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Omikron ist dominant

Corona-Krise: Ungeimpften droht in Karlsruhe eine nächtliche Ausgangssperre

Für Ungeimpfte ist der Blick auf die tägliche Corona-Inzidenz in Karlsruhe gerade spannend: Wird zwei Tage in Folge die Zahl von 500 überschritten, droht für diese Gruppe nämlich eine Einschränkung.

Ärmel hoch: In Karlsruhe gibt es freie Impftermine. Oberbürgermeister Frank Mentrup appelliert an das Land, das Angebot nicht zu reduzieren. Foto: Matias Basualdo/dpa

In Karlsruhe wird möglicherweise bald eine nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte gelten. Darauf haben Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und Ordnungsamtschef Maximilian Lipp bei einer Pressekonferenz am Donnerstag hingewiesen.

Liege die Inzidenz zwei Tage in Folge über 500, werde diese Maßnahme der Landesverordnung gemäß verhängt. Karlsruhe bewegt sich aktuell bei Werten von über 400.

Die Abwasseranalyse prognostiziere gleichzeitig einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen.

Alkoholverbot in Karlsruhe verlängert

„Das Klinikum meldet aktuell eine weitere deutliche Entlastung“, berichtet Mentrup. Da bisher eine Krankenhausbehandlung oft erst ein, zwei Wochen nach der Infektion nötig geworden war, müsse man nun in den nächsten Tagen die Entwicklung beobachten.

„Es wäre zu früh zu sagen, dass sich die Lage in den Kliniken unabhängig von der hohen Inzidenz entspannt“, so Mentrup.

Er habe deshalb Verständnis dafür, dass das Land die Alarmstufe II im Januar bestehen lasse, obwohl die Hospitalisierungsrate inzwischen unter dem einst festgelegten Grenzwert liegt. Parallel zum Vorgehen des Landes verlängert auch die Stadt das Alkoholverbot auf dem Werderplatz bis zum 1. Februar.

Booster-Angebot für Minderjährige

Omikron sei in Karlsruhe inzwischen mit einem Anteil von 80 Prozent dominant. „Früher oder später gibt es nur noch diese Variante“, sagt Mentrup vorher.

Er appelliert an das Land, das Impfangebot nicht zu reduzieren, auch wenn es jetzt wieder freie Termine gebe. „Es wäre fatal, jetzt an der falschen Stelle zu reduzieren und im Februar alles wieder aufbauen zu müssen.“

Immerhin greife bald die Impfpflicht für bestimmte Gruppen. „Und im Februar ist bei einigen der Booster auch schon drei Monate her.“ Da müsse man auf eine mögliche vierte Impfung vorbereiten sein. Diese verlangt das aktuelle Regelwerk für den Status „vollständig geimpft“ jedoch nicht.

Die Kinderimpfungen im ZKM würden gut angenommen, so Mentrup. Bleibe die Nachfrage hoch, würden dort weitere Kapazitäten geschaffen. Zudem soll es im Ettlinger Tor Booster-Angebote für Minderjährige geben. „Dort werden Ärzte vor Ort sein, die bereit sind, diese Impfung zu machen“, sagt Mentrup.

Der Oberbürgermeister versichert, dass es in Karlsruhe keine Engpässe bei PCR-Tests gibt. „Wer aber Symptome hat, sollte den Test beim Hausarzt und nicht in der Apotheke machen“, rät der OB. Er berichtet von Ausbrüchen in einigen Seniorenheimen. In einem Fall gebe es neun infizierte Bewohner. „Es gibt dort derzeit aber keine schweren Verläufe.“

Keine größeren Kontrollen der Maskenpflicht in der Corona-Krise

Größere Kontrollen der jetzt in Innenräumen geltenden FFP2-Maskenpflicht wird es in Karlsruhe nicht geben: „Wir könnten das in der Breite nicht leisten“, so Lipp.

Das Ordnungsamt werde aber gezielten Hinweisen nachgehen. „Die Menschen müssen am Ende die Maßnahmen mittragen, sonst sind wir chancenlos.“

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