Skip to main content

Andrang aus der Region und dem Elsass

Corona-Reisebeschränkungen führen zu langen Schlangen am Karlsruher Europabad

Die Ferien neigen sich dem Ende zu, der Urlaub für viele Familien damit auch: Wer es in diesem Jahr coronabedingt nicht ans Meer geschafft hat, der fand zumindest im Karlsruher Europabad ein bisschen Entspannung und Erlebnis. Das Angebot nutzten am vorletzten Wochenende vor Schulstart viele – so viele, dass rund eineinhalb Stunden nach Öffnung die Kassen zunächst wieder schließen mussten.

Geduld ist gefragt: Lange Schlangen bildeten sich am Sonntag vor den Kassen des Europabades. So mancher musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, da das Bad voll war. Foto: Peter Sandbiller

Um halb zwölf schaltet die Ampel im Europabad auf Rot. Wer jetzt noch draußen im hinteren Teil der Schlange ansteht, hat Pech gehabt: Eineinhalb Stunden nach der Öffnung ist die maximale Besucherzahl erreicht, die Kassen schließen, zunächst ist kein Einlass mehr. Rund 400 Menschen können sich nach den Corona-Auflagen gleichzeitig im Bad aufhalten. „Bei 320 Menschen im Bad schalten wir die Ampel auf gelb, bei 360 auf rot“, erklärt René Mayer, der an diesem Sonntagvormittag Schichtleiter ist. „Dann haben wir einen Puffer.“

Gäste aus ganz Baden-Württemberg und dem Elsass

Die Ampel befindet sich tatsächlich nicht im Bad, sondern auf der Internetseite der Karlsruher Bäder . Sie soll potenziellen Besuchern zeigen, wie voll das Bad ist und ob es sich lohnt, sich auf den Weg zu machen. Wer extra aus Stuttgart anreist, und das sind laut Mayer ziemlich viele, hat zwischen dem Blick auf die Internetseite und der Ankunft viel Zeit - daher der Puffer in der Ampelschaltung.

Am vorletzten Sonntag vor Schulbeginn lockt das Europabad vor allem Familien mit Kindern aus Karlsruhe und ganz Baden-Württemberg. Auch französische Stimmen sind in der Schlange zu hören, die sich am Vormittag vor dem Eingang gebildet hat. „Die Franzosen sind die Hauptbesucher“, erklärt Schichtleiter Mayer.

Seit die Schule im Nachbarland vor einer Woche wieder begonnen hat, sei der Zulauf unter der Woche geringer geworden, aber am Wochenende machten sich weiter viele Elsässer auf den Weg in das Erlebnisbad mit Sauna- und Spa-Bereich.

Mit 100 Metern Schlange hätten wir nicht gerechnet.
Ramona Schumacher Besucherin im Europabad

Alexander Fink aus Karlsruhe lässt zusammen mit seiner Frau und der siebenjährigen Tochter die Ferien im Bad ausklingen. Eigentlich hatten sie einen Urlaub in Ägypten geplant, der fiel wegen Corona aber aus. Statt ans Rote Meer geht’s nun ins Hallenbad: Nach dem Besuch im Europabad am Sonntag steht noch ein Ausflug in die Wasserwelt „Rulantica“ in Rust auf dem Programm.

Erstaunt über den großen Besucherandrang sind Ramona Schumacher und ihr Ehemann, die zum ersten Mal in diesem Jahr ins Europabad kommen: „Mit 100 Metern Schlange hätten wir nicht gerechnet.“ Doch das Warten lohnt sich für die Familie aus Kronau: Zusammen mit ihren drei- und siebenjährigen Kids schaffen sie es kurz vor Kassenschluss noch rein ins Bad.

Durchschnittlich 800 Menschen besuchen das Europabad pro Tag

Drinnen tummeln sich die meisten Gäste im überdachten Erlebnisbereich. René Mayer bewahrt stets den Überblick darüber, wie viele Menschen sich in den verschiedenen Bereichen aufhalten. Per Funk informiert er seine Kollegen darüber, wo noch Luft ist. „30 Leute im Saunabereich, da können noch welche rein“. 80 bis 100 Personen sind dort das Maximum.

Derweil überwacht sein Kollege auf vier Bildschirmen das Geschehen an den Rutschen. „Wir sind bisher sehr zufrieden mit dem Ablauf“, sagt Mayer mit Blick auf den Feriensommer. Rund 800 Besucher hätten sie im Schnitt verteilt über den Tag gezählt, das ist die Hälfte der Auslastung in Zeiten vor Corona. Leider hätten immer wieder auch Menschen vor verschlossenen Türen gestanden.

Zu denjenigen, die es am Sonntag nicht mehr ins Bad geschafft haben, zählen Frauke Wendling Karlsruhe, ihr Mann und der vierjährige Sohn. „Als wir losgefahren sind, war die Ampel noch nicht rot“, sagt sie enttäuscht. Auf dem Smartphone sucht sie nun nach Alternativen für das Sonntagsprogramm - mit den Bädern hat sie jedoch kein Glück. „Das Fächerbad ist auch voll, und viele andere Hallenbäder haben noch zu.“

Naturkundemuseum lockt mit Sauriern und Riesenfischen

Wer nicht ins Hallenbad kam und sich für Dinosaurier, Fische und sonstige Tierarten begeistern kann, der hatte am Sonntag im Naturkundemuseum Glück. Kein Schlangestehen, zumindest am Mittag, und keine Gefahr, dass man vor verschlossenen Türen steht. Kaum sattsehen kann sich drinnen der fünfjährige Fileas am „Lungenfisch“ aus Afrika.

Einblicke in die Wildnis: Das Naturkundemuseum ist ebenfalls ein idealer Anlaufort für Familien, wenn es um die Wochenendgestaltung geht. Foto: Peter Sandbiller

Am Aquarium drückt er sich die Nase platt und bestaunt die eindrucksvolle Kreatur. Mit seinen Eltern und Schwester Anna ist er aus Wimsheim bei Pforzheim ins Landeskundemuseum gekommen - eine gelungene Premiere für die ganze Familie. Mit ihren Enkeln ist Renate Walter aus Baden-Baden angereist. Kira (6) und Felix (8) kennen das Naturkundemuseum schon gut, dennoch entdecken sie in den Vitrinen, Aquarien und Terrarien immer wieder etwas Neues. Felix’ Favorit im Landeskundemuseum? „Die Dinos.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang