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Kinder- und Jugendzirkus Maccaron

Dieser renommierte Trapezkünstler sorgt für die Sicherheit der Karlsruher Nachwuchsartisten

Wer hält nicht den Atem an, wenn Luftakrobaten im Zirkus waghalsige Kunststücke zeigen? Beim Karlsruher Kinder- und Jugendzirkus Maccaroni turnt die Gefahr mit - aber auch der Südafrikaner José Batista do Rego.

Mutig: Trapezturnerinnen wie Anouschka Neumann verlassen sich auf Team und Technik. José Batista do Rego erarbeitet weltweit mit Trainerinnen, worauf es ankommt. Dazu besucht der Mann aus Kapstadt auch das Zelt des Karlsruher Kinder- und Jugendzirkus Maccaroni. Foto: Jörg Donecker

Hoch oben im Zirkuszelt ist José Batista do Rego zu Hause. In Kapstadt hat der Südafrikaner schon atemberaubende Luftnummern am Trapez gezeigt, in den USA und im kanadischen Montreal, als Mitglied des Cirque du Soleil.

Inzwischen ist Batista do Rego auch oft in Freiburg, Mannheim und Karlsruhe zu Gast. Dort bleibt er am Boden: Als Fachmann der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Zirkuskünste Baden-Württemberg gestaltet er Workshops für Sicherheit, besonders bei der Luftakrobatik.

Zirkustrainerinnen besuchen sich

Im Karlsruher Kinder- und Jugendzirkus Maccaroni sieht der erfahrene Artist der 20-jährigen Anouschka Neumann zu, wie sie ein paar einfache Übungen am Trapez vormacht. Die junge Frau aus Weingarten ist oft im Zirkuszelt im Otto-Dullenkopf-Park an der Wolfartsweierer Straße. Sie trainiert den Nachwuchs und ist selbst Trapezkünstlerin.

Ein Dutzend Gleichgesinnter versammelt der Workshop-Leiter an diesem Tag um sich. Zu den Karlsruher Zirkusleuten sind auch Trainerinnen des Circus Odini aus dem Östringer Ortsteil Odenheim gekommen.

Alle Trainerinnen halten coronagerecht Abstand, die kreisrunde Plane in der Mitte der Arena erleichtert das. Auf einem langen Holztisch liegen Karabiner, Bandschlingen und Seilrollen neben langen roten und weißen Tüchern. Auch sie sind Requisiten der Vertikalartistik.

Irmgard Schucker sitzt mit in der Runde. Sie hat die Anfänge des Zirkusprojekts zum Mitmachen, das 2001 im Kinder- und Jugendhaus Durlach begann, mitgestaltet. Als der Kinder- und Jugendzirkus Maccaroni immer mehr Teilnehmer und Zuschauer aus dem ganzen Stadtgebiet begeisterte, zog er auf das neue, große Areal zwischen Oststadt und Südstadt-Ost.

Heute füllt das Mitmachprojekt mehrere Rundzelte, Hütten, Container und Bauwagen. Im Winter wird die Sporthalle des Jugendbegegnungszentrums (jubez) am Kronenplatz genutzt.

Technik ist nicht alles

Anouschka Neumann lässt die Hände los. Die „Fledermaus“ ist eine einfache, aber hübsche Figur. Die Trapezturnerin streckt die Arme aus. Eine dicke Matte wie für Hochspringer liegt unter ihr in der Manege. José Batista do Rego ist zufrieden. Die technische Sicherung ist einwandfrei, vom Verankerungspunkt der Seile bis zum Schraubkarabiner am Zeltmast.

Technik ist aber nur ein Teil des komplexen Themas. Die versammelten Trainerinnen haben Erfahrung mit weiteren Tücken: nachlassende Konzentration, tückische Routine, Informationslücken. Der Artist aus Kapstadt ermutigt sie, wachsam zu bleiben. Denn die Gefahr turnt mit.

Eine unaufmerksame Sekunde genügte, und José Batista do Rego stürzte - acht Meter tief. Ein leichter Hörschaden blieb. Das Risiko zu kennen, sei aber die Grundlage für ein angemessenes Selbstbewusstsein, meint der Leiter des Workshops: „Ich will keine Angst machen, sondern gebe Sicherheit.“

Den Workshop Sicherheit mit Schwerpunkt Luftakrobatik veranstaltet die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Zirkuskünste Baden-Württemberg nach und nach in allen Kinder- und Jugendzirkusprojekten im ganzen Land. Die LAG, dessen Vorstand Irmgard Schucker angehört, ist ein Netzwerk für alle Zirkusgruppen in Baden-Württemberg. Sie organisiert den Austausch und Fortbildungen zu organisatorischen, technischen und choreografischen Fragen.

Rund um das Aktions- und Zirkusbüro im Otto-Dullenkopf-Park finden von Ostern bis zu den Herbstferien trotz Corona offene Trainingsangebote, Kurse, Ferien- und Schulprojekte statt.

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