Skip to main content

Funke will nicht überspringen

Corona-Auflagen: Wenige Besucher beim Straßenfest des Musikvereins Wolfartsweier

Mancher begrüßte, dass das Straßenfest des Musikvereins Wolfartsweier über die Bühne ging, andere äußerten sich skeptisch: Mit deutlich weniger Umfang als in den Vorjahren fand die traditionelle Festivität unter Corona-Bedingungen statt.

Das diesjährige Straßenfest in Wolfartsweier fiel in diesem Jahr deutlich kleiner aus. Foto: Rake Hora

So richtig Feierstimmung wie vor den Zeiten von Corona wollte am Wochenende beim Straßenfest des Musikvereins Wolfartsweier nicht aufkommen. Während zum Frühschoppen am Sonntagvormittag die Altherren-Bläserband Matura Bass aufspielte, saßen nur ein paar Dutzend Gäste an den langen Tischen auf dem Festplatz und unterhielten sich ruhig und mit großem Abstand zueinander.

Begeisterung gegen Skepsis

„Viele Besucher sind begeistert, dass endlich wieder etwas stattfindet. Es gibt aber auch einige Anwohner, die diese Veranstaltung boykottieren und der Tatsache, dass wir hier heute feiern, skeptisch gegenüberstehen“, sagte Organisator Sven Münchgesang am Rande der Veranstaltung.

Er und seine Mitstreiter waren sich trotz der Kritik sicher, ein sicheres Straßenfest abhalten zu können, während beispielsweise das Weinfest in Durlach abgesagt wurde. „Die Corona-Krise ist nicht morgen vorbei. Deshalb müssen wir im Rahmen der Möglichkeiten, die uns die Regelungen vorgeben, einen Weg finden, solche Ereignisse wieder stattfinden zu lassen“, erklärte Sven Münchgesang.

So waren am Wochenende alle Besucher verpflichtet, sich in eine Liste einzutragen und ihre Hände zu desinfizieren. Wer nicht an dem ihm zugewiesenen Tisch saß, musste eine Maske tragen. Der Zugang zu den Toiletten wurde so organisiert, dass sich die Besucher beim Weg auf das stille Örtchen nicht in die Quere kamen.

Das Festzelt, das man aus Angst vor einem plötzlichen Regenguss aufgestellt hatte, war zu drei Seiten offen, um eine Zirkulation der Luft zu ermöglichen. Zu den befürchteten Regengüssen kam es allerdings nicht.

Erheblicher Aufwand

„Für uns ist vieles eine große Umstellung und mit großem Aufwand verbunden. So müssen wir zum Beispiel extra Bedienungen bereitstellen, die an die Tische gehen und Bestellungen aufnehmen. So vermeiden wir das übliche Gedränge vor den Essen- und Getränkeständen“, berichtet Münchgesang und fügt hinzu: „Wir haben im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren ein reduziertes Bühnenprogramm. Das große Blasorchester des Vereins mit 70 Mitgliedern tritt nicht auf. Dafür spielen die kleineren Gruppen.“

Wäre das Straßenfest ausgefallen, hätte der Musikverein bereits seine dritte Veranstaltung in diesem Jahr absagen müssen. Schon im Frühjahr konnten das Wiesenfest und das Woodstickel-Rockfestival nicht stattfinden. Beide Veranstaltungen locken sonst am Himmelfahrt-Wochenende rund 4.000 Besucher in das Bergdorf. „Wir hatte schon im Februar realisiert, dass das in diesem Jahr nichts wird“, erinnert sich Organisator Münchgesang.

Die Folgen der Absagen hielten sich für den Musikverein indessen in Grenzen. Der Verein stehe finanziell so gut da, dass die fehlenden Einnahmen kompensiert werden könnten. Erhebliche Probleme habe jedoch der Probebetrieb bereitet, war zu erfahren. „Wir hatten einfach keine passenden Räumlichkeiten, um den Schutz aufrecht erhalten zu können“, sagte Münchgesang zur Erklärung.

Deshalb probe das Blasorchester seit einigen Wochen nach den regulären Öffnungszeiten im Empfangsbereich des Freibads. Das Jugendorchester hat in der alten Leichenhalle des Friedhofs, die nach einem Neubau sowieso leer steht, ein provisorisches Domizil gefunden.

nach oben Zurück zum Seitenanfang