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Historisches Haus in Durlach

Vor dem Abriss gerettet: Karlsruhe-Durlach bekommt ein soziales Haus für Jung und Alt

Der Abriss des Torwärterhauses in Durlach stand schon bevor. Erst in letzter Minute riss bürgerschaftliches Engagement den Hebel herum. Jetzt soll sich das Gebäude aus dem Mittelalter sogar für die Allgemeinheit öffnen.

Neues Leben: In Nummer 32 in der Ochsentorstraße in Durlach wird das sanierte Torwärterhäuschen zur Adresse für Angebote an alle Altersstufen. Foto: Jörg Donecker

Vor dem Abriss gerettet und nun sogar bald öffentlich zugänglich: Beinahe etwas märchenhaft ist die jüngste Geschichte des Torwärterhauses am Rand der mittelalterlichen Durlacher Altstadt.

Gemeinsames, auch finanziell erhebliches bürgerschaftliches Engagement bewirkt, dass das schmale Häuschen des Torwärters, der einst am Ochsentor Wache hielt, zu einer neuen, sozialen und gemeinschaftlich genutzten Adresse in Karlsruhes größtem Stadtteil wird.

Ein Haus für Kinder und Jugendliche wird gestaltet in dem historischen Gebäude am nördlichen Ende der Ochsentorstraße. Geöffnet wird es aber auch für Vereine.

Eigentümerin bleibt die Stadt, ihr Hauptmieter wird der Verein Durlacher Selbst, der sozialen Zwecken verpflichtet ist. Der Ortschaftsrat Durlach gab dafür am Mittwochabend in öffentlicher Sitzung grünes Licht. Voraussichtlich ab Januar 2022 soll der Mietvertrag gelten.

Nicht alle Kinder haben zu Hause zum Feiern genug Platz.
Alexandra Ries, Ortsvorsteherin Durlachs

Weil parallel schon jetzt mit dem Durlacher Kinder- und Jugendhaus, der Schulsozialarbeit und Vereinen die Nutzung ausgeknobelt wird, öffnet sich die Tür des Torwärterhauses mit der Hausnummer 32 wohl auch praktisch bereits Anfang 2022.

Platz bietet das gerettete Gemäuer dann zum Beispiel für intensive Nachhilfe für Kinder, die wegen der Pandemie in der Schule etwas den Anschluss verloren haben. Abends können zum Beispiel Chöre oder Vereinsvorstände in dem historischen Gebäude zusammenkommen.

Platz selbst für Kindergeburtstage

Den künftigen Nutzern wird der Verein Durlacher Selbst als Hauptmieter nur einen kleinen Obolus abverlangen. Sogar Kindergeburtstage oder gemeinsames Werkeln in der Küche sollen ermöglicht werden, kündigt die Durlacher Ortsvorsteherin Alexandra Ries an. Der Bedarf sei da: „Nicht alle Kinder haben zu Hause zum Feiern genug Platz.“

Zudem wird der Historische Verein Durlach das Gebäude nutzen. Von den Mitgliedern des Vereins war ein starker Impuls für den Erhalt des Torwärterhauses ausgegangen. Sie hatten die Abrisspläne früh publik gemacht.

In einer Kammer in dem baulichen Zeugen des Mittelalters wollen die Vereinsmitglieder eine Ausstellung gestalten. Ziel ist, Durlachs reichhaltige Geschichte gezielt so zu präsentieren, dass sie auch junge Leute interessiert.

Spender und Sponsoren machen es möglich

Innen ist das Haus schon saniert. Die Stadt hatte es im Sommer 2020 mithilfe von Sponsoren und Spendern gekauft. Nun gibt es auch barrierefreie Sanitärräume im Erdgeschoss und eben die Küche, die nun für Arbeit und Vergnügen mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung steht.

Drei Jahre lang gilt der erste Mietvertrag, in dieser Zeit soll das Leben im geretteten Abrisskandidaten beobachtet werden.

Das Haus für die Jugend steht für ein großes Miteinander.
Roswitha Henkel, CDU-Ortschaftsrätin

Feierstimmung herrscht am Mittwochabend bei den Fraktionen, als in der Ortschaftsratssitzung im Festsaal der Karlsburg die Zukunftspläne für das Torwärterhaus zur Abstimmung stehen. Stefan Noé (FDP) spricht im Namen aller Anwesenden von einem „tollen Anlass“ und streicht das breite Zusammenwirken vieler Durlacher Akteure heraus.

Roswitha Henkel (CDU) sagt: „Das Haus für die Jugend steht für ein großes Miteinander.“ Freie-Wähler-Ortschaftsrat Jürgen Wenzel betont: „Der Ortschaftsrat steht dahinter.“

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