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Ermittlungen nicht abgeschlossen

Corona im Karlsruher Topsy Turvy: Clubbetreiber droht Bußgeld in Höhe von 10.000 Euro

Bei den bisherigen Ermittlungen um die Partynacht im Karlsruher Club Topsy Turvy hat sich der Verdacht wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung bestätigt. Dem Betreiber und Gästen drohen nun hohe Bußgelder.

Corona-Cluster: Die Ermittlungen zu der Nacht auf den 3. Juli, in der sich zahlreiche Gäste des Topsy Turvy mit dem Coronavirus infizierten, sind noch nicht abgeschlossen. Foto: Christina Fischer

Eine durchfeierte Nacht im Karlsruher Club Topsy Turvy hat möglicherweise ein kostspieliges Nachspiel. Weil in dieser Nacht Anfang Juli offenbar mehrfach gegen die Hygienevorgaben verstoßen wurde und sich mehrere Dutzend Besucher mit dem Coronavirus infizierten, muss der Betreiber nun mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen.

Mehrere Tatbestände

„Es liegen mehrere Tatbestände wie das Nichteinhalten der Abstandsregeln vor und wahrscheinlich waren auch zu viele Gäste im Raum“, sagt der Karlsruher Ordnungsamtschef Maximilian Lipp im Gespräch mit den BNN. Auch Gäste, die keine oder falsche Kontaktdaten angaben, müssen mit Bußgeldern in dreistelliger Höhe rechnen. Die bisherigen Ermittlungen seinen „schwierig und langwierig“ und dazu sei die öffentliche Aufmerksamkeit an diesem Fall ungewöhnlich groß gewesen, so Lipp weiter. Doch trotz einiger widersprüchlichen Angaben habe sich der Anfangsverdacht von möglichen Verstößen gegen die damals geltende Corona-Landesverordnung nach der fachlichen Prüfung des Sachverhalts durch das Gesundheitsamt und der beim Ordnungs- und Bürgeramt angesiedelten Infektionsschutzbehörde bestätigt.

Der nächste Schritt bei der juristischen Aufarbeitung ist nun die weitere Bearbeitung des Sachverhalts durch die Bußgeldstelle. „Das kann noch einige Wochen dauern“, so Lipp. „Aber wir wollen trotzdem so schnell wie möglich einen Knopf dranmachen.“

Mehr als 50 Corona-Fälle nach Veranstaltung im Club Topsy Turvy

Auslöser für die Ermittlungen war der Barbetrieb im Topsy in der Nacht auf den 3. Juli. An diesem Abend hatten sich nachweislich zwei mit dem Coronavirus infizierte Personen im Club befunden und andere Gäste angesteckt. Weil sich die Nachverfolgung der Kontakte für das Gesundheitsamt wegen falschen Einträgen in die Gästelisten schwierig gestaltete, ging das Landratsamt wenige Tage später an die Öffentlichkeit und bat die Leute, die sich an jenem Abend im Topsy Turvy waren, sich zu isolieren und umgehend zu melden.

In den folgenden Tagen führte das Gesundheitsamt mehr als 50 positive Corona-Fälle auf das Topsy-Cluster zurück. Allerdings ging das Amt von Anfang an von einer gewissen Dunkelziffer aus. Früh wurde der Vorwurf laut, dass sich an dem Abend weit mehr Gäste als gemeldet in dem Club befanden und dass das Hygienekonzept nur lax umgesetzt worden sei.

Club-Betreiber Volker Harsch wies die Kritik im Gespräch mit den BNN zurück. Er habe sich an die Vorgaben gehalten und einfach „nur Pech“ gehabt, sagte der Topsy-Chef.

Angaben über Durchsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen gehen auseinander

Auch mehrere Gäste meldeten sich anschließend bei den BNN. Einige berichteten von einer mangelhaften Erfassung der Kontaktdaten, andere verwiesen darauf, dass der Besuch des Clubs in jener Nacht die freie Entscheidung jedes einzelnen Gastes war.

In der Branche schlugen die Vorfälle im Traditionsclub ebenfalls hohe Wellen. Betreiber Harsch habe der gesamten Gastronomie mit seinem nachlässig gehandhabten Hygienekonzept einen „Bärendienst“ erwiesen, sagte der Karlsruher Dehoga-Vorsitzende Waldemar Fretz den BNN.

Die von Fretz befürchtete Verschärfung der Corona-Verordnung für die Gastronomie blieb allerdings aus. Und seit der Corona-Nacht im Topsy Turvy wurden in Karlsruhe auch keine weiteren Infektionscluster aus Gaststätten oder bei privaten Feiern bekannt.

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