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Impfgegner-Demo

Corona-Protest in Karlsruhe und anderen Städten: „Spaziergänger“ treffen sich trotz Verbot

Trotz des Verbots entsprechender Kundgebungen hat es wieder sogenannte „Spaziergänger“ in die Karlsruher City gezogen. Mit Kerzen taten sie Kritik an den Corona-Maßnahmen kund.

Reste eines „Spaziergangs“: Erneut haben sich Kritiker der Corona-Maßnahmen in der Innenstadt zusammengefunden. Foto: Wolfgang Voigt

Entgegen den aktuellen Auflagen der Stadt ist es in Karlsruhe am Montagabend erneut zu einem sogenannten Montagsspaziergang gekommen. Dabei fanden sich ab etwa 18.15 Uhr rund 150 Menschen an wechselnden Orten in der Innenstadt ein und schlenderten als Protest gegen Corona-Einschränkungen durch die City. Die Polizei war mit starken Kräften an Ort und Stelle und beobachtete das Geschehen. Die Lage blieb friedlich, eine einzige Person leistete laut Angaben der Polizei Widerstand.

Mit Kerzen oder eingeschalteten Handy-Taschenlampen zogen die Teilnehmer in mehreren Gruppen und auf unterschiedlichen Wegen vom Stephanplatz in Richtung Marktplatz. Die meisten trugen keinen Mund-Nasenschutz.

Auch auf der Kaiserstraße waren Teilnehmende unterwegs. In kleinen Gruppierungen schlenderten sie durch die City. „Der Abend ist so schön – wir machen noch einen Spaziergang“, erklärte eine Teilnehmerin mit lauter Stimme. Sie und andere bewegten sich stets an der rechtlichen Nachweis-Grenze zu einer nicht genehmigten Veranstaltung.

In Bruchsal klettern Demonstranten über Absperrung

In Bruchsal wollten laut Polizei 40 Personen im Bereich des Rathauses einen Aufzug durchführen. Die Veranstaltung wurde aufgelöst. Als der Menschenzug von der Polizei gestoppt werden sollte, überwanden einige Teilnehmer eine Absperrung. Zwei Demonstrierende leisteten Widerstand und wurden in Gewahrsam genommen. Gegen sie hat die Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Eine Person blieb „aus polizeirechtlichen Gründen in Beseitigungsgewahrsam“, damit sie nicht weitere Störungen organisiert, so heißt es von der Polizei.

Video zeigt Festnahme in Bruchsal

Auch in der Barockstadt traf man sich zu einem Spaziergang gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Im Internet gibt es ein Video, das die Festnahme eines Teilnehmers zeigen soll. Der Mann soll zuvor eine Kerze am Rathaus aufgestellt haben. Er wird von vier Beamten am Boden fixiert und dann mit Handschellen abgeführt. Laut Polizei war die Versammlung nicht angemeldet. Die Teilnehmer sollen sich über soziale Netzwerke verabredet haben.

Wer letztlich genau dahinter steckt, sei Teil weiterer Ermittlungen, erklärt die Polizei auf BNN-Anfrage. Die Stadt Bruchsal erklärt gegenüber der Redaktion, man verurteile es, wenn es zu Gewalttätigkeiten kommt. Jede habe das Recht, seine Meinung zu äußern, dazu müssten aber bestimmte Regeln eingehalten werden. Die Versammlung wurde von Teilnehmern als Spaziergang deklariert und war dementsprechend zuvor nicht angemeldet worden. Wer sich nicht an Regeln halte, müsse mit ordnungspolizeilichen Konsequenzen rechnen, erklärt Bruchsals Pressesprecherin.

Vom Rathaus Richtung Kübelmarkt

Wer den Montagsspaziergang in Bruchsal initiiert hat, sei nicht bekannt. Laut BNN-Informationen soll einer der Festgenommen ein Messer bei sich geführt haben. Nach Angaben der Stadtverwaltung waren am Ende bis zu etwa 80 Menschen versammelt. Sie zogen mit Kerzen, vereinzelt auch mit Plakaten vom Rathaus Richtung Kübelmarkt. Einzelne hatten laut Beobachtern Tüten mit gebrauchten Masken dabei.

Etwa 30 Personen wurden in Ettlingen von Polizisten angehalten. Teilweise gab es Platzverweise. Gezählte 18 Teilnehmer waren es gegen 18.20 Uhr bei einem Aufzug in Malsch. Der mutmaßliche Verantwortliche hatte zuvor im Internet zur Versammlung aufgerufen. Er wurde festgenommen.

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