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Kulinarisches Event ganz in Weiß

Beim Karlsruher Diner en blanc ist die Quiche fast immer dabei

Ein glamouröses gemeinsames Open-Air-Picknick bringt frankophiles Flair und französische Küche unter die Hirschbrücke in der Karlsruher Südweststadt. Wir waren dabei.

Diner en blanc unter der Hirschbruecke in Karlsruhe
Das Diner en blanc hat einen vor Wetterkapriolen geschützten Platz unter der Hirschbrücke. Foto: Peter Sandbiller

Ganz in Weiß gekleidet genießen die Gäste ihre mitgebrachten Speisen und den Wein unter der Hirschbrücke. Seit 2013 schon gibt es das Diner en blanc in Karlsruhe. Was passt da als Standort besser als die markante Stahlkonstruktion, die so manchen an das Paris des 19. Jahrhunderts erinnert?

„Wir sind schon das zweite Mal hier. Beim ersten Mal waren wir auf der Hirschbrücke. Dieses Mal, um vorm Regen sicher zu sein, darunter“, berichtet Stephanie Schlittenhardt-Newton. Zusammen mit Judith Marvi veranstaltet sie das glamouröse Event.

Schlittenhardt-Newton hörte vor vielen Jahren in Paris von dem etwas geheimnisvollen Dinner: Die Gäste erfahren erst einen Tag vorher, wo es stattfindet. Von Haus aus frankophil und ein Mensch, der gutes Essen schätzt, stellte sie kurzerhand das Dinner in Karlsruhe auf die Beine.

„Wir möchten gemeinsam eine gute Zeit in einem feierlichen Ambiente verbringen und natürlich gut und stilvoll dinieren“, sagt die Betriebswirtin, die erst kürzlich zu Besuch in Lyon, Frankreichs Gourmet-Hauptstadt, war. Die weiße Kleidung schaffe Verbundenheit, sorge aber auch immer wieder für Staunen bei Passanten. „Wir wurden auch schon für einen Ärztekongress oder ein Künstler-Fest gehalten“, erzählt sie und schmunzelt. Fürs Diner en blanc hingegen bringen die Teilnehmer das heimische Porzellan mit.

Gäste aus Heidelberg und von um die Ecke

Aus Heidelberg ist eine vierköpfige Familie angereist. Henrike Hochmuth, ihre Schwestern und ihre Mutter genießen die Atmosphäre, während Quiche, Dips und Fingerfood gereicht werden. Zum Nachtisch gibt es Panna Cotta. Drei Gänge, wie bei der Grande Nation üblich. „Das ist sehr festlich, alle in Weiß, das ist schon was Besonderes“, meint die Kurpfälzerin.

Nur einige Straßen hatte Birgit Rüttinger zu überqueren, die sich gemeinsam mit Yvonne Gerlach Quiche, Tomaten und Salat schmecken lässt. Die Frauen sind zum ersten Mal dabei. „Wir waren schon neugierig. Das hat ja was Geheimnisvolles. Es hört sich ein bisschen wie ein elitärer Club an. Aber die Atmosphäre ist absolut locker“, sagt Rüttinger. Ihre Tischgenossin aus der Nähe von Maulbronn ergänzt: „Es hat was von Urlaub. Man erlebt sowas ja nicht alle Tage.“

Cooles Saxofon statt großer Reden beim Diner en blanc

Traditionell winken zu Beginn alle mit weißen Tüchern. Große Reden schwingt niemand bei dem abendlichen Picknick. Stattdessen tragen die Jazzklänge der Saxofonistin Sabine Holzinger zur entspannten Open-Air-Atmosphäre bei.

Sabrina, Julia, Nicole und Alex zählen zu den alten Hasen unter den rund 80 Gästen. Das Quartett war schon bei den Dinners am Friedrichsplatz, im City-Park und vor dem ZKM dabei. Nun goutieren die Freundinnen Nudelsalat, Hummus, Trauben und gefüllte Weinblätter.

Heimaturlaub vom Berliner Politikalltag

Auch ein Bundestagsabgeordneter ist Teil der Runde. Parsa Marvi (SPD) tauscht den hektischen Alltag in Berlin übers Wochenende mit der Idylle der Südweststadt. „Schöner Platz, tolles Ambiente“, sagt er. Alkoholfreier Weißwein, Canapés und Quiche – auch wieder – stehen auf dem Tisch.

Ganz ohne französische Cuisine geht es zu bei Familie Schimmelpfennig aus Rheinstetten: Sie genießt indische Küche. Dabei hat der frühere Steuerberater Klaus Schimmelpfennig eine Verbindung zum Nachbarn auf der anderen Rheinseite. Etliche Jahre lebte er im elsässischen Haguenau.

Bereits das dritte Mal ist die Familie bei dem kulinarischen Event am Start. „Wir mögen das Spontane. Es war schon witzig: Als wir an der Ampel standen und Weißgekleidete im Auto sahen, wussten wir genau, wo die hinfahren“, sagt Schimmelpfennig. Seine Frau Evelyn ergänzt: „Es ist etwas anderes, als im Restaurant essen zu gehen. Man sieht hier immer mal wieder neue Gesichter und alte Bekannte.“

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