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Entscheidung im Gemeinderat

Finanzierung des Karlsruher Drogenkonsumraums ist dauerhaft gesichert

Der erste Drogenkonsumraum Baden-Württembergs ist ein Erfolg – und kann nun in eine sichere Zukunft blicken. Nach der Entscheidung des Karlsruher Gemeinderats ist die Finanzierung gesichert.

Im Drogenkonsumraum in der Karlsruher Kriegsstraße bekommen Abhängige steriles Besteck gestellt, um Infektionen zu vermeiden. Foto: Uli Deck/dpa

Der Karlsruher Gemeinderat hat am Dienstag einstimmig beschlossen, den Drogenkonsumraum K76 in der Kriegsstraße dauerhaft weiterzuführen und die dafür erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen. Etwas mehr als 200.000 Euro kostet der Betrieb jährlich.

In dem Raum, der im Dezember 2019 gleich neben der Drogenkontaktstelle „Get In“ eröffnet wurde, können Abhängige in hygienischer Umgebung und unter medizinischer Beobachtung Drogen wie beispielsweise Kokain oder Heroin konsumieren. Steriles Spritzbesteck wird ihnen hierfür gestellt.

Bei der Sitzung am Dienstag bewerteten die Gemeinderäte den Raum als Erfolgsmodell. Verena Anlauf (Grüne) verwies auf die Leben, die Mitarbeiter der Einrichtung rettetet haben. In den ersten beiden Jahren konnten die Mitarbeiter des Drogenkonsumraums in fünf Fällen von lebensbedrohlichen Überdosierungen erfolgreich eingreifen.

Von einem guten und alternativlosen Weg sprach Karl-Heinz Jooß (FDP) mit Blick auf den Drogenkonsumraum. Max Braun (KAL/Die Partei) betonte: „Es wird Vertrauen aufgebaut und Vorbehalten werden abgebaut.“ Es verwies zudem darauf, dass zahlreiche Betroffene in weitere Unterstützungsangebote vermittelt werden konnten.

Wunsch nach Öffnung am Sonntag

Die Fraktionen SPD, KAL/Die Partei und Die Linke äußerten ihren Wunsch, dass der Drogenkonsumraum in Zukunft auch am Sonntag öffnet. Derzeit sind die Öffnungszeiten Montag bis Samstag sowie an Feiertagen von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Die AWO Karlsruhe trägt und betreibt den Konsumraum K76 genauso wie das „Get In“. Für die Steuerungsgruppe aus Stadt, Polizei, Staatsanwaltschaft und Sozialarbeitern ist das Angebot ein Erfolg. Der K76 war der erste Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg, mittlerweile gibt es auch Pläne für ähnliche Einrichtungen in Stuttgart und Mannheim.

Auch der Alkoholakzeptierende Aufenthaltsraum A³ wird dauerhaft bestehen bleiben. Für diesen beschloss der Gemeinderat die Fortführung unter Bereitstellung von jährlich rund 155.000 Euro.

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