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Arbeiten in der Kaiserstraße

Der Handel blickt schon jetzt mit Erwartungen auf eine fertige Fußgängerzone in vielen Jahren

Seit April sind die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Flaniermeile bis zu den ersten Seitenstraßen gediehen. Es braucht weiter einen langen Atem.

Blick auf das Pflaster der Kaiserstraße
Am Marktplatz liegt das neue Pflaster schon. In dieser Art wird sich auch der Rest der Kaiserstraße dann zeigen – was aktuell noch fehlt, sind die Baumreihen, die westlich und östlich des Platzes beginnen. Foto: Rake Hora

Die umfangreichen Arbeiten zur Kombilösung sind schon vergessen, da reißen Baumaschinen im April des Jahres wieder die Erde am Marktplatz auf. Die Umgestaltung der Fußgängerzone nimmt ihren Lauf.

Es geht ja nicht nur um eine neue Optik, die die Einkaufsmeile der Stadt erhalten soll. Letztlich sind es auch die Schienen, die als einzige Reminiszenz an die Bahnen in der Fußgängerzone erinnern. Die sollen raus – damit die Kaiserstraße wirklich und wahrlich zu einer Fußgängerzone werden kann, in der die Menschen gerne verweilen.

Zwar liegt die Stadt zum Ende des Jahres leicht vor dem aufgestellten Zeitplan – aber die umfangreichen Änderungen, die sich vom Marktplatz aus gen Westen und Osten schrittweise vollziehen werden, brauchen Zeit.

Unter den Händlern ist die Gemütslage schon seit Jahren eine gemischte. Peter Schlaile vom Musikalienhaus Schlaile kann noch nicht absehen, wie sich die Baustelle vor der Türe des traditionsreichen Unternehmens in der Karlsruher Fußgängerzone auswirken wird. „Wir sind ja noch nicht soweit, zu uns kommt die Baustelle erst noch.“

Karlsruher Händler: Es kommen wieder mehr Menschen

Nach den Planungen der Stadt wird der Bereich zwischen Wald- und Ritterstraße im zweiten Bauabschnitt angegangen. Das dürfte etwa ab 2026 der Fall sein. Schlaile hält eine geringere Fußgängerfrequenz für den Zeitraum der Arbeiten im Geschäft für „unvermeidbar“.

Gleichzeitig hegt er aber auch Hoffnungen, dass sich mit der Fertigstellung des Bodenbelags dieser Rückgang auch wieder geben wird. Mehr noch: „Ich halte es für möglich, dass wir danach wieder mit mehr Aktivitäten rechnen können.“ Dass die Menschen die Kaiserstraße wieder annehmen, bemerke er jetzt schon.

Kaiserstraße, Blickrichtung Westen, am späten Mittag
Die Karlsruher Fußgängerzone ist im Aufwind: Das sagen Untersuchungen der Marktforscher von Hystreet. Auch die Stadtverwaltung registriert die Zeichen eines Aufschwungs. Foto: Holger Keller

„Es ist nicht direkt messbar für uns, aber ich habe das Gefühl, dass wieder mehr Menschen die Innenstadt besuchen“, sagt Schlaile. Eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens Hystreet zeigt dies bereits. Bei einem Pressegespräch hatte die Stadtverwaltung zusammen mit der City Initiative Karlsruhe bereits auf diese Erholung nach der Coronadelle hingewiesen.

Einer neugestalteten Kaiserstraße blickt auch Annette Wahl vom Geschäft Hut Nagel mit Freude entgegen. Die vergangenen Jahre hätten den Unternehmen an der Einkaufsstraße viel abverlangt. „Es ist schon ein wenig schmuddelig. Wenn die Straße frisch gekehrt wurde, sieht es noch ungepflegt aus.“

Ältere Kunden sehnen sich nach alter Einkaufsstraße

Das wirke sich auf das derzeitige Einkaufsverhalten ihrer Kundschaft aus: „Es gibt Kunden, die in die Stadt zu uns ins Geschäft kommen und nach ihrem Einkauf sofort wieder nach Hause fahren.“

Bummeln oder Flanieren, vorbei an den Schaufenstern der Unternehmen, gehöre für diese Menschen nicht mehr zum Besuch der Stadt. „Die Älteren unter den Karlsruherinnen und Karlsruhern kennen noch die alte Kaiserstraße“, berichtet sie. Diese Menschen würden sich nach den alten Zeiten sehnen.

Wenn alles neu gemacht worden ist, kann es besser laufen.
Annette Wahl
Einzelhändlerin, Hut Nagel

Die Aussicht auf die neue Gestaltung der Fußgängerzone begrüßt Wahl ausdrücklich. „Wenn alles neu gemacht worden ist, kann es besser laufen“, hofft die Unternehmerin.

Ohnehin würden aktuell vor allem die Geschäfte unmittelbar an der Baustelle die Auswirkungen spüren. „In den Nebenstraßen, in der Waldstraße beispielsweise, geht es dem Handel ja aktuell ja noch besser.“

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