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Impfung geplant

Corona-Überlebenskampf im März nach Ski-Urlaub: Hausmeister will Hobby 2021 treu bleiben

Christoph Soja atmet auf – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Karlsruher Hausmeister lag nach einer Corona-Infektion im Frühjahr zwei Wochen im Koma. Spätfolgen spürt er keine. Nun plant er den nächsten Ski-Trip.

Einer der ersten Karlsruher auf der Corona-Intensivstation: Hausmeister Christoph Soja hatte sich im Skiurlaub in Ischgl angesteckt. Danach lag er zwei Wochen im künstlichen Koma. Foto: Jörg Donecker

Das Knie macht ein paar Sorgen, erzählt Christoph Soja. Sonst fühlt er sich topfit. Im Frühjahr sieht das noch ganz anders aus. Als einer der ersten Karlsruher landet der Hausmeister im März mit einer Corona-Infektion auf der Intensivstation. Soja liegt im künstlichen Koma, wird beatmet. Die Ärzte bereiten seine Frau auf das Schlimmste vor. Sie glauben zwischenzeitlich nicht, dass der 60-Jährige die Nacht übersteht. Nach zwei Wochen folgt die Wende. Soja wacht aus dem Koma auf. Bis zur vollständigen Erholung vergehen aber Wochen.

„Es geht mir bestens, Spätfolgen habe ich keine“, sagt der ehemalige Covid-19-Patient im Dezember. So richtig kann er es immer noch nicht glauben, dass es ausgerechnet ihn erwischt hat. Ihn, der sein Leben lang sportlich aktiv war und nie geraucht hat. In den vergangenen Monaten sind immer wieder Menschen auf ihn zugekommen. Viele haben gefragt, wie sich die Krankheit anfühlt.

Mit der Antwort darauf tut er sich schwer. Die letzte Erinnerung hat er an den 13. März – einen Freitag. Husten und Fieber hatte er zu dieser Zeit, sein Arzt hatte zwei Tage zuvor eine Lungenentzündung diagnostiziert. Dann versetzte man ihn im Krankenhaus ins Koma. Über die zwei Wochen an der Beatmungsmaschine weiß Soja wenig. Er habe Beruhigungsmittel bekommen, weil er in Panik nach Luft schnappte und in die Schläuche biss – so hat man es ihm erzählt.

Ich würde mich gerne bei dem Team bedanken.
Christoph Soja, ehemaliger Covid-19-Patient

Vor einiger Zeit sah er Röntgenbilder seiner Lunge aus seiner Covid-19-Zeit. „Das sah verheerend aus.“ Welche Medikamente er bekam, wer die Menschen in den Schutzanzügen waren, die ihn behandelten, wie die Tage abliefen, all das weiß der 60-Jährige nicht. „Ich würde mich gerne bei dem Team bedanken“, sagt Soja.

Hoffnung auf den nächsten Ski-Trip

Angesteckt hat sich der Hausmeister im österreichischen Ischgl. Seit Jahren verbringt er die Faschingsferien in dem Ski-Mekka. Er liebt die „autobahnbreiten“ Pisten, die große Auswahl. Beim Après-Ski in Clubs oder Hütten findet man ihn normalerweise nicht, höchstens mal in einem Restaurant. In einer vollgestopften Gondel habe er sich das Virus eingefangen, mutmaßt Soja. Danach vergingen mehrere Tage. Erst auf dem Weg zum nächsten Skitrip im Pitztal am 6. März fühlte er sich zum ersten Mal etwas krank.

Bis zur Diagnose vergeht eine weitere Woche. „An Corona hat damals keiner gedacht“, erinnert sich der 60-Jährige. Die Lust am Skifahren ist ihm trotz der traumatischen Erlebnisse in diesem Jahr nicht vergangen. 2021 würde Christoph Soja gerne nach Ischgl zurückkehren. „Ich habe die Hoffnung auf die Freigabe für Fasching noch nicht aufgegeben“, erzählt er Mitte Dezember.

Soja will sich impfen lassen

Für das Jahr 2020 hat der Hausmeister wenig übrig. Nach der Krankheit, die ihn fast das Leben kostete, folgte eine Knie-Operation und eine weitere wochenlange Pause. „Kann nur besser werden“, sagt er. Sorgen um die Gesundheit macht er sich aktuell nicht. „Die Ärzte gehen davon aus, dass ich noch einige Zeit immun bin“, berichtet er.

So etwas will ich nicht nochmal durchmachen.
Christoph Soja, ehemaliger Covid-19-Patient

Trotzdem trage er wo immer nötig eine Maske. „Ich könnte ja für andere ansteckend sein.“ Die Erfahrungen, die er im Frühjahr gemacht habe, wünsche er niemandem. „Deshalb werde ich mich auch impfen lassen. So etwas will ich nicht nochmal durchmachen.“

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