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Ein Drittel der Grünen kandidiert nicht mehr

Grünen-Urgestein Renate Rastätter verabschiedet sich aus Karlsruher Gemeinderat

Unabhängig vom Aushang der Kommunalwahl in Karlsruhe ist klar: Das Gesicht des Gemeinderats verändert sich. Denn bekannte Stadträte treten erst gar nicht mehr an.

Renate Rastätter war von 1996 bis 2011 war Abgeordnete der Grünen im Landtag.
Renate Rastätter war von 1996 bis 2011 Abgeordnete der Grünen im Landtag. Foto: A3537 Marijan Murat

Aus dem Karlsruher Gemeinderat werden sich viele namhafte Kommunalpolitiker verabschieden. Sie treten bei der Kommunalwahl im Sommer 2024 nicht mehr an. Nachdem bereits bei der CDU, der FDP und den Linken entsprechende Entscheidungen öffentlich wurden, gibt es nun ebenso Klarheit mit Blick auf die Grünen. Sie verlieren wahre Urgesteine.

Mit 15 Mitgliedern stellen die Grünen aktuell die größte Fraktion im Gemeinderat. Fünf davon – also ein Drittel – finden sich im kommenden Jahr nicht auf dem Stimmzettel. Renate Rastätter, Johannes Honné, Michael Borner, Christine Weber und Christina Bischoff treten nicht mehr an. Sie gingen bei der Aufstellung der Liste am Wochenende entsprechend nicht mehr ins Rennen.

Weber gehörte dem Gremium seit 2019 an, Bischoff rückte 2020 für die ausgeschiedene Berthe Obermanns nach. Während beide Frauen relativ neu sind im Gemeinderat, verliert die Grünen-Fraktion vor allem mit Renate Rastätter eine extrem erfahrene Kommunalpolitikerin.

Stadträtin war sie von 1984 bis 1994 und dann wieder seit 2014. Von April 1996 bis April 2011 war sie Abgeordnete der Grünen im Landtag. Zudem gehörte sie dem Kreisvorstand an.

Keine Kandidatur nach 35 Jahren mit Mandat

„Alles in allem hatte ich über 35 Jahre hinweg Mandate bei den Grünen“, sagt die 76-Jährige. Eigentlich habe sie nach ihrer Zeit im Landtag nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren wollen. Man habe sie aber gebeten, sich einzubringen. In der Folge wurde sie 2014 für fünf Jahre in den Gemeinderat gewählt.

Im Jahr 2019 wiederum habe es in den Reihen der Grünen-Fraktion eine relativ hohe Fluktuation und danach entsprechend viele Neue im Gemeinderat gegeben. Rastätter trat also nochmals an, um ihre Erfahrung einzubringen.

„Für mich war klar, dass ich dann auch die komplette Periode dabeibleibe. Taktische Spielereien mache ich nicht“, so Rastätter. Überhaupt sei die Zeit jetzt eine wunderschöne Erfahrung: „Die junge Generation ist anders aufgestellt, als wir es damals waren.“ Nun habe sie jedoch ein Alter, in dem es Zeit werde für neue Perspektive. „Ich bleibe aber ein aktiver Mensch und werde nicht von heute auf morgen eine Couchpotato.“

Michael Borner ist im kommenden Jahr 18 Jahre Stadtrat. „Dann dürfen auch mal andere ran“, sagt er. Schon 2019 habe er eigentlich nicht mehr antreten wollen, sich dann aber von seiner Fraktion überzeugen lassen. „Außerdem verlasse ich im kommenden Jahr Deutschland“, so Borner. Er plane eine längere Weltreise.

Seit 2009 sitzt Johannes Honné im Gemeinderat. Er erklärt: „Schon vor der letzten Wahl hatte ich meiner Frau versprochen, nicht noch einmal zu kandidieren.“ Nach fast 40 Jahren im Verkehrsclub Deutschland (VCD) und bei den Grünen, „davon 15 Jahre Vollgas im Gemeinderat“, beginne absehbar ein Jahr nach der beruflichen auch die politische Rente. „Dabei habe ich ein gutes Gewissen, weil viele jüngere Grüne Verantwortung übernehmen wollen.“

Karlsruher CDU-Fraktion muss auf Ehlgötz verzichten

Auch andere Fraktionen verlieren bekannte Gesichter. Schon vor einiger Zeit erklärte Thorsten Ehlgötz von der CDU, dass er nicht mehr antritt. Er ist seit 1999 Stadtrat und war schon mal Stimmenkönig. Die Aufstellung der Liste erfolgt bei den Christdemokraten erst im neuen Jahr.

Bei der FDP verzichtet Tom Hoyem auf eine Kandidatur, er ist seit 2004 Stadtrat. Und die FDP muss zudem ohne Karl-Heinz Jooß auskommen, der seit 1999 im Gemeinderat sitzt. Bei den Linken tritt Lukas Arslan (früher Bimmerle) nicht mehr an. Er wurde 2019 erstmals gewählt.

Bei der SPD wollen es alle sieben Stadträte nochmals wissen. Auch bei der KAL, Für Karlsruhe, den Freien Wählern und der AfD gibt es niemanden, der aufhören will. Bisher nicht erklärt haben sich die beiden Stadträte von „Die Partei“.

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