Skip to main content

Platz in Durlach wird zum März startklar

Camping in Karlsruhe bald wieder möglich: Sind Monteure die ersten Gäste?

Camping ist der Hit in Coronazeiten. Das verspricht für Karlsruhes einzigen Campingplatz einen Super-Restart nach langer Zwangspause, gründlicher Aufwertung und schon mal kurzem Comeback vor dem Pandemie-Winter.

Endspurt: Der Umbau des Campingplatzes Durlach ist weit gediehen. Oliver Sternagel, Chef der Bäderbetriebe Karlsruhe (links), und der Leiter des Campingplatzes, Rocco Trunz, verfolgen die Umsetzung der Pläne. Foto: Jörg Donecker

Durch das offene Tor des Campingplatzes an der Pfinz in Durlach rollt wieder mal ein Wohnmobil. Dieses kommt aus Speyer, verrät das Autokennzeichen. Überraschenden Besuch bekommt Rocco Trunz, der Betriebsleiter des gerade wieder entstehenden Campingplatzes, jeden Tag. „Die Leute kommen und gucken“, sagt Trunz. Die Kommentare ähneln sich: „Es wird Zeit“, sagen die Leute oder: „Wir haben gewartet, bis es hier wieder losgeht.“

In der Pandemie ist das Schlafen in Wohnwagen, Zelt und Co. noch attraktiver geworden. Da trifft es sich gut, dass der rund 3,7 Hektar große Campingplatz nach fast drei Jahren Umbaupause jetzt endgültig aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

Im September kam Oliver Sternagel, der inzwischen als Chef der Karlsruher Bäderbetriebe auch für Karlsruhes einzige Camper-Oase zuständig ist, mit Erster Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, Bäderdezernent Martin Lenz und Durlachs Ortsvorsteherin Alexandra Ries an Trunz’ knuffig kleinem und knallig rot lackierten Alljahres-Wohnwagen zusammen. Anlass war der Neubeginn, eigentlich eher ein Testlauf. Denn bisher endet die Saison in Karlsruhe immer Ende Oktober.

Endspurt vor der Öffnung im März

Nun ist der Saisonstart im März die Perspektive. Wieder läuft auf dem Areal ein Endspurt. In zwei Wochen soll ein knappes Dutzend noch anzuliefernder Container gemeinsam wirken wie ein einziges Gebäude. Zwei Container hat die Stadt gekauft, neun weitere gemietet. Sie macht daraus ein Provisorium für zwei Jahre mit Empfang, Duschen, Behinderten-WC und Lager. Direkt daneben wird dann die Dauerlösung errichtet, während der Campingbetrieb schon läuft.

Ein großer Bagger räumt eine Fläche neben dem Zufahrtstor frei, ein kleinerer Bagger schaufelt innen eine flache Grube. Dort entsteht ein Kinderspielplatz mit Bodentrampolin, erklärt Sternagel. „Wir setzen hier unsere Leute ein, die in den Schwimmbädern arbeiten, die jetzt geschlossen sind“, sagt der Chef des Bäderamts. 1,4 Millionen Euro sind in die Neuaufstellung des Campingplatzes geflossen, für Ausstattung stehen noch 100.000 Euro extra bereit. Das reiche weit wegen der Eigenleistung, unterstreicht Sternagel.

Die Anlage soll Touristen locken

Wegen der Pandemie wackelt der Saisonstart. Keiner weiß, ob Touristen zum 1. März freie Bahn bekommen. Doch losgehen kann es mit Monteuren, versichert Rocco Trunz. „Das ist ein riesiger Markt. Diese Monteure reisen in eigenen Wohnmobilen, und wir haben hier genug Platz, damit sich alles verteilt.“

Auf der Anlage können bis zu 200 Wohnwagen und Camper stehen. Zusätzlich gibt es 50 Zeltplätze, aber nur noch zehn Plätze für Camper, die sich gleich für eine ganze Saison auf dem Platz einrichten. Die Strategie: Touristen sollen sich stärker angesprochen fühlen. Bis zur Schließung des Platzes Anfang 2018 bot die Anlage 80 Parzellen für Dauercamper und 100 Stellplätze für Touristen. Durchreisende auf Zwischenstopp nahe dem Autobahndreieck hatten dabei einen nennenswerten Anteil.

Freibad nebenan, Altstadt nahebei

Der einzige Campingplatz Karlsruhes in Sichtweite des Turmbergs kann mit dem benachbarten Freibad, dem weitläufigen Turmbergbad, und der Nähe zu Durlachs mittelalterlich geprägter Altstadt samt exzellentem Nahverkehr punkten. Drei-Sterne-Standard ist Sternagels Ziel für den Campingplatz Durlach.

Dass die Anlage als Anlaufpunkt für Camper so lange fehlte, drückte massiv die Übernachtungszahlen in Karlsruhe, hatte Luczak-Schwarz schon Ende 2020 bilanziert. Gerade bei Gästen aus Holland, Belgien, Luxemburg und Skandinavien sei das Gelände beliebt. Auch viele Karlsruher vermissten die Möglichkeit, dass ihre Gäste etwa bei Familienbesuchen dort übernachten konnten.

Tiny-Haus-Zeile als neue Attraktion

Eine zusätzliche Attraktion auf dem Durlacher Campingplatz soll eine Zeile von sechs Tiny-Häusern werden. Besucher können sie in der Saison buchen. Ein Tiny-Haus-Platz ist für ein Architektur-Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) reserviert. Den Wettbewerb gewannen im Oktober die Architekturstudenten Mena Ghaly und Merve Simsek. Sie entwarfen eine komplette Wohnung mit vier Schlafplätzen auf sieben mal drei Metern Grundfläche. Um Pfingsten 2021 wollen die Nachwuchsarchitekten mit dem Rohbau beginnen.

Läuft es gut an auf dem Campingplatz Durlach, bleibt es künftig vielleicht nicht bei der Schließzeit von Oktober bis März. Sternagel kann sich einen Ganzjahresbetrieb vorstellen. „Das entscheidet die Nachfrage. Wenn die da ist – sofort“, sagt Sternagel.

nach oben Zurück zum Seitenanfang