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Ordnungsamt ermittelt

Corona-Ausbruch im Karlsruher Club Topsy Turvy: Gesundheitsamt geht von hoher Dunkelziffer aus

Die Zahl der Corona-Infektionen im Zusammenhang mit dem Karlsruher Club Topsy Turvy steigt nur noch langsam. Das Gesundheitsamt geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus.

Ermittlungen laufen: Welche Konsequenzen der Ausbruch vom 2. Juli für das Topsy Turvy hat, ist derzeit noch unklar. Das Ordnungsamt geht verschiedenen Fragen nach. Foto: Christina Fischer

Das Karlsruher Gesundheitsamt geht davon aus, dass der Topsy-Turvy-Ausbruch weitgehend unter Kontrolle ist – gleichzeitig rechnet die Behörde damit, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt.

Die Zahl der positiven Tests im Club-Zusammenhang ist am Donnerstag auf 51 gestiegen. Darunter sind zwei Kita-Mitarbeiter und mehrere Angestellte von größeren Betrieben, teilt Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) mit.

Die Kette habe sich „wie ein Lauffeuer durch bestimmte Communitys“ verbreitet. Es gebe allerdings bislang keine schweren Erkrankungen, ein großer Teil der positiv Getesteten sei symptomfrei.

Muss Betreiber nach Corona-Ausbruch im Topsy Turvy Strafe zahlen?

Ob der Ausbruch rechtliche Konsequenzen für den Club-Betreiber hat, ist noch offen. Die Aufarbeitung des Geschehens durch das Ordnungsamt ist noch nicht abgeschlossen.

Es gehe unter anderem um die Frage, ob aus einem Barbetrieb durch DJ-Musik nicht doch eine nicht genehmigungsfähige Tanzveranstaltung wurde, so Mentrup.

Nun bringt eine Kneipe die gesamte Gastro-Szene in Baden-Württemberg in Verruf.
Waldemar Fretz, Vorsitzeder der Dehoga Karlsruhe

Auch dass sich viele Menschen beim Gesundheitsamt gemeldet hätten, die auf keinem Erfassungsbogen auftauchen, sei ein großes Thema. „Wir können Verstöße nicht einfach ignorieren“, so der Karlsruher Rathauschef.

Die deutlichen Forderungen nach einer Sanktionierung, die Uwe Lahl, Amtschef im Stuttgarter Sozialministerium, in den BNN aufgestellt hatte, wies Mentrup zwischen den Zeilen zurück.

„Wir nehmen die guten Empfehlungen des Sozialministeriums dankbar auf“, sagt er. „Aber das ändert nichts daran, dass es in unserer Verantwortung liegt, Bußgelder zu verhängen.“ Man habe die Aussagen Lahls als „willkommene Anregung“ wahrgenommen, nicht als Anweisung.

Dehoga fürchtet nach Karlsruher Corona-Ausbruch negative Konsequenzen

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) befürchtet derweil negative Auswirkungen auf die gesamte Gastronomie.

„Solche Nachrichten können wir derzeit nicht gebrauchen. Denn nun bringt eine Kneipe die gesamte Gastro-Szene in Baden-Württemberg in Verruf“, sagt der Karlsruher Dehoga-Kreisvorsitzende Waldemar Fretz.

Bereits heute stelle die Corona-Verordnung für die Gastronomie eine hohe Hürde dar, so Fretz, der nun wieder Verschärfungen bei der Ermittlung der Kontaktdaten sowie striktere Kontrollen der 3G-Nachweise befürchtet.

Besonders bitter ist für Fretz, dass der Betreiber des Topsy Turvy wohl noch nicht einmal die geltenden Vorgaben umgesetzt habe.

„Hier ging es nur ums Geldverdienen“, so Fretz. „Dabei ist das keine Gastronomie, sondern eher eine Kaschemme.“

Karlsruhes OB Mentrup ruft zum Impfen auf

Das Gesundheitsamt rechnet nicht damit, dass die Zahl der Infektionen im Club-Kontext noch viel höher steigt.

„Wir haben allerdings die Befürchtung, dass wir nicht von allem wissen und nicht alle Personen kennen, die dort waren“, sagt der stellvertretende Leiter Ulrich Wagner. „Auch dort wird es einen relevant hohen Anteil Infizierter geben.“

Einen kleinen Ausbruch in einem Altenheim nutzt OB Mentrup, um seinen eindringlichen Aufruf zur Impfung erneut zu wiederholen. Zwei Menschen seien betroffen, beide ohne Impfschutz.

„Wer nicht geimpft ist, muss mit annähernder Sicherheit davon ausgehen, dass er sich diese Infektion in den nächsten Monaten einfangen wird.“

Zahl der Corona-Teststellen in Karlsruhe schrumpft

Am Freitag erweitert die Stadt ihre Impfkampagne, indem sie Hürden abbaut und Angebote abseits der Impfzentren macht.

Für das kommunale Zentrum in der Schwarzwaldhalle gibt es am Montag fast täglich Zeitfenster für Impfwillige ohne Termin.

Auch die Buchung von Zeitslots wird einfacher, sie ist seit Donnerstag unter impfen-ka.de mit wenigen Klicks möglich.

Mit einem Rückgang rechnet Rathauschef Mentrup hingegen ab dem 20. Juli beim Testangebot. Weil ab dem Tag für private und kommerzielle Anbieter ein Zertifikat des Gesundheitsamts notwendig ist, brechen vermutlich einige ihre Zelte ab.

Bislang habe nicht mal die Hälfte das Zertifikat beantragt, berichtet Wagner.

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