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Marktplatz ist Hotspot

Diebstahl, Einbruch, Betrug am Telefon: Mehr Straftaten im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

Diebstahl, Einbruch, Betrug am Telefon: In mehreren Bereichen verzeichnet die Polizei einen Anstieg der Delikte. Das hat auch mit den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen zu tun.

Hotspot Karlsruher Marktplatz: Hier verzeichnen die Beamten besonders häufig Straftaten im öffentlichen Raum. Auch der Schlossvorplatz taucht in der Kriminalstatistik auf.
Hotspot Karlsruher Marktplatz: Hier kommt es laut Polizei immer wieder zu Straftaten. Auch der Schlossvorplatz taucht in der Kriminalstatistik auf. Foto: Rake Hora

Die Zahl der Straftaten im Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das Polizeipräsidium Karlsruhe verzeichnet in seiner aktuellen Kriminalstatistik für das Jahr 2022 insgesamt 42.458 Straftaten. Im Vergleich zu 2021 sei das ein Anstieg von 8,6 Prozent. Gleichzeitig ist laut Polizei die Aufklärungsquote um 6,8 Prozentpunkte auf 58,9 Prozent zurückgegangen.

Den Anstieg der Straftaten führt die Polizei auch auf die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen im vergangenen Jahr zurück. Das öffentliche Leben habe 2022 wieder zugenommen, das habe auch zu mehr Straftaten im öffentlichen Raum geführt, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Insgesamt ist von 19.421 Fällen die Rede – laut Polizei entspricht dies einem Anstieg von 14 Prozent.

Häufigstes Delikt im Stadt- und Landkreis Karlsruhe: Diebstahl

Den größten Anteil der Straftaten insgesamt machen nach Angaben der Polizei Diebstähle aus. Im vergangenen Jahr belaufe sich die Zahl auf 5.312 Fälle, das sind 1.789 Fälle mehr als noch 2021.

Auch die Zahl der Rohheitsdelikte im öffentlichen Raum – dazu zählen Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit – hat zugenommen. Insgesamt 2.641 Fälle tauchen in der aktuellen Kriminalstatistik auf, das entspricht einem Anstieg von 16 Prozentpunkten. Gesunken ist im Stadt- und Landkreis Karlsruhe hingegen die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte im öffentlichen Raum auf 3.616 Fälle.

Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat den Angaben zufolge auf die Zunahme der Straftaten im öffentlichen Raum reagiert und Personenkontrollen verstärkt. Besonders betroffen ist laut Kriminalstatistik das Gebiet um den Marktplatz und den Schlossvorplatz.

Mehr Fälle von Telefonbetrug

Sehr beschäftigt hat die Beamten im vergangenen Jahr auch das Thema Telefonbetrug. Insgesamt 885-mal seien Betroffene von einem „angeblichen Polizeibeamten“ angerufen worden. Das entspricht laut Polizei einem Anstieg von 40 Prozent. In 22 Fällen seien die Täter zum Ziel gekommen, der finanzielle Schaden belaufe sich auf 671.382 Euro. 14 Fälle konnten aufgeklärt werden.

Insgesamt 576-mal wurden Menschen im Stadt- und Landkreis Opfer des sogenannten „Enkeltricks“ oder eines „Schockanrufs“. Hier seien die Anrufer in 24 Fällen zum Ziel gekommen und gelangten so an eine Summe von 642.318 Euro. Elf Fälle wurden aufgeklärt, so die Statistik.

„Für die meist lebensälteren Tatopfer von Anrufstraftaten gehen mit den immensen wirtschaftlichen Verlusten immer auch hohe immaterielle Schäden, insbesondere tiefe persönliche Betroffenheiten, einher“, so Polizeipräsidentin Caren Denner.

Unterdessen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr ebenfalls gestiegen – was nach Angaben der Polizei auch auf die Pandemie zurückzuführen ist. Homeoffice und Reisebeschränkungen hätten in den Jahren zuvor Einbrüche verhindert, im Jahr 2022 verzeichnen die Beamten insgesamt 504 Fälle.

Bereits im vergangenen Jahren habe man deswegen Maßnahmen ergriffen, wie etwa zusätzliche Kontrollen. So sei es Ende 2022 und Anfang 2023 gelungen, fünf Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen. Diese kämen auch für zurückliegende Wohnungseinbrüche in Betracht, heißt es in der Kriminalstatistik.

Gewalt gegen Polizeibeamte steigt

Die Zahl der Gewalt gegen Polizeibeamte ist seit Jahren auf einem hohen Niveau, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Für 2022 sind in der Statistik für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe 141 Fälle von Widerstand gegen Polizeibeamte (plus 45 Fälle) verzeichnet. Angriffe gegen Polizisten habe es 173-mal gegeben (plus 34 Fälle). 203 Polizisten wurden dabei im vergangenen Jahr leicht und vier schwer verletzt.

Bereiche, in denen die Zahlen 2022 rückläufig waren, sind die Cyberkriminalität (2.530 Delikte) sowie Rauschgiftkriminalfälle (2.842 Fälle). Mehr geworden sind wiederum die Fälle von häuslicher Gewalt/Partnergewalt: Hier verzeichnen die Beamten 892 Taten, das sind 47 mehr als im Jahr 2021.

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