Skip to main content

Müllabfuhr wird teurer

Bleibt die Wertstofftonne in Karlsruhe bei Fehlwürfen künftig stehen?

Ab Januar 2024 ist ein externes Entsorgungsunternehmen für die roten Tonnen in Karlsruhe zuständig. Das wird Mülltrennung wohl strenger kontrollieren als die Stadt.

Müll
Zum neuen Jahr werden die Müllgebühren in Karlsruhe erhöht. Das liegt vor allem an der Wertstofftonne mit dem roten Deckel. Foto: Rake Hora

Ab dem 1. Januar 2024 kümmert sich das Entsorgungsunternehmen „Knettenbrech + Gurdulic“ um die Wertstofftonne in Karlsruhe. Dann sind die Betreiber Dualer Systeme (BDS) für Sammlung und Leerung der Tonnen mit dem roten Deckel zuständig und nicht mehr das Team Sauberes Karlsruhe (TSK).

Was ändert sich für die Karlsruher bei der Wertstoffsammlung?

Doch was bedeutet dieser Wechsel für die Bürgerschaft und warum musste dieser Schritt eigentlich vollzogen werden? Die Redaktion hat einige wichtige Fragen und Antworten zum Thema Wertstoffsammlung zusammengestellt.

Was ändert sich bei der Wertstoffsammlung für die Karlsruher?
Zunächst einmal nichts. Oder nur sehr wenig. Wie bisher dürfen in der Wertstofftonne weiterhin Verpackungsabfälle und sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen wie etwa ein kaputter Wäschekorb aus Kunststoff oder eine ausrangierte Metall-Pfanne entsorgt werden. Darüber hinaus werde es bei der Wertstoffsammlung in den Karlsruher Stadtteilen weiter den Vollservice geben, teilt die städtische Pressestelle auf Anfrage mit.
Und wie sieht es mit den Abholterminen für die Wertstofftonne aus?
Die können sich in manchen Stadtteilen ändern. „Zudem wird eine aufgrund eines Feiertags ausgefallenen Sammlungstour in der Regel am darauffolgenden Samstag nachgeholt“, teilt die Pressestelle mit. Alle Leerungstermine seien aber weiterhin online im Abfuhrkalender einsehbar.
Wie schaut es mit den Gebühren für die Müllabfuhr aus?
Die steigen um 7,5 Prozent. Hauptgrund ist laut der entsprechenden Beschlussvorlage des Gemeinderats die Übernahme der Wertstoffsammlung durch die BDS. Bisher sei die Wertstoffsammlung ein Verlustgeschäft gewesen, das über den Steuerhaushalt finanziert wurde. Nun werden die Kosten für die Sammlung auf die Gebührenzahler umgelegt und der Steuerhaushalt um vier Millionen Euro entlastet. Weitere Gründe für die Gebührenerhöhung sind laut der Vorlage die gestiegenen Personalkosten sowie die niedrigen Preise am Altpapiermarkt.

Nachrichten via WhatsApp

Sie möchten schnell und unkompliziert über das Wichtigste in der Region und vom KSC informiert werden? Dann sind unsere kostenlosen BNN-WhatsApp-Kanäle genau das Richtige für Sie. Hier geht es direkt zum Nachrichten-Kanal der BNN, hier geht es zum KSC-Kanal der BNN.

Worauf müssen sich die Karlsruher bei der Wertstoffsammlung künftig einstellen?
Offenbar auf schärfere Kontrollen bezüglich der Mülltrenn-Moral. „Werden Fehlwürfe bei der Wertstofftonne festgestellt, bleiben diese stehen und werden als kostenpflichtige Sonderleerung entsorgt“, heißt es aus dem Rathaus. Dann werde die gesamte Wertstofftonne als Restmüll entsorgt. Das TSK appelliert deshalb auch künftig an eine sortenreine Abfalltrennung.
Was haben solche Appelle bislang gebracht?
Wenig. Die Fehlwurfquote bei der Wertstoffsammlung liegt in Karlsruhe seit einigen Jahren bei über 50 Prozent. Eine richtige Lösung für das Problem hatten bislang weder das Amt für Abfallwirtschaft noch das TSK; das ist seit Anfang 2023 als Eigenbetrieb für die Müllabfuhr zuständig. Die hohe Fehlwurfquote war auch der Grund, warum die Wertstoffsammlung in Karlsruhe von den BDS kritisiert wurde.
Warum wurde an der Wertstoffsammlung dann nichts geändert?
Weil es der Gemeinderat nicht wollte. Stadtverwaltung und BDS hatten sich nach langen Verhandlungen darauf geeinigt, dass in der Wertstofftonne künftig noch Leichtverpackungen gesammelt werden dürfen. Die sogenannten Stoffgleichen Nichtverpackungen hätten dann separat in den Wertstoffhöfen entsorgt werden müssen. Doch der Vorschlag wurde nach Beschwerden aus der Bürgerschaft und von der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine (AKB) vom Stadtparlament kassiert.
Warum wollte die Stadt etwas ändern?
Wegen der Kosten. Durch eine Beschränkung der Wertstoffsammlung auf Leichtverpackungen rechnete die Stadt mit einer Kostenersparnis von etwa vier Millionen Euro pro Jahr. Diese Summe war auch als Sparmaßnahme bei der geplanten Haushaltskonsolidierung eingeplant, musste nach dem Veto des Gemeinderats aber wieder herausgenommen werden.
Kann man Geld sparen, wenn man auf die Wertstofftonne verzichtet?
Nein. „Die Abfallgebührensatzung der Stadt Karlsruhe sieht keine Erhebung von Leerungsgebühren beziehungsweise Einzelgebühren für die verschiedenen Abfallarten im Behältersystem vor“, teilt das TSK mit. Die Gebührenhöhe bemesse sich am Gesamtaufwand aller Entsorgungsleistungen pro Kalenderjahr und sei abhängig vom Volumen der gestellten Restmüllbehälter. Mit der Erhebung der Gebühr erhielten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur die Leerung ihrer Restmüllbehälter, sondern auch die Leerung der Wertstoff-, Bio- und Altpapierbehälter sowie zahlreiche weitere Leistungen, wie beispielsweise die Nutzung der Wertstoffstationen. „Der Gebührenhaushalt ist nach dem Kommunalabgabengesetz stets kostendeckend zu gestalten und die Gebühren demnach jährlich neu zu kalkulieren“, so das TSK weiter. Der Gebührenzahlende trage letztendlich nur die Kosten, welche auch tatsächlich über das Kalenderjahr angefallen sind. Etwaige Kosteneinsparungen werden dem Gebührenzahler somit wieder gutgebracht.
nach oben Zurück zum Seitenanfang