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Theatertag in Karlsruhe

Badisches Staatstheater Karlsruhe läutet mit neuem Entrée die nächste Spielzeit ein

Der würfelförmige Eingangsbereich soll den Neustart symbolisieren: Nach turbulenten Monaten präsentiert sich das Badische Staatsheater in Karlsruhe beim alljährlichen Theatertag der Öffentlichkeit.

Den Eingangsbereich im Blick: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zum Theatertag, um sich auf die Saison einzustimmen und einen Blick in die neuen Räumlichkeiten zu werfen. Foto: Jörg Donecker

Die Freude ist groß an diesem sonnigen Samstagvormittag: Geduldig schreiten die Karlsruherinnen und Karlsruher den roten Teppich entlang, der sie zum neuen Entrée des Badischen Staatstheaters führt. Über zwei Seiten erstreckt sich die Glasfassade des neu gebauten Würfels, der für die kommenden Jahre der Eingangsbereich des Theaters sein wird. „Endlich geht es wieder los“, raunt eine Besucherin.

Mit dem Theatertag wird traditionell die neue Spielzeit eingeläutet. Dieses Jahr wird neben dem Programm für die kommende Saison außerdem das neue Entrée vorgestellt.

In der Schlange auf dem roten Teppich wartet Alisa von Stackelberg darauf, eintreten zu dürfen. Die Cellistin ist Mitglied der Badischen Staatskapelle, am Theatertag ist sie jedoch privat unterwegs. Mit ihrem Sohn Raphael möchte sie an der öffentlichen Probe des Orchesters teilnehmen. Im Vorfeld hat sie die Tickets dafür gekauft.

Tickets für einzelne Programmpunkte

Das unterscheidet diesen Theatertag von früheren: Im Vorfeld müssen Tickets für die einzelnen Programmpunkte gekauft werden. Ein buntes Treiben wie zu Vor-Corona-Zeiten darf es auf dem Theatervorplatz in diesem Jahr nicht geben.

„Sieht schick aus“, sagt von Stackelberg und blickt nach oben. In einem kräftigen Blau ragt der obere Teil der Fassade in den Himmel. „Es sieht aber auch ein bisschen aus wie ein Container – ein schicker Container.“

Blick hinein: Der neue Eingangsbereich ist hell und offen gestaltet. Das Übergangs-Entrée wird nun so lange genutzt, bis der tatsächliche Theater-Eingang fertig gebaut ist. Foto: Jörg Donecker

Eine Familie, die extra aus Straubenhardt zum Theatertag gekommen ist, findet das neue Entrée „etwas gewöhnungsbedürftig“. „Unsere Kinder meinten, es erinnert sie ein bisschen an Ikea“, verrät die Mutter augenzwinkernd. Sie selbst ist froh, dass es „endlich wieder losgeht“. Vor Corona sei sie regelmäßige Besucherin des Staatstheaters gewesen. Nun hat sie für die Familie Karten für die Konzertprobe besorgt.

Sanierung bis zum Jahr 2034

Auf dem Programm des Theatertags stehen neben der Konzertprobe auch ein öffentliches Balletttraining, eine Theaterprobe und ein Kleinkinderkonzert. Auf dem Roten Sofa stellen sich neue Ensemble-Mitglieder vor, es gibt einen Dirigierkurs und mehrere Sanierungsführungen.

Seit Ende Juli läuft der Rückbau des Theaters. „Im Sommer 2022 soll mit dem Neubau des Kleinen Hauses begonnen werden“, erklärt Eva Geiler, die für die Sanierungskommunikation des Theaters zuständig ist. Die komplette Sanierung soll im Jahr 2034 abgeschlossen sein.

Das ist ein Symbol, dass wir in eine neue Phase eingetreten sind.
Kunstministerin Theresia Bauer

Bereits am Vormittag hatte die baden-württembergische Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) das neue Entrée feierlich eröffnet. „Das ist ein Symbol, dass wir in eine neue Phase eingetreten sind“, sagt die Ministerin. Der neue Eingangsbereich mache „Lust auf mehr“. Zwar sei die Pandemie nicht vorbei, „aber wir kehren zu einer neuen Normalität zurück“. Die neue Spielzeit sei nicht nur die erste nach der Corona-Krise, es sei auch die erste unter der Leitung des neuen Interims-Intendanten Ulrich Peters, der diesen Posten für drei Jahre antritt. Zudem sei es die erste Spielzeit, die im Zeichen der baulichen Sanierung stehe, „um die lange gerungen wurde“, so Bauer weiter. Nach der Sanierung sieht sie das Badische Staatstheater als „echte Marke für die Stadt Karlsruhe und für das Land“.

Mentrup erinnert an turbulente Zeiten

Oberbürgermeister Frank Mentrup freut sich, nach „turbulenten Zeiten“ der Tradition des Theatertages treu bleiben zu können. Eine Führungskrise um Ulrich Peters’ Vorgänger Peter Spuhler hatte das Haus in der Vergangenheit stark erschüttert. „Wir sind froh, dass wir Sie gefunden haben“, betont der Oberbürgermeister an Peters gewandt. Dieser spricht von einem erhebenden Moment: „Ich freue mich, das Wachsen des Hauses beobachten zu können“, so der Intendant.

Besonders unser Stammpublikum ist froh, dass wir wieder spielen.
Karin Reiß, Einlassdame

Das neue Entrée soll die Besucher etliche Jahre begleiten – „so lange, bis das eigentliche Entrée finalisiert ist“, erklärt Eva Geiler. Im Inneren des Eingangsbereichs warten neben einem Cafébereich auch Garderobe und Abendkasse auf die Besucher. Die Tageskasse ist im ehemaligen K. auf dem Theatervorplatz zu finden.

Am Ende des Gangs im neuen Entrée steht Einlassdame Karin Reiß und weist den Besuchern den Weg. „Die Leute sind sehr interessiert“, berichtet sie von ihren Beobachtungen. „Besonders unser Stammpublikum ist froh, dass wir wieder spielen.“

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