Fassade des Mittelteils soll nach Vorstellung der Berliner Architekten wieder stärker mit den dahinter liegenden Räumlichkeiten verknüpft werden.

Bei der Gartengestaltung setzt das Büro auf eine Neukonzeption. Dabei nehmen die Planer Bezug zum Gedanken des Landschaftsparks mit organisch geschwungenen Flächen und Kieswegen. Großen Wert legt das Berliner Büro auf Nachhaltigkeit. Erhebliche Mengen Holz sollen verbaut werden, eine energieeffiziente Lüftungsanlage mit Wärme-Rückgewinnung ist vorgesehen.

Neuinterpretation im Geiste Weinbrenners bietet der zweitplatzierte Entwurf

Eine Neuinterpretation im Geiste Weinbrenners hat der zweitplatzierte Entwurf im Sinn, für den das Büro Günter Hermann Architekten (Stuttgart) verantwortlich zeichnet. Ohne sich auf den Weg der Rekonstruktion zu begeben, sollen die wesentlichen Elemente des Grundrisses aufgenommen werden.

Das Büro betont die freie Raumfolge vom Rondellplatz über den Innenraum bis zum Garten. Im Juryprotokoll wird genau dies lobend hervorgehoben: „Der Entwurf zeichnet sich durch einen respektvollen Umgang mit der historischen Bausubstanz aus.“ Die Gebäudeflügel Richtung Ettlinger Tor und Markgrafenstraße sind symmetrisch, ein klassisches Satteldach unterstreicht die Tradition.

Moderne und nachhaltige Bauweise landet auf Platz drei

Das drittplatzierte Büro gmp International (Hamburg) setzt auf eine „moderne und nachhaltige Bauweise“ mit hoher Nutzungsdauer. Die erhaltenswerten Teile der Hauptfassade und der Untergeschoss-Struktur sollen sorgsam renoviert werden. Die ergänzenden Bauwerke folgen dem Duktus des denkmalgeschützten Baukörpers, bestehen aber aus innovativen Materialien.

Besondere Bedeutung hat die rückwärtige Parkgestaltung mit organisch geschwungenen Wegen. Der Park versteht sich hier als „Trittstein-Biotop“ entlang der „Via Triumphalis“.

Das Markgräfliche Palais wurde einst als Wohnhaus für die Gräfin Luise Karoline von Hochberg, die zweite Ehefrau des Markgrafen Karl-Friedrich, erbaut. Baubeginn war 1803, elf Jahre später war die Fertigstellung.

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