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Karlsruher helfen Flüchtlingen auf Lesbos

Lkw voller Spenden startet trotz Pandemie ans Mittelmeer

Stapelweise Hilfsgüter für Flüchtlinge schicken engagierte Menschen aus Karlsruhe und dem Umland in einem 40-Tonner von Durlach nach Lesbos. Nach fünf Tagen einschließlich Schifffahrt über die Adria soll der Transport die griechische Insel am Dienstag erreichen.

Eine Fuhre Hoffnung: Aktive der Privaten Flüchtlingshilfe Lesbos schicken einen Transporter mit gespendeten Hilfsgütern auf die griechische Insel. Zur Abfahrt kamen Christin Vilsmeier (Eisen Schmitt) links neben den Initiatoren Peter Arens und Ute Bertsch sowie Heike Schlachter zwischen Stefan Ulrich und Karim-Oliver Darvich (Spedition Simon Hegele). Foto: Peter Sandbiller

Es ist dunkel um Uwe Wolf. Der Fernfahrer-Profi steht im Laderaum des 40-Tonners, den die Karlsruher Spedition Simon Hegele der Privaten Flüchtlingshilfe Lesbos kostenlos stellt. So kommen Hunderte Kartons und Säcke voller gespendeter Hilfsgüter zu Flüchtlingen, die auf der griechischen Insel und in der nicht funktionierenden europäischen Flüchtlingspolitik gestrandet sind.

Ute Bertsch und Peter Arens aus Durlach sind die Initiatoren der Aktion. Sie verfrachten in der Lagerhalle der Firma Eisen Schmitt per Sackkarre englisch beschriftete Kartons. Auszubildende der Firma von Heike Schlachter und Felix Löffler packen zusammen mit ihrer Chefin an. In weniger als zwei Stunden wird Wolf vom Hof rollen.

Per Schiff von Ancona nach Patras

Dass die Pandemie um sich greift, ändert zum Glück nur die Route. „Der Lkw fährt jetzt nach Ancona in Italien und dann per Fähre über die Adria nach Patras“, erklärt Ute Bertsch erleichtert. Der Schiffspassage folgt noch die Fahrt über die Peloponnes.

Die Fracht aus Karlsruhe nehmen Menschen entgegen, mit denen Bertsch und Arens seit Jahren in der Flüchtlingshilfe am Rand der Europäischen Union (EU) kooperieren. Das ebenfalls private „Hope Project“ hält Interessierte via Facebook ständig auf dem Laufenden über die katastrophalen Zustände auf der Insel.

Dagegen kämpft das Hope-Team an, mit Engagierten aus ganz Europa und Helfern aus dem Kreis der Geflohenen. Gerade Decken und Winterkleider sind dort jetzt dringend nötig.

Viele Angebote nach Brand im Lager Moria

Als das überfüllte Flüchtlingslager Moria auf Lesbos abbrannte, überrollte Hilfsbereitschaft die Karlsruher Privatinitiative fast. Auch die Flüchtlingshilfe Eggenstein-Leopoldshafen brachte sortierte Winterware. Eisen Schmitt stellte kostenlos ein Abteil seiner Lagerhalle zur Verfügung. Nach einem Bericht in den Badischen Neuesten Nachrichten und auf bnn.de bot die Spedition Simon Hegele an, die Fracht kostenlos auf die Mittelmeerinsel zu bringen.

„Besonders die Kinder vor Ort leiden Not. Da können wir nicht zuschauen, sondern müssen handeln“, erklärt Karim-Oliver Darvich aus der Geschäftsführung von Simon Hegele, und der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Ulrich ergänzt, man unterstütze ausgewählte soziale Projekte, „indem wir mit unserer Logistik helfen“. Christin Vilsmeier, Geschäftsleitung von Eisen Schmitt, findet: „So einen Einsatz für die gute Sache muss man unterstützen.“

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