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Droht ein Verkehrschaos?

Diese Folgen hat die Sanierung des Edeltrud-Tunnels für die benachbarten Karlsruher Stadtteile

Im April beginnen die Sanierungsarbeiten am Edeltrudtunnel, während der Sommerferien steht dort in Richtung Osten zeitweise nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. In den angrenzenden Stadtteilen befürchten Anwohner, dass Autos auf der Suche nach Umfahrungen die Wohnquartiere fluten könnten.

Nadelöhr: Wenn sich der Verkehr auf der Südtangente staut, ist die Belchenstraße im Weiherfeld ein gern frequentierter Schleichweg. Schon blicken die dortigen Anwohner der Sanierung des Edeltrudtunnels mit Grausen entgegen. Foto: Jörg Donecker

Bei den Bürgern der Stadtteile nahe des Edeltrudtunnels ist die Sorge groß: Rollen da in absehbarer Zeit Tausende Autos durch Dammerstock, Weiherfeld und Südweststadt?

Der Grund für die Befürchtung ist sehr konkret: Der Tunnel muss umfassend saniert werden. Nach annähernd 33 Jahren bedarf die Betriebstechnik des 609 Meter langen und stark frequentierten Bauwerks dringend der kompletten Erneuerung.

Laut Stadtverwaltung ist wegen der Sanierung über die Sommermonate eine halbseitige Sperrung des Tunnels mit teilweise einstreifiger Verkehrsführung in West-Ost-Richtung unabdingbar. Von Juli bis September sind diese Arbeiten terminiert, die voraussichtlich die größten Verkehrsbehinderungen mit sich bringen werden. Immerhin nehmen Tag für Tag rund 80.000 Autos die Südtangente unter die Räder, unter ihnen viele Lastautos.

Bereits im April beginnen die Sanierungen. Laut Martin Kissel, dem Leiter des städtischen Tiefbauamts, sind die Arbeiten auf andere Vorhaben abgestimmt. Auf der Autobahn finden im Nahbereich zeitgleich keine Bauarbeiten statt, und auch die Arbeiten am Kreisverkehr nahe der Grünwinkler Straße sind dann längst beendet. Man plane so, dass negative Konsequenzen auf den Verkehr in den Stadtteilen auf ein Minimum beschränkt blieben, betonen Kissel und der Projektverantwortliche Tobias Pfister. Stets werde man situationsabhängig reagieren.

Schleichwege

Wenn es sich infolge der Bauarbeiten am Tunnel staut, werden erfahrungsgemäß viele ortskundige Fahrer ihr Heil in Schleichwegen suchen. Joachim Hornuff, Vorsitzender des Bürgervereins Weiherfeld-Dammerstock, weiß aus Erfahrung, wo sie verlaufen: Der Ost-West-Verkehr fährt demzufolge am Schwarzwaldkreuz hinterm Hauptbahnhof von der Südtangente ab und nutzt die Ettlinger Allee in südlicher Richtung.

Über Nürnberger Straße und Alb geht es dann vielfach in die Belchenstraße und von dort aus weiter in die Straße Im Weiherwald. Über die L605 erreicht dieser Umfahrungsverkehr dann die Südtangente südlich des Brauerboulevards. Auch ortskundige Fahrer, die auf der Tangente von der Rheinbrücke Richtung Autobahndreieck Karlsruhe unterwegs sind, nutzen im Stau-Fall diese Variante: Sie biegen auf die L605 ab, um wenig später den Weiherwald in Richtung Weiherfeld zu passieren.

Nadelöhr Belchenstraße

Für Weiherfeld ist das ebenso wie für den Dammerstock eine Belastung – vor allem für die Belchenstraße. Herrscht in der beschaulichen Wohnstraße mit einseitiger Parkierung Begegnungsverkehr, dann lenken viele Autofahrer ihren Wagen vorübergehend auf den freien Fußweg, zumal diesen nur ein abgesenkter Bordstein von der Fahrstraße trennt.

Dort indessen sind zu Zeiten des normalen Schulbetriebs oft Kinder unterwegs, verdeutlicht Joachim Hornuff. Seit einem Jahr wartet der Bürgerverein in dieser Sache auf eine Stellungnahme der Stadt, sagt Hornuff. Und warnt davor, dass sich die Gefahrenlage verschärft, sobald die monatelangen Behinderungen auf der Südtangente beginnen.

Konferenz mit Bürgervereinen

Mitte des Monats wollen sich das städtische Tiefbauamt und das Regierungspräsidium mit den von möglichen Verkehrsbehinderungen infolge der Tunnelarbeiten betroffenen Stadtteilen respektive den dortigen Bürgervereinen per Online-Konferenz austauschen. „Gut und positiv“ findet diese Kommunikation Manuel Hitscherich, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins Bulach. Auch Bulach könnte von zusätzlichem Verkehr betroffen sein.

Dann nämlich, wenn infolge von Staus auf der Südtangente auch auf der L605 Richtung Innenstadt nichts mehr geht. Dann schlängeln sich manche durch Litzenhardtstraße und Bulacher Loch nach Norden. Bislang nicht einbezogen ist laut seinem Vorsitzenden Vlado Bulic der Bürgerverein der Südweststadt. Nach den Erfahrungen des städtischen Tiefbauamts jedoch ist etwa die Ebertstraße auch nicht die erste Wahl der Autofahrer, wenn es um Schleichwege geht, die am Edeltrudtunnel vorbeiführen.

Erfahrungen vom Vorjahr

Dass die Staus auf der Südtangente zeitweise beträchtliche Ausmaße annehmen werden, ist so gut wie sicher. Einen Vorgeschmack gab es im vergangenen Jahr, als weiter im Westen zwischen Knielinger Brücke und Rheinbrücke gearbeitet worden war. Zeitweise staute es viele Kilometer weit.

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