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Verwaltungsrat

Das Staatstheater Karlsruhe bekommt für drei Jahre eine Interims-Intendanz von außen

Eine Interims-Intendanz soll das Staatstheater Karlsruhe aus der Krise führen. Zur Saison 2024/25 soll es dann eine neue Struktur und eine langfristige neue Leitung geben.

Dem Badischen Staatstheater Karlsruhe steht eine mehrjährige Interimsphase bevor. Foto: Rake Hora /BNN

Das Badische Staatstheater Karlsruhe soll für eine dreijährige Interimsfrist eine neue Theaterleitung bekommen. Die Interimsintendanz soll mit einer Persönlichkeit von außen besetzt werden.

Dies hat der Verwaltungsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend entschieden. Damit ist die Option einer aufgeteilten Intendanz aus den Spartenleitungen am Badischen Staatstheater vorerst vom Tisch.

Wie das Kunstministerium Baden-Württemberg im Anschluss an die Sitzung mitteilte, folgte das Gremium mit der Entscheidung für eine externe Persönlichkeit einem Vorschlag der Findungsgruppe aus Mitgliedern des Verwaltungsrates.

Diese sei zudem beauftragt worden, sobald wie möglich eine Interimsintendantin oder einen Interimsintendanten als künstlerische Gesamtleitung für die Zeit nach der zum 31. August 2021 endenden Intendanz von Peter Spuhler zu suchen. Für die Zeit des Interims solle die künstlerische Betriebsdirektorin Uta-Christine Deppermann in ihrem Verantwortungsbereich Mitglied der Theaterleitung werden.

Im Sommer spricht der Verwaltungsrat über die künftige Ausrichtung des Badischen Staatstheaters

Bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates im Sommer sollen dann Empfehlungen der eingesetzten Strukturkommission präsentiert werden. Hierbei geht es um die künftige Ausrichtung des Theaters ab der Saison 2024/25, für die dann eine langfristige Theaterleitung gesucht wird.

Dieser Aufgabe ist mit einer dreijährigen Interimsphase angemessen Zeit verschafft worden, da Verträge im Theaterbereich lange Vorlaufzeiten haben, besonders in der Opernsparte.

Generalintendant Peter Spuhler auf dem Weg zur Verwaltungsratssitzung des Badischen Staatstheaters im Juli. Vor der Nancyhalle hatten sich rund 270 Theatermitarbeiter zu einer Demonstration versammelt. Foto: Marko Cirkovic

Notwendig geworden sind die Interimszeit und die Arbeit an neuen Strukturen durch die schwere Führungskrise am Staatstheater, die im vergangenen Sommer öffentlich bekannt wurde. Nach massiven Vorwürfen aus dem Theater gegen die Amtsführung von Peter Spuhler hatten das Kunstministerium Baden-Württemberg und die Stadt Karlsruhe als Träger des Theaters zunächst einen Reformprozess eingeleitet.

Als Ergebnis aus den hierfür geführten Gesprächen wurde im November die vorzeitige Trennung von Spuhler beschlossen. Dessen dritte Vertragstranche von 2021 bis 2026 soll aufgelöst werden.

Viele Mitarbeiter am Theater bringen sich für den Reformprozess ein

Die Strukturkommission wird sich laut der Mitteilung die Strukturen anderer Theater vorstellen lassen, darunter auch die des Württembergischen Staatstheater. Externe Experten sollen zeitlich vor den Mitarbeitenden des Theaters gehört werden. Rolf Bolwin, der frühere Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins, werde den Prozess beratend begleiten, hieß es.

Zum Stand der Entwicklung am Staatstheater wird Kunstministerin Theresia Bauer, die dem Verwaltungsrat vorsitzt, wie folgt zitiert: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir sowohl bei der Besetzung der Interimsintendanz als auch bei der neuen Struktur des Badischen Staatstheaters auf einem guten Weg sind.“

Innerhalb des Theaters haben sich in den vergangenen Monaten zahlreiche Mitarbeiter mit viel Engagement in unterschiedlichen Aspekten des Reformprozesses eingebracht. Auch dies wird von Bauer gewürdigt: „Der vom Verwaltungsrat beschlossene Zukunftsprozess wird im Theater von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Ich danke allen, die mit großem Engagement dazu beitragen, dass die Verantwortungsträger auf einer umfassend informierten Basis Entscheidungen treffen können.“

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup wird als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats in der Mitteilung hierzu wie folgt zitiert: „Es ist toll zu erleben, welche Verantwortlichkeit und welche Kreativität die Mitglieder der verschiedenen Arbeitsgruppen und Kommissionen im Ringen um die beste Zukunft für das Badische Staatstheater an den Tag legen.“

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