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Einzelhandel in der Corona-Krise

Welche Läden in Karlsruhe wieder geöffnet sind – und welche noch geschlossen haben

Die aktuelle baden-württembergische Corona-Verordnung ist kompliziert. Das zeigt sich am ersten Tag nach dem Lockdown auch in Karlsruhe. Welche Läden geöffnet sind – und welche noch geschlossen bleiben.

Die Tore öffnen sich wieder: Bei Karstadt und vielen anderen Händlern können Kunden unter der Überschrift Click&Meet auch spontan vor Ort einen Termin zum Bummeln buchen. Foto: Jörg Donecker

Bei Breuninger steht um kurz nach 11 Uhr die Ampel auf Grün: Nach Wochen der Lockdown-Zwangsschließung öffnet das Haus am Montag wieder seine Tore – obwohl Karlsruhe aktuell bei der 7-Tage-Inzidenz über der magischen 50 liegt.

Kunden müssen am Eingang des Bekleidungsgeschäfts ihre Daten hinterlegen, dann heißt es für maximal zwei Stunden: „Viel Freude beim Bummeln.“ Das Unternehmen begrenzt den Zugang berechnet auf Basis der Quadratmeterzahl.

Das Ganze ist mit „Click&Meet“ überschrieben: Nicht nur online, auch spontan vor Ort können Termine gebucht werden.

Ein Weg, den viele Händler in der City einschlagen. Karstadt wenige Meter weiter begrüßt zum Wochenstart ebenfalls wieder Kunden. Wer rein will, notiert auf einem Kontaktformular Name, Anschrift und Telefonnummer.

Dann geht es hin zur Frühjahrsmode, die inzwischen in den Abteilungen Einzug gefunden hat. „Schön, dass wir uns wiedersehen“, begrüßt die Verkäuferin auf Etage zwei. Doch das Wiedersehen erfolgt noch nicht überall, die nächste Öffnungsstufe gerät in der Karlsruher City zum Flickenteppich.

Nicht alle Läden in Karlsruhe haben schon wieder geöffnet

Mit Peek & Cloppenburg hat der dritte Große in der Fußgängerzone am Montag noch geschlossen. Im Einkaufscenter „Ettlinger Tor“ sind beispielsweise bei Levi’s, Tommy Hilfiger, Street One, Intimissimi, Christ und Rituals die Rollläden unten. Bei Zara warten junge Paare vor der Tür, die online ein Zeitfenster zum Einkaufen reserviert haben.

„Wann passt es Ihnen denn?“, fragt gegenüber die Verkäuferin von Pandora eine Frau vor dem Laden. Man wird sich einig, zwei Stunden später darf sie wieder kommen.

Viele wissen wahrscheinlich noch nicht, wie das jetzt funktioniert.
Benita Kopetz, Leiterin Comma-Filiale

„Viele wissen wahrscheinlich noch nicht, wie das jetzt funktioniert“, sagt Benita Kopetz, die die Comma-Filiale leitet. Zwei Kunden darf sie gleichzeitig ins Geschäft lassen. „Für Dienstag und Mittwoch habe ich schon Terminreservierungen“, erzählt Kopetz. Sie sagt: „Wir müssen positiv in die Zukunft schauen.“

Spontane Terminvereinbarung ist per Telefon möglich

Bei Schuh Danger in der Kaiserstraße wird es nichts mit diesem Optimismus, ein Schild am Eingang verkündet die nahende Schließung. Am Montag darf ins Geschäft, wer telefonisch einen Termin vereinbart hat. „Es ist schon gut gebucht“, sagt eine Verkäuferin. Bei H&M gegenüber reicht zum Wochenstart eine halbe Stunde Geduld, per QR-Code kann man sich dann ein Zeitfenster sichern.

Bei Kik wenige Meter weiter ist das spontan vor Ort oder per Telefon möglich. Saturn am Europaplatz ermöglicht vor Ort die Buchung von 320-Minuten-Zeitfenstern.

Hallhuber in der Nähe vom Marktplatz ist am Tag eins nach Verkündigung der neuen Landesverordnung hingegen zu, ebenso Hema in der Kaiserstraße, wo ein Schriftzug im Fenster über einem künstlichen Weihnachtsbaum noch Merry Christmas wünscht.

In Karlsruhe-Durlach gibt es unterschiedliche Öffnungskonzepte

In Durlach setzen die Einzelhändler am ersten möglichen Verkaufstag nach der mehrwöchigen Zwangsschließung ebenfalls auf unterschiedliche Konzepte. Beim Spielwarengeschäft „Bunter Hund“ in der Pfinztalstraße braucht es vor dem Betreten einen Termin – allerdings kann der auch vor der Eingangstür spontan mit dem Handy vereinbart werden.

In den Filialen vom Modehaus Nagel können die Kunden an der Eingangstür mündlich einen Termin vereinbaren und ihre Personalien in ein Formular eintragen lassen. „Einige unserer Stammkunden haben heute Morgen schon vorbeigeschaut“, erzählt eine Verkäuferin des Modehauses.

Dessen Geschäftsführer Holger Witzel hatte in den vergangenen Wochen immer wieder auf die bedrohliche Lage für den Einzelhandel hingewiesen und kreative Konzepte für das Einkaufen während der Pandemie gefordert.

In Buchläden darf ohne Termin eingekauft werden

Fast schon Normalbetrieb herrscht am Montag in den beiden Durlacher Buchläden, die seit Montag ebenso wie Lebensmittelgeschäfte und Drogerien unter Hygienevorgaben öffnen dürfen. Bei der Buchhandlung Mächtlinger stöbern gleich mehrere Kunden mit Mund-Nasen-Schutz in dem Stapel mit den Neuerscheinungen sowie auf der Auslage mit den Ostergeschenken.

Nun kommt hoffentlich wieder ein bisschen mehr Normalität in den Alltag zurück.
Ulrich Buggisch, Kunde

„Es ist schön, dass zumindest die Buchläden wieder offen haben“, sagt Ulrich Buggisch. „Nun kommt hoffentlich wieder ein bisschen mehr Normalität in den Alltag zurück.“

Angst vor einer Ansteckung hat Buggisch keine, seiner Meinung nach sind die Hygienekonzepte des Einzelhandels mit Maskenpflicht und einer begrenzten Kundenzahl völlig ausreichend.

Nicht alle Kunden wussten von der Wiedereröffnung in der Corona-Krise

Zufrieden mit den ersten Stunden nach der Wiederöffnung ist auch Katharina Aulbach. „Die Leute wollen nach Büchern stöbern. Die vergangenen Monate waren echt hart. Wenn wir den Laden offen haben, werden doch deutlich mehr Bücher bei uns gekauft als beim reinen Online-Geschäft“, sagt die Verkäuferin in der Buchhandlung Mächtlinger.

Allerdings hätten noch längst nicht alle Stammkunden mitbekommen, dass die Buchhandlungen ihre Kundschaft wieder persönlich empfangen dürfen. „Den ganzen Tag haben auch Leute angerufen, die einfach Bücher bestellen wollten“, so Aulbach. „Aber das ist ja auch weiterhin problemlos möglich.“

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