Skip to main content

Rohstoff für E-Auto-Batterien

Lithium vom Oberrhein: Vulcan Energie eröffnet Labor in Karlsruhe-Durlach

Ab 2025 will das Karlsruher Unternehmen Vulcan Energie Lithium für eine Million E-Auto-Batterien liefern. Jetzt wurde ein Labor in Durlach eröffnet.

Angela Digennarosteht im Labor von Vulcan Energie  in Durlach
Millioneninvestion: Im neuen Laborstandort in Durlach wollen Angela Digennaro und ihre Kollegen vor allem in der Feinanalyse bestimmter Prozesse neue Erkenntnisse gewinnen. Foto: Jörg Donecker

Um die angestrebte Mobilitätswende zu schaffen, braucht man nicht nur Strom für die E-Autos, sondern auch Batterien. Für die Batterien wiederum ist Lithium nötig. Dieses Leichtmetall wird bisher vor allem in Australien, Südamerika und China abgebaut.

Doch auch in Deutschland kann Lithium gewonnen werden: Das Unternehmen Vulcan Energie Ressourcen, das in Karlsruhe gegründet wurde, ist nach eigenen Angaben das erste Unternehmen weltweit, das CO2-frei Lithium fördern will. „Wir haben ein patentiertes Verfahren entwickelt, das uns die Lithiumgewinnung aus den Thermalwässern des Oberrheingrabens ermöglicht“, so Horst Kreuter, Geschäftsführer und Gründer von Vulcan Energie Ressourcen. „Um CO2-frei produzieren zu können, nutzen wir die Wärme aus der Geothermie“, erklärt er.

Damit die Entwicklung dieser Technologie noch weiter voranschreiten kann, eröffnete das Unternehmen in dieser Woche einen neuen Laborstandort in Durlach, in den es rund eine Million Euro investierte. Mit dieser Erweiterung der analytischen Labortechnik will man vor allem in der Feinanalyse bestimmter Prozesse neue Erkenntnisse gewinnen.

Im Durlacher Labor werden alle Schritte in kleinem Maßstab erforscht

„In dem Labor wird die Rohsole getestet, das Lithium extrahiert und gewaschen“, erklärt Laborleiterin Angela Digennaro. Alle Schritte werden im Labor in kleinem Maßstab erforscht, um sie später in einer großen Produktionsanlage ausführen zu können.

In dem Labor wird die Rohsole getestet, das Lithium extrahiert und gewaschen.
Angela Digennaro, Laborleiterin

„Wir entwickeln hier Knowhow, das es so in Deutschland und Europa bisher nicht gegeben hat“, versichert Kreuter. Der Geschäftsführer weist darauf hin, dass aktuell sechs Mitarbeiter im Labor beschäftigt sind. Insgesamt hat das Unternehmen 115 Mitarbeiter, bis Ende dieses Jahres sollen es rund 300 sein.

„Ein weiteres junges, innovatives Unternehmen aus unseren Reihen auf Wachstumskurs zu wissen, unterstreicht das Potenzial unserer Stadt“, sagt Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). „Ich bin stolz darauf, dass Menschen von hier eine Lösung gefunden haben, die unserer Region den wirtschaftlichen Rücken stärkt und nach Europa und in die Welt ausstrahlt“, fügt er hinzu. „Die Gewinnung von Lithium aus Thermalwasser ist gut für das Klima“, ist Mentrup überzeugt und begründet dies mit den hohen Standards in Deutschland und dem Wegfall der Transportwege.

Vulcan Energie will bis 2025 1,7 Milliarden Euro investieren

Horst Kreuter berichtet, dass das Unternehmen bis 2025 etwa 1,7 Milliarden Euro investieren werde, um in die Produktion zu gehen. „Wir haben bereits Lieferverträge mit Unternehmen wie VW, LG oder Stellantis“, erklärt er. „Ab 2025 wollen wir rund 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr liefern“, sagt er und fügt hinzu, dass man damit Batterien für etwa eine Million E-Autos produzieren könne.

„Erst kürzlich kauften wir das Geothermiekraftwerk in Insheim und verfügen damit über einen weiteren Standort für die Pilotanlage zur Lithiumgewinnung“, so Kreuter. An diesem Standort wird eine Extraktionsanlage entstehen, die Raffinerie wird im Chemiepark Frankfurt gebaut.

nach oben Zurück zum Seitenanfang