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See ohne Menschen oder See ohne Fische

Belüften oder sich selbst überlassen? Ortschaftsrat Neureut diskutiert über die Zukunft des Heidesees

Wie es mit dem Heidesee in Karlsruhe-Neureut weitergeht, weiß noch keiner. Einig aber sind sich alle: So wie bisher jedenfalls nicht. Nun gilt es unterschiedliche Interessen zu vereinbaren.

Teil des Landschaftsschutzgebiets: Der Heidesee in Neureut liegt am östlichen Rand des Areals, das voraussichtlich zum Ende des Jahres unter Schutz gestellt wird. Foto: Jörg Donecker

Anglerparadies, Naherholungsgebiet für Spaziergänger und Hundehalter, wenn es warm ist, für Wasserratten (wiewohl Baden untersagt ist), vor allem ein geschütztes Biotop mit fast vier Hektar Fläche: Das ist der Heidesee in Neureut. Früher ein Baggersee, heute ein mehrfaches Biotop mit vielfältigem Bewuchs und ein Siedlungsgebiet für schützenswerte Tierarten.

Der Heidesee bereite Kummer, vor allem dann, wenn sich die Nutzer mit unterschiedlichen Interessen nicht naturschutzkonform verhielten, sagte Ortsvorsteher Achim Weinbrecht bei der Beratung über die künftige Ausrichtung des Naturschutzgebiets im Ortschaftsrat.

Die teilweise verfüllte Sandgrube werde vor allem als Fischgewässer genutzt, erläuterte Frank Lamm, Sachgebietsleiter konstruktiver Ingenieurbau/Gewässer beim städtischen Tiefbauamt. Im Dezember riefen tote Fische wegen Sauerstoffmangels die Feuerwehr auf den Plan.

Die Feuerwehr „beregnete“ den See, um Sauerstoff einzutragen und das Fischsterben zu stoppen. Mehrere Wiederholungen, so Lamm, sorgten dafür, dass die Verhältnisse im See wieder stabil seien.

Entschlammung ist eher keine Option

Gleichwohl sei erkannt worden, dass der Naturschutz im und am See verstärkt werden müsse. Sachgebietsleiter Frank Lamm stellte mögliche kurz- und längerfristige Möglichkeiten vor, alle mehr oder weniger aufwendig und kostspielig: mechanische Belüftung, Verringerung des Phosphatgehalts, Verkleinern des Fischbestands.

Längerfristig wäre eine Option, nichts zu tun und den See sich selber zu überlassen, bis er sich in 20 oder 25 Jahren von selbst regeneriert hätte. Eine dauerhafte Zwangsbelüftung wäre teuer und anfällig, vor allem gegen Vandalismus. Den See zu entschlammen wäre nicht die Ideallösung.

Von heute auf morgen gibt es keine Lösung.
Frank Lamm, Ingenieur im städtischen Tiefbauamt

Zunächst soll ein intensives Messprogram absolviert werden, um alle Einflüsse zu erkunden und die Defizite zu benennen. Dann will man ein zu erreichendes Ziel beschreiben. „Von heute auf morgen gibt es keine Lösung“, machte Lamm deutlich, und Gründlichkeit stehe vor Schnelligkeit.

Kurzfristiges Vorgehen müsse für längerfristige Lösungen Raum schaffen. Mit allen Nutzern sei abzustimmen, welche Notwendigkeiten zu erfüllen sind, ehe man in eine Detailplanung gehen könne: „Vom umzäunten See ohne Publikum bis zum Badesee ohne Fische“ reicht laut Lamm das Spektrum.

Neureuter Wochenmarkt hat derzeit 23 Stände

Der Wochenmarkt, freitags auf dem Neureuter Platz, wird umfangreicher. Neue Angebote sind aufgenommen, jetzt sollen zuerst die Elektroanschlüsse verstärkt werden, um die aktuell 23 Beschicker besser zu versorgen und die Möglichkeit zu schaffen, Stände bis in den Bärenweg aufzustellen, erläuterte Thomas Jäger, Leiter der Hauptverwaltung.

Der gut genutzte Markt soll den Platz weiter beleben. Angedacht sei ein weiterer Markttag. Vorher müsse dafür aber abgeklärt werden, ob die möglichen Beschicker Kapazitäten dafür hätten, merkte Ortsvorsteher Weinbrecht an. Die Idee eines erweiterten Wochenmarkts für mehr „Leben“ auf dem Neureuter Platz fand im Gremium freudigen Anklang.

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