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Große Nachfrage

Azubi-Nachvermittlungsaktion in Karlsruhe: Chancen auch nach Start des Ausbildungsjahres

Für viele junge Menschen konnten seit März 2020 keine Berufsorientierungsmaßnahmen im Übergang von der Schule in den Beruf stattfinden. Bei einer Azubi-Nachvermittlungsaktion auf dem Friedrichsplatz bauten gleich drei Institutionen ihre Stände auf.

Azubis werden händeringend gesucht: Die Handwerkskammer hat schon in normalen Jahren Nöte, wenn es um die Besetzung von Lehrstellen geht. Corona hat das nochmal verschlimmert. Foto: Peter Sandbiller

Das zweite Corona-Jahr zeichnet sich durch eine deutlich gesunkene Zahl von Ausbildungsverträgen aus. Viele junge Menschen sind verunsichert und zögerlich. Der Andrang bei einer Azubi-Nachvermittlungsaktion auf dem Friedrichsplatz am Donnerstagnachmittag war dementsprechend groß.

Dort hatten gleich drei Institutionen ihre Stände aufgebaut: die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Agentur für Arbeit. Letztere hatte im Vorfeld alle Jugendlichen angeschrieben, die noch ohne Ausbildungsplatz sind.

So wie der 20-jährige Nico. Er hat ein IT-Studium begonnen und nach einem Jahr abgebrochen. „Die Uni habe ich keinen einzigen Tag von innen gesehen“, schildert er die Corona-Folgen, die viele junge Menschen genau so erlebt haben dürften. Jetzt sucht Nico eine Ausbildung zum Fachinformatiker und will sich hier über Möglichkeiten informieren.

Knockout im Übergang von der Schule in den Beruf

Seit März 2020, also seit 18 Monaten, konnten Berufsorientierungsmaßnahmen, Praktika und persönliche Gespräche mit Mitarbeitenden in Unternehmen wegen der Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden. Für viele junge Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf war das quasi wie ein Knockout.

200 offene Azubi-Plätze hat die IHK an diesem Tag anzubieten, und zwar über die Online-Lehrstellenbörse, die Peter Minrath, IHK-Referent für Fachkräftesicherung, auf seinem Tablet mitgebracht hat. „Auffällig ist, dass es viele Plätze im kaufmännischen Bereich zu vergeben gibt“, berichtet er zwischen zwei Gesprächen. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Sachen Ausbildung ist in den Berufen, die die IHK betreut, im Vergleich zum Jahr 2020 von mehr als 3.200 auf knapp 2.800 gesunken – ein Minus von 14,6 Prozent.

250 Azubi-Plätze bei der Handwerkskammer

Bei der Handwerkskammer werden auch in normalen Jahren schon dringend Azubis gesucht. Rund 250 Plätze sind es derzeit. Abseits von Berufen wie Schreiner ist es die Aufgabe von Lehrstellenvermittler Helmut Arbogast, „Alternativen aufzuzeigen“.

Es gebe eben nicht nur den Kfz-Mechatroniker, sondern auch den Karosseriebauer oder den Lackierer, ergänzt er. Arbogasts Hilfe ist konkret: Er gibt Adressen und Ansprechpartner von den Unternehmen mit freien Plätzen weiter und fordert die jungen Menschen auf, sich dort zu melden.

Am Stand der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt herrscht ebenfalls großer Andrang. Insgesamt gibt es 1.500 freie Ausbildungsplätze im ganzen Bezirk. „Vor allem in der Gastronomie gibt es viele Stellen, aber auch bei den Eisenbahnern und Elektronikern“, weiß Verena Pluta, Berufsberaterin bei der Agentur.

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