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Online-Versteigerung

Für die Benefiz-Auktion der Aids-Hilfe kommen in Karlsruhe 163 Werke unter den Hammer

Erstmals als Hybrid-Veranstaltung werden in Karlsruhe Kunstwerke zugunsten der Aids-Hilfe versteigert. Bis zum 24 Oktober kann man mitbieten. Die Vorbesichtigung kam schon mal gut an.

Die Kunstwerke, die in der Fleischmarkthalle ausgestellt sind, werden bis kommenden Sonntag zugunsten der Aids-Hilfe online versteigert. Foto: Jörg Donecker

„Wenn etwas Stimmiges dabei ist, werde ich mitsteigern“, sagt Michael Stork. Der Karlsruher hat seinen Rundgang durch die Live-Besichtigung für die Benefiz-Auktion der Aids-Hilfe in der Fleischmarkthalle erst vor wenigen Minuten begonnen. In den vergangenen Jahren sei er bei diesem Format ja durchaus fündig geworden, zeigt er sich mit einem Lächeln vorsichtig optimistisch.

Stünde Auktionsleiterin Karin Krauss dabei, dann würde sie sich bestimmt freuen. Vor 23 Jahren hat sie die seither sehr erfolgreiche und in der Stadtgesellschaft immer fester verankerte Veranstaltung initiiert.

Im vergangenen Monat wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die Bandspange hebt sich von ihrem roten Oberteil nur kaum wahrnehmbar ab. Als ob die Trägerin der Auszeichnung für jahrzehntelanges Engagement für die Aids-Hilfe nach außen hin nicht zu aufdringlich Aufmerksamkeit verleihen möchte.

Benefiz-Auktion der Aids-Hilfe findet in Karlsruhe 2021 in einer Hybrid-Version statt

Beinahe 20 Jahre hatte die Veranstaltung im Karlsruher Schloss stattgefunden, ehe man sie im vergangenen Jahr aufgrund der Covid-Pandemie erstmals neu denken und gänzlich digital ausrichten musste. Dennoch seien über 30.000 Euro zusammengekommen, sagt Krauss.

Es ist ganz ähnlich wie Ebay.
Karin Krauss, Auktionsleiterin

In diesem Jahr hat man sich für eine Hybrid-Version entschieden. An zwei Tagen können alle 163 Arbeiten in der Fleischmarkthalle besichtigt werden. Anschließend startet die Online-Auktion, die am kommenden Sonntag um 20 Uhr enden wird. „Es ist ganz ähnlich wie Ebay“, erklärt Kraus.

Auktion der Aids-Hilfe: Mehr Zeit und mehr Platz in der Fleischmarkthalle Karlsruhe

Das junge Start-Up Whiteout Studio hat die Auktionsplattform für die Aids-Hilfe „zu einem allenfalls deren Kosten deckenden Betrag“ maßgeschneidert, zeigt sich Krauss sehr dankbar. Derweil wird an süßen Stückchen geknabbert, an Sekt und Saft genippt und vor allem die Kunst besichtigt.

Wer will, kann sogar mit dem einen oder anderen Künstler sprechen, die ebenfalls anwesend sind. Rasch fällt auf, dass das Publikum von den neuen Möglichkeiten sehr angetan ist. Im Schloss waren die Werke nur in den vier Stunden vor der Auktion zu besichtigen gewesen. Noch dazu bei sehr beengten Verhältnissen im Turmzimmer.

Hier nun ist aber Platz. Für Holzsägekompositionen, Radierungen, Fotografien, Malereien oder schlichte Zeichnungen. Man kann Arbeiten zu einem Euro einsteigen, aber auch für bis zu 1.700 Euro. Maximal 30 Prozent des Verkaufserlöses könnten die Künstler behalten. Aber bis hinunter zu gar keiner Beteiligung sei letztlich alles dabei, sagt Krauss.

Publikum genießt die Präsentation der Auktions-Arbeiten

Und während Annette Böringer und Marc Ephraim bereits Objekte im Auge haben, schlendert Anke Lüttich ganz ohne Kaufabsicht durch die Halle. Privat habe sie bereits ausreichend Kunst um sich herum, auch weil ihr Sohn Fotografie studiere. Nein, sie wolle einfach nur genießen, dass so eine Präsentation überhaupt wieder möglich ist. Die gebotene Vielfalt gefalle ihr dabei sehr.

Auch Renate Rückert möchte nur schauen. Vor vier Jahren hat sie bei der Auktion für die Aids-Hilfe bereits eine Arbeit erworben. „Ich habe zwar schon einiges Interessantes gesehen, aber ich habe keinen Platz mehr zuhause und bräuchte mehr Wände“, bedauert sie nun.

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