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Todesstrafe in früheren Zeiten

Bei Hinrichtungen herrschte in Karlsruhe einst Volksfeststimmung

Seit Gründung der Bundesrepublik gibt es hierzulande keine Todesstrafe mehr. In früheren Zeiten hingegen hielt man Exekutionen für eine angemessene Strafe - jedenfalls bei Kapitalverbrechen. Auch in Karlsruhe wurde die Todesstrafe vollstreckt. Nicht selten herrschte dabei Volksfeststimmung.

Spektakuläre Exekution: Als das Schwert des Scharfrichters dem Leben der Brüder Qualibert und Damian Maisch im März 1829 nahe dem heutigen Gutenbergplatz ein Ende bereitete, waren Hundertschaften von Schaulustigen zugegen. Foto: Stadtarchiv Karlsruhe

Es muss eine richtige Völkerwanderung gewesen sein, die sich an jenem Märztag des Jahres 1829 aus der Stadt in westlicher Richtung vor das Mühlburger Tor bewegte. Zeitgenössischen Quellen zufolge herrschte Volksfeststimmung – für die Hauptpersonen allerdings war der Anlass weniger festlich. Qualibert und Damian Maisch, zwei Brüder aus Winkel bei Rothenfels, warteten auf ihren Tod.

Das Richtschwert war geschärft, die Bühne zwischen Mühlburger Straße – der heutigen Kaiserallee – und dem Landgraben aufgebaut. Es war der Richtplatz des Karlsruher Stadtbanns, wie die Quellen wissen lassen. Nach langer Untersuchungshaft hatte man den Brüdern nachgewiesen, dass der aus der Schweiz stammende Melker Johann Reinhard im Juli 1827 durch ihre Hände zu Tode kam – erschlagen und beraubt.

Später notierte der zuständige Oberhofrichter Karl Wilhelm von Drais, Vater übrigens des legendären Fahrrad-Erfinders, in der Karlsruher Zeitung Nr. 99/1829: „Am 27. des Monats wurde auf dem Richtplatze des Karlsruher Stadtbannes an den beiden, welche ein tiefes Gefühl der Reue bezeigten, die Todesstrafe ordnungsgemäß vollzogen.“

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