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In Alb und Rhein

In Bad Herrenalb und Karlsruhe gibt es spannende Goldwäscher-Kurse mit Fundgarantie

Das sagenumwobene Rheingold wird aus den Alpen in die Flüsse gespült. Ein zuverlässiger Lieferant kleinster Goldplättchen ist die malerische Alb. In Bad Herrenalb bietet der Geologe Michael Leopold regelmäßig Goldwäscher-Kurse mit Fundgarantie an – ebenso wie in den Rheinauen bei Karlsruhe.

Schaufeln, schütteln, spülen, Gold finden: Der Geologe Michael Leopold gibt in Bad Herrenalb und in den Karlsruher Rheinauen Kurse im Goldwaschen mit Fundgarantie. Foto: Rake Hora /BNN

Der Erlebnis-Händler Jochen Schweizer hat Michael Leopold heute wieder ein hübsches Grüppchen Goldsucher geschickt, hauptsächlich Paare, zwei Kinder sind auch darunter. Rund 20 Leute stehen nun am Ortsrand von Bad Herrenalb am munter dahinplätschernden Flüsschen Alb vor dem Durlacher Geologen. Sie hängen an seinen Lippen, während er erzählt, vom Mythos Gold.

Michael Leopold kann gut erzählen, kurzweilig und interessant. Er berichtet von den ersten Goldschürfern Europas. Von Etruskern, die im heutigen Italien schon vor bis zu 3.000 Jahren nach dem wertvollen Edelmetall suchten. Und von den Venezianern, die kleinwüchsige Menschen zum Schürfen seltener Erze und Metalle über die Alpen schickten.

Laut Leopold kamen sie mit Spezialwissen, wurden fündig und kehrten mit Reichtümern heim. Geblieben sind Märchen und Legenden, von Zwergen, Gold und Bergbau: Schneewittchen und die sieben Zwerge, Rumpelstilzchen, Schneeweißchen und Rosenrot.

Einfaches Equipment reicht aus: Goldwäscher kommen mit dem zurecht, was auch schon vor rund 150 Jahren am Klondike zum Einsatz kam. Foto: Rake Hora /BNN

Geblieben ist auch die unerschöpfliche Goldquelle, die heute noch Edelmetall in die deutschen Flüsse spült. Michael Leopold erklärt: Das Rheingold kommt aus den Alpen, wo es durch Regen und Erosion in die Flüsse gespült wird.

Pärchen reist aus dem Odenwald extra nach Bad Herrenalb

Der Rhein schleift es zwischen Kieseln und Felsen zu klitzekleinen Plättchen, die sich im feinen Sand verbergen. Weil im nördlichen Schwarzwald Rheinkiesel für Straßen- und Landschaftsbau genutzt wurden, führt inzwischen auch die Alb Gold.

„Goldflitterchen“, nennt Michael Leopold liebevoll die hauchdünnen Edelmetall-Teilchen, die nun auch die Amateur-Goldsucher finden wollen. Alexander und Jana Weber sind unter ihnen.

Das Paar hat die zwei Stunden Fahrt aus dem Odenwald auf sich genommen, um an der Alb Gold zu waschen. Der Kurs war ein Geburtstagsgeschenk, weil Alexander Weber sich für Edelmetalle interessiert. Er sammelt Krugerrand-Münzen – nun will er wissen, woher der Rohstoff kommt.

Goldwaschen an der Alb ist keine Raketenwissenschaft

Michael Leopolds Erklärungen dauern nicht lange. Goldwaschen ist keine Raketenwissenschaft, ein paar einfache Handgriffe braucht es nur, jedes Kind kann es in Minuten lernen. Es braucht auch kein teures Equipment.

Michael Leopold hat sich das meiste selbst gebastelt. Waschrinnen aus Automatten und Holzresten, einfache Plastikwannen mit Rillen zum Auswaschen der Goldflitter. Schon nach wenigen Minuten sind alle begeistert bei der Sache. Leopolds Expertise wird ständig gebraucht – gut gelaunt identifiziert er Granit, Gneis und Katzengold.

Drei Gramm Gold im Röhrchen: Das ist das Ergebnis einer Woche Goldwaschens am Rhein. Foto: Rake Hora /BNN

Für den echten Stoff muss man so lange Sand und Steinchen aus der Pfanne spülen, bis sie fast wieder leer ist. „Wir machen uns hier zunutze, dass Gold unheimlich schwer ist“, sagt der Geologe.

Wer es richtig gemacht hat, findet zwischen den letzten Körnchen Sand den begehrten Stoff. Auch bei Alexander und Jana Weber glitzert und funkelt es. Doch damit geht die Fleißarbeit erst los. Mit dem „Sniffer“, einer Art Pipette, werden die winzigen Partikel Stück für Stück eingesaugt und dann in eine Phiole übertragen.

Gold hat schon immer hauptsächlich die Kaufleute reich gemacht.
Michael Leopold, Geologe

Wer richtig fleißig ist, sagt Michael Leopold, kann 200 Flitter in seinem Kurs sammeln. Das reicht in etwa für eine Kugel Eis. Michael Leopold legt großen Wert darauf, einen realistischen Blick auf das Goldwaschen zu vermitteln. Einen Goldrausch an der Alb kann keiner gebrauchen. „Gold hat schon immer hauptsächlich die Kaufleute reich gemacht“, sagt er.

Kleinstmengen Gold können nicht zu Geld gemacht werden

Auch beim großen Rausch am Klondike hätten hauptsächlich die Barbesitzer profitiert – und die Verkäufer. Michael Leopold hat gelegentlich Leute in seinem Kurs, die sich bereits mit Equipment für rund 500 Euro eingedeckt haben, bevor sie auch nur einen Fuß ins Wasser setzen. Dann gehen sie mit Gold im Wert von wenigen Cent nach Hause.

Kleiner Goldschatz zur Erinnerung: Was man in ein paar Stunden aus dem Wasser holt, reicht kaum für eine Kugel Eis. Besser man hängt es sich an die Wand. Foto: Rake Hora /BNN

Zu Geld machen kann man solche Kleinstmengen nicht. Michael Leopold empfiehlt etwas anderes – als Andenken an den eigenen, gut kontrollierten Mini-Goldrausch an der Alb.

Er sagt, man kann seine Funde zuhause trocknen, auf eine schwarze Pappe schütten, laminieren und sich dann seinen persönlichen Goldschatz an die Wand hängen. So wird es Alexander Weber machen, wenn er wieder zuhause ist. Er sagt, er hat nun einen ganz anderen Blick auf das Edelmetall bekommen: „Gold ist Arbeit. Schlecht bezahlte Arbeit.“

Goldwäscher-Kurse

Michael Leopold bietet Goldwäscher-Kurse in den Rheinauen und in Bad Herrenalb an. Buchbar sind seine Kurse und auch individuelle Termine entweder direkt bei ihm (info@mutabor-seminare.de, Telefon 0721 - 406826, bei der Tourist-Info Bad Herrenalb (info@badherrenalb.de, Telefon 07083 - 500555 oder bei Jochen Schweizer (www.jochen-schweizer.de).

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