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Umbaupläne sollen Anlieger entlasten

Neue Ideen sollen die Lage in der Karlsruher Rittnertstraße verbessern

Verkehrslärm, schlechte Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer und wenig Platz, um das zu ändern: An der Rittnertstraße leiden Anwohner unter dem dichten Autoverkehr. Jetzt gibt es Ansätze zu Verbesserungen, die Hoffnung machen.

Gedränge: In der Rittnertstraße in Durlach fließt weit mehr Verkehr, als es Anwohnern, Fußgängern und Radfahrern lieb ist. Die Situation zum Beispiel an Einmündungen soll sich immerhin bessern, wenn wie geplant die Fahrbahn saniert wird. Foto: Jörg Donecker

Wer aus östlicher Richtung nach Karlsruhe fährt und die A8 schon vor dem Autobahndreieck verlässt, rollt über Stupferich und Thomashof bergab über die kurvige Rittnertstraße direkt nach Durlach. Bei Staus oder Bauarbeiten auf der Autobahn, aber auch während der täglichen Stoßzeiten des Berufsverkehrs ist die enge Straße stark befahren. Navigationsgeräte weisen sie selbst für Lkw als Umleitungsstrecke aus.

Anwohner belastet der Verkehrslärm schwer. Zudem sind Fußgänger und Radfahrer buchstäblich an den Rand gedrängt. Die Einfallstraße bietet wenig Platz, um das zu ändern. Durchgehend Tempo 30 würde allerdings manches bessern. Bisher lehnen die Behörden das ab. Doch jetzt scheint zumindest ein Schritt in diese Richtung möglich. Der Durlacher Ortschaftsrat, besonders die Grünen-Fraktion, wollen Chancen nutzen, die sich aus der Fortschreibung des Lärmschutzplans und der geplanten Fahrbahnsanierung in der Rittnertstraße ergeben.

Umweltamt will nur eingeschränktes Limit

Aktueller Anlass ist die Ankündigung des Karlsruher Umweltamts, für die Rittnertstraße nur zwischen Badener Straße und Dürrbachstraße und nur nachts Tempo 30 vorzuschlagen. Die Grünen wollen, dass das Limit wenigstens nachts in der gesamten Rittnertstraße gilt. Auch bei Tag sei es zumindest im unteren Bereich der Rittnertstraße sinnvoll. Immerhin sei die Straße kurvig und unübersichtlich, biete nur wenige Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und weder Radwege noch Schutzstreifen für Radler. Mehr Verkehrssicherheit wäre also ein starkes Argument.

Die Rittnertstraße stelle gegenwärtig „ausschließlich für den motorisierten Individualverkehr einen akzeptablen Korridor“ dar, kritisieren die Grünen. Das sei unvereinbar mit den Zielen und Absichtsbekundungen der Stadt Karlsruhe als „fahrradfreundliche Stadt“ sowie mit Blick aufs Klimaschutzkonzept.

Schutzstreifen für Radler wird neu geprüft

Manche Radfahrer, die sich auf der Rittnertstraße unsicher fühlen, weichen auf die Gehwege aus, geben die Grünen zusätzlich zu bedenken. Das verringere die Sicherheit und den Komfort für Fußgänger noch weiter. Karlsruhes Stadtplaner äußern sich seit Jahren skeptisch zu möglichen Fahrradschutzstreifen in der Rittnertstraße. Dafür sei die Fahrbahn zu schmal.

Inzwischen gibt es aber Beispiele für solche Schutzstreifen, bringen die Durlacher Grünen in die Debatte. Ein Beispiel ist die K5369 in Offenburg. Die Fraktion möchte, dass die Stadt Karlsruhe diese Option gegebenenfalls mit Einbeziehung des Landesverkehrsministeriums nochmals prüft. „Es gibt Spielräume, wir dürfen nicht die Geduld verlieren“, sagt Grünen-Ortschaftsrat Johannes Ruf.

Das Stadtplanungsamt zeigt Interesse. In der Vorplanung für die Sanierung der Rittnertstraße würden derzeit mehrere Varianten geprüft, teilt es mit. Darunter sei auch eine Lösung mit Schutzstreifen, die dem Beispiel in Offenburg ähnelt. Sobald die Varianten zwischen den Ämtern und in der Verkehrsplanungsrunde abgestimmt seien, würden sie Thema im Ortschaftsrat Durlach.

Sanierung soll im Mai 2021 beginnen

Das Tiefbauamt plant, ab Mitte Mai die Rittnertstraße zwischen der Ochsenstraße am Eisenhafengrund und dem Thomashof in mehreren Bauabschnitten zu sanieren. Bis zum Ende der Sommerferien sollen die Straßenbauarbeiten erledigt sein.

Klar ist laut Stadtplanern schon, dass es an zwei Stellen der Rittnertstraße bessere Überquerungsmöglichkeiten geben muss. Auch an den Einmündungen der Straßen aus den angrenzenden Tempo-30-Zonen soll sich etwas tun, damit Fußgänger und radfahrende Kinder auf dem Gehweg sicherer unterwegs sind. Dazu gebe es Fördermöglichkeiten von Bund und Land.

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