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Bekenntnis zu Israel

Kirchen organisieren Kundgebung gegen Antisemitismus auf dem Karlsruher Schlossplatz

Die Kirchen in Karlsruhe wollen ein Zeichen setzen: Sie sagen Nein zu Antisemitismus. Es geht dabei auch um ein Bekenntnis zu Israel.

Zeichen des Judentum: Aus Angst vor Antisemitismus traut sich mancher nicht mehr mit Kippa auf die Straße. Foto: Federico Gambarini

In der Karlsruher Innenstadt soll es am Freitag ein klares Zeichen gegen Antisemitismus geben: Um 16 Uhr beginnt auf dem Schlossplatz eine Kundgebung, zu der die evangelische und katholische Kirche sowie die Freikirchen einladen.

„Uns geht es um das Miteinander in der Stadt: Wir wollen zeigen, dass wir zu den Juden stehen“, erklärt Friedemann Kalmbach von der evangelischen Nehemia-Initiative. Er wird die Veranstaltung, zu der 400 Menschen erwartet werden, moderieren.

Ziel sei es weniger, ein politisches Statement zu setzen. „Aber unsere Liebe zu Israel gehört natürlich dazu“, so Kalmbach. Israel-Fahnen seien entsprechend auf dem Schlossplatz willkommen.

Entsetzen über Juden-Hass auf deutschen Straßen

Zuletzt sorgten bundesweit Anti-Israel-Demonstrationen für Schlagzeilen, bei denen offen Juden-Hass zutage trat. Auch in Karlsruhe gab es eine sogenannte Pro-Palästina-Kundgebung. Da dort vorwiegend auf Arabisch gesprochen wurde, weiß die breite Öffentlichkeit bis heute nicht, was die Teilnehmer skandierten. In der Folge kündigte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) an, künftig auf Dolmetscher zu setzen, wenn es Redebeiträge in einer Fremdsprache gibt.

„Es war mir schon länger ein Anliegen, Position zu beziehen“, sagt Kalmbach. „Wir wollen nicht passiv bleiben, wenn eine Minderheit unter Druck gerät.“

Wir wollen nicht passiv bleiben, wenn eine Minderheit unter Druck gerät.
Friedemann Kalmbach, evangelische Nehemia-Initiative

Das Phänomen des Antisemitismus sei nicht neu. Es sei aber jüngst während der Auseinandersetzungen im Nahen Osten auf deutschen Straßen noch klarer sichtbar geworden. „Wir müssen aufpassen, dass wir hier Dinge nicht zu spät wahrnehmen“, so Kalmbach: „Wir leben in einer liberalen Stadt, in der wir eigentlich gut miteinander auskommen. Aber das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen daran arbeiten, dass es gut wird.“

In der Ankündigung der Veranstaltung heißt es: „Wir wollen zum Ausdruck bringen, dass Deutschland ein sicherer Ort ist für alle Menschen und im Besonderen für unsere jüdischen Bürgerinnen und Bürger.“

Mentrup-Stellvertreterin und Kirchenvertreter sprechen auf Demo

Auf der mit einer Stunde kalkulierten Kundgebung spricht Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) in Vertretung von OB Mentrup, der in Urlaub ist. Zudem reden der stellvertretende katholische Dekan Erhard Bechtold und Pastor Steffen Beck für die Freikirchen.

„Wir haben auch Musikbeiträge“, sagt Kalmbach vom Organisationsteam. Dankesworte spricht Rabbiner Mordechai Mendelson von der Bewegung Chabad Baden. Seine Synagoge befindet sich in der Innenstadt. Angekündigt sind ebenso Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde, die mit ihrem Gotteshaus in der Nordstadt sitzt.

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