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Reaktionen auf Event

Dezentraler Ansatz überzeugt Zuschauer der Karlsruher Schlosslichtspiele

Die Reaktionen der Besucher auf die Karlsruher Schlosslichtspiele sind überwiegend positiv. Was vielen Karlsruhern aber fehlt, ist die Bewirtung am Schloss.

In der Stadt verteilt: Nach den Vorstellungen am Schloss sollen die Zuschauer die Lichtinstallationen in der Stadt betrachten. Die Besucher haben Verständnis für diesen dezentralen Ansatz. Foto: Jörg Donecker

Die Picknick-Decken sind verteilt, die Besucher treffen nach und nach ein: Die Schlosslichtspiele Karlsruhe können losgehen. Das Festival spielt sich erstmals verteilt auf mehreren Plätzen in der Innenstadt ab.

Verschiedene Gebäude wie zum Beispiel das Naturkundemuseum und Fassaden am Marktplatz werden angeleuchtet. Auch der Stammsitz der BNN in der Lammstraße erstrahlt anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Verlags blau.

Die Zuschauer werden beim Light Festival dazu animiert, durch Karlsruhe zu schlendern. Das soll verhindern, dass sich die Massen vor dem Schloss stauen und es angesichts der geltenden Abstandsregeln „zu kuschelig“ wird. Doch was sagen die Besucher zu diesem dezentralen Ansatz?

Ralf Augustin klappt nach dem ersten Block des Abends seinen Stuhl zusammen. Er besucht seine Tochter in Karlsruhe und ist zum ersten Mal bei den Schlosslichtspielen. „Es war total überwältigend. Ich war erstaunt über die vielen Lichteffekte.“ In seinem Heimatort Lauchringen gebe es nichts Vergleichbares.

Ralf Augustin aus Lauchringen ist zu Besuch in Karlsruhe. Er nutzt die Chance, um neben den Schlosslichtspielen auch die Stadt zu erkunden. Foto: Julian Meier

„Ich finde den dezentralen Ansatz super. Da kommt die Stadt noch mehr zur Geltung“, erklärt er. „Ich habe meinen Besuch bei meiner Tochter extra verlängert, um die Schlosslichtspiele mitzuerleben. Es ist toll, was die Stadt da auf die Beine gestellt hat.“

Er und seine Tochter ziehen weiter Richtung Marktplatz. Am Gebäude der BNN betrachtet Astrid Ottenhues die Lichtinstallation. „Dieses Jahr ist es irgendwie nicht das gleiche“, sagt die Karlsruherin.

Astrid Ottenhues vermisst die Foodrucks und Getränkebuden, die es vor Corona direkt am Schloss gegeben hat. Foto: Julian Meier

Die virtuelle Edition im vergangenen Jahr hat sie nicht angeklickt. „Ich war ohnehin täglich im Homeoffice und wollte abends nicht noch länger auf den Bildschirm starren“, erklärt Ottenhues.

Karlsruherin vermisst Bewirtung am Schloss

„Ich finde die Idee mit den verschiedenen Stationen in der Stadt gut und verstehe auch den Gedanken dahinter, doch das Highlight ist und bleibt das Schloss“, sagt sie.

Für sie war es in der Vergangenheit immer toll, dort den ganzen Abend zu verbringen, sich mit Freunden zu treffen und gemeinsam zu essen und zu trinken. Sie habe immer das lange Verweilen genossen, das dieses Jahr aber nicht angesagt ist. Corona geschuldet verzichten die Veranstalter auch auf Getränkebuden und Foodtrucks.

Den virtuellen Sonnenuntergang auf den Fassaden bei der Pyramide habe sie nicht wirklich gut erkennen können. „Der Kontrast hat nicht ganz gepasst. Es sah ein bisschen verschwommen aus, da habe ich mir mehr erhofft.“ Umso mehr überzeugt war sie jedoch vom bunten Wasserspiel am Festplatz.

Zuschauerin besonders von „Karlskompensator“ begeistert

Josephine Simon steht auch am BNN-Gebäude und betrachtet die blaue Fassade. Sie ist im vergangenen Jahr nach Karlsruhe gezogen. Für sie sind es die ersten Schlosslichtspiele. „Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ich freue mich auf die weiteren Abende“, sagt sie.

Josephine Simon hat die Vorstellung „Karlskompensator“ am Schloss besonders gut gefallen. Foto: Julian Meier

Die Vorstellung „Karlskompensator“ am Schloss habe ihr besonders gut gefallen. „Die Show ist ein gutes Beispiel dafür, wie das Thema Künstliche Intelligenz erlebbar gemacht werden kann.“ Auf Empfehlung ihres Arbeitskollegen habe sie das Event besucht – bereut hat sie ihre Entscheidung nicht. Sie zieht weiter durch die Innenstadt.

Stefan Haßinger stellt gerade sein Fahrrad am Naturkundemuseum ab. Für den Karlsruher ist die abgespeckte Version der Schlosslichtspiele nicht vergleichbar mit den Vorjahren.

Stefan Haßinger und Kerstin Haßinger-Jung sind vom dezentralen Ansatz des Festivals überzeugt. Foto: Julian Meier

Dennoch: „In solchen Zeiten ist der dezentrale Ansatz ein guter Gedanke. Das entzerrt das ganze Event ein bisschen“, räumt er ein.

Besucherin vergleicht Schlosslichtspiele mit Stadtfest

Haßinger kennt die Schlosslichtspiele bereits seit 2015. Von der Vorstellung „Matter Matters“ von Maxin10sity war er begeistert: „Das war mal wieder bombastisch. Ich fand es spannend, wie die Architektur des Schlosses bei der Vorstellung zur Geltung kam.“

Es hat schon fast etwas von einem Stadtfest. Man kann Karlsruhe nebenher erkunden.
Kerstin Haßinger-Jung, Zuschauerin

Seine Schwester Kerstin Haßinger-Jung aus Umkirch bei Freiburg hat ihren Bruder besucht und die Chance genutzt, das Event mitzuerleben. „Es hat schon fast etwas von einem Stadtfest. Man kann Karlsruhe nebenher erkunden“, sagt sie.

Gegenüber des Naturkundemuseums sitzen Eva Elster und Greta Ruhrmann. Die zwei haben es sich auf einem Longboard gemütlich gemacht, eine Decke übergeworfen und betrachten in Ruhe die Quallen, die auf das Museum projiziert werden. Elster ist aus Heidelberg und zu Besuch bei ihrer Karlsruher Freundin.

„Es ist beeindruckend, wie das Schloss in Szene gesetzt wird.“ Von der Show „Karlskompensator“, die zur Reise durch die Geschichte der Fächerstadt einlädt, war Elster besonders angetan: „Die Botschaft dahinter, wie der Mensch und die Natur in Verbindung stehen, fand ich sehr interessant“, sagt sie.

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