Skip to main content

Bauarbeiten in Karlsruhe

Der nächste Schritt zur Kombilösung: Über dem Autotunnel entsteht der Boulevard Kriegsstraße

Nicht an einem Strang, aber Stückchen für Stückchen werden die Gleise für die oberirdische Straßenbahn auf dem Autotunnel verlegt. Noch ein Jahr zieht sich die ganze Puzzelei, bis die Kombilösung für die Karlsruher endlich aufgehen soll.

Geschient: Die Kriegsstraße hat auf ihrem Zentralabschnitt beim Nymphengarten (links) den ersten Schienenstrang bekommen. Der City-Boulevard nimmt Gestalt an. Foto: Jörg Donecker

Das Karlsruher Kombi-Puzzle geht weiter: Zu dem 3,5 Kilometer langen Doppelgleis im U-Strab-Tunnel kommt jetzt auch Stück für Stück die neue oberirdische Schiene auf dem künftigen City-Boulevard Kriegsstraße dazu. Wie in der Röhre unter der Kaiserstraße sollen die Straßenbahnen nach dem aktuellen Plan der Kombi-Bau-Strategen in einem Jahr auch auf den 1,6 Kilometer Neubau-Gleisen im Mittelrasen einer Kriegsstraße mit Allee auf dem Autotunnel rollen.

Dabei läuft der Gleisbau auf der Kriegsstraße ungewöhnlich ab: Da wird nicht einfach im Osten beim Mendelssohnplatz angefangen und dann dieses Schienenprojekt an einem Strang bis ans Westende am Karlstor durchgezogen. Sondern es wird abschnittsweise gepuzzelt. Nun ist der Zentralabschnitt zwischen den Einmündungen von Lamm- und Ritterstraße dran.

Bis Mitte Dezember 2021 bleibt es wohl noch eng

Beim Nymphengarten haben die Arbeiter gestern am ersten Stückchen gearbeitet. Bis Weihnachten werden dort die vorläufigen Blindschienen komplett sein. Schließlich haben die Gleisverleger mitten auf der Kriegsstraße freies Baufeld. Der Autoverkehr rollt am Nymphengarten bereits auf seinen neuen oberirdischen Fahrbahnen an den Seiten des Boulevards.

Auf weiter Strecke der Kriegsstraße, besonders beiderseits des Ettlinger Tors und am Karlstor, geht es dagegen noch recht eng zu. Dort fehlt dem Autotunnel der Deckel. Ist der aber erst mal drauf, soll es 2021 in der Kriegsstraße weiter wie am Schnürchen bis zur Eröffnung des Boulevards Mitte Dezember laufen, sagt Achim Winkel, Sprecher der Kombi-Bauherrin, der städtischen Kasig. Dann wird das Kriegsstraßen-Gleis von beiden Seiten auf das Ettlinger Tor zu wachsen.

Das Schlussstück wird am Karlstor im nächsten Spätsommer eingesetzt und mit einem Gleisdreieck an die Karlstraße angeschlossen. Unter dem momentanen Provisorium – der Schienenbrücke über die Baugrube – wird in zwei Wochen mit dem Betonieren des letzten Autotunnelblocks begonnen.

Ganz im Osten liegen die Gleise schon komplett im gemachten Bett. Dort sprießt das Gras im „Grüngleis“, und neue Bäume überkronen die Verkehrsinseln. Vom Erhardboulevard, wo die Tunnelrampen beginnen, bis einschließlich des Verkehrsknotens Mendelssohnplatz mit seinem eingebauten Gleis-Viereck könnten die Bahnen bereits in die Rüppurrer Straße oder auf die Trasse in der Fritz-Erler-Straße einbiegen. Auch der Schienenstrang, der bei der Volksbank aus der Kapellenstraße kommt, ist angeschlossen. Viele Masten stehen dort auch schon. Nur mit der Oberleitung lässt sich die Kasig noch Zeit. Schließlich brauchen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) erst ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2021 die Schienen für ihre neue Kriegsstraßen-Bahn.

Tunnelfortsatz zum Parkhaus

Vorerst wieder geschlossen ist die gerade erst eröffnete provisorische Einfahrt ins Parkhaus des Einkaufszentrums „Ettlinger Tor“ direkt von der Kriegsstraße aus. Da dort gerade der unterirdische Direktanschluss des Parkhauses an den Autotunnel gebaut wird, können die Parkdecks nicht mehr oberirdisch durch das gewohnte Tor zur Auffahrtspindel angesteuert werden.

Für den Ansturm im Advent hat das Tiefbauamt eine enge Kehre zu einer Ersatzeinfahrt angelegt, am Montagmittag war sie abgesperrt. Das Parkhaus ist jetzt vorerst weiter nur über die Ein- und Ausfahrt in der Lammstraße angebunden. Dort stehen uniformierte Verkehrslenker, die mit Absperrhütchen auch bei starkem Andrang im Weihnachtseinkaufstrubel eine Verstopfung der Lammstraße mit Rückstau in der Kriegsstraße verhindern sollen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang