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Für offenes Europa ohne Grenzen

Bürgerbewegung „Pulse of Europe” wirbt in Karlsruhe für einen besseren Zusammenhalt in der EU

Etwa 30 Menschen haben in Karlsruhe bei einer Kundgebung der pro-europäischen Bürgerbewegung Pulse of Europe für ein offenes Europa ohne Grenzschließungen mobil gemacht. Die Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig ein gemeinsames Europa ist, betonte Pulse-Sprecher Michael Prinzhorn.

Überzeugte Europäer: Bei einer Kundgebung der Bürgerbewegung Pulse of Europe wurde in Karlsruhe für einen besseren Zusammenhalt in der EU geworben. Foto: Jörg Donecker

Während die europäischen Regierungschefs beim Sondergipfel in Brüssel um die Höhe der Corona-Hilfen ringen, machen in Karlsruhe bei der ersten Kundgebung der Bürgerbewegung „Pulse of Europe” im Jahr 2020 etwa 30 Leute mit blau-gelben Europafahnen für einen stärkeren Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union mobil.

„Die Corona-Krise hat uns eindrücklich vor Augen geführt ,wie wichtig eine gute Zusammenarbeit in Europa ist“, betonte Pulse-Sprecher Michael Prinzhorn auf dem Platz der Grundrechte.

Das Virus kenne bekanntlich keine Grenzen und ohne eine grenzüberschreitende Strategie könne die Pandemie nicht eingedämmt werden.

Grenzschließungen dürfen nicht zum Standard werden.
Michael Prinzhorn

Die Grenzschließungen im März sind nach Prinzhorns Einschätzung als erste Vorsichtsmaßnahme sicherlich notwendig gewesen. „Aber solche Maßnahmen dürfen nicht zum Standard werden“, appellierte Prinzhorn.

Dass Europa auch mit geschlossenen Schlagbäumen funktioniert, habe sich aber bei der Versorgung von französischen Covid-19-Patienten in badischen Krankenhäusern gezeigt.

Die Bürgerbewegung „Pulse of Europe” hatte sich 2016 formiert und als Reaktion auf die nationalistischen Tendenzen in vielen europäischen Staaten für ein vereintes Europa geworben.

Europa ist keine Selbstverständlichkeit

„Für viele junge Leute war Europa immer eine Selbstverständlichkeit. Nun konnte diese Generation einmal am eigenen Leib erfahren, welche Einschränkungen geschlossene Grenzen bedeuten“, sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup bei seiner Ansprache.

Von einem Tag auf den anderen sei ein Studium im Ausland ebenso wenig möglich gewesen wie ein Wochenendtrip ins Nachbarland oder der Besuch von Freunden in der Grenzstadt.

Als dann noch Leute mit französischen Kennzeichen auf den Supermarktparkplätzen in Deutschland beleidigt wurden, sei die nächste Stufe der Eskalation erreicht worden.

Krise hatte auch positive Effekte

Allerdings habe die Krise auch positive Effekte wie etwa ein neues Bewusstsein für die Grenzregionen mit sich gebracht. „Dass man in Krisenzeiten nationale Grenzen aktiviert, ist sicherlich okay“, so Mentrup. Aber man müsse die Grenzregionen als Lebens- und Arbeitsraum für zahlreiche Menschen begreifen und Pendelbewegungen innerhalb eines bestimmten Raumes immer ermöglichen.

„Für die Menschen in diesen Regionen müssen individuelle Lösungen gefunden werden“, forderte Mentrup. Damit keine Grenzen mehr geschlossen werden, müssten auch die Gesundheitsämter besser zusammenarbeiten und Infektionsketten über die Grenzen hinweg verfolgen.

Kommunen sind wichtig für europäischen Dialog

Beim Streben nach einem vereinten Europa spielen nach Mentrups Einschätzung auch die Kommunen eine wichtige Rolle. Durch die Kontakte zu den Menschen in den Karlsruher Partnerstädten könne das Verständnis für die Lebenssituation der Leute in Russland, Rumänien oder Frankreich verbessert werden.

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