Skip to main content

Aus Denkmalschutzgründen

Sanierung des Bergwaldangers in Durlach wird deutlich teurer

Die geplante Sanierung des Bergwaldangers wird wegen der Vorgaben des Denkmalschutzamts deutlich teurer als bislang geplant.

Die geplante Sanierung des Bergwaldangers wird wegen der Vorgaben des Denkmalschutzamts deutlich teurer als bislang geplant. Foto: Jörg Donecker

„Wir wussten anfangs nicht, dass dieser Platz unter Denkmalschutz steht“, sagte Esther Buchmüller vom Gartenbauamt bei ihrem Sachstandsbericht im Ortschaftsrat Durlach. Deshalb könnten die Sanierungspläne aus dem Jahr 2018 nicht in die Tat umgesetzt werden.

Außerdem sei die im aktuellen Haushalt eingestellte Summe von 227.000 Euro für die Sanierung des Platzes nicht mehr ausreichend. Für eine denkmalgerechte Instandsetzung des Bergwaldangers müsse die Stadt mindestens 300.000 Euro in die Hand nehmen.

Neuplanung erforderlich

„Deshalb muss das Projekt nun gestoppt und bei Bedarf für den Haushalt 2022 neu beantragt werden“, stellte Buchmüller klar. Warum der vom Architekten Heinz Mohl gestaltete Platz unter Denkmalschutz steht, hat sie bei ihren Recherchen nicht herausfinden lassen

Fest steht allerdings, dass weder die Betonstützen und die Holzverkleidung der Pergola komplett entfernt und durch eine Neugestaltung ersetzt werden dürfen, noch die Bodenplatten. Stattdessen müssen der Unterbau erneuert, beschädigte Teile saniert und kaputte Elemente originalgetreu ersetzt werden.

„Zustände wie in Absurdistan“

Im Ortschaftsrat stieß die Präsentation auf ein geteiltes Echo. „Das Ganze erinnert an Absurdistan“ sagte Grünen-Ortschaftsrat Ulrich Wagner. Für mehr Geld eine schlechtere Sanierung in die Wege zu leiten, sei eigentlich nicht vertretbar. Allerdings gebe es mit Sicherheit Mittel und Wege, um die denkmalschützerischen Vorgaben in diesem Fall aufzuweichen. „Irgendwie müssen wir aus dieser Nummer herauskommen“, so Wagner. Es könne schließlich nicht angehen, dass der Denkmalschutz dem Willen der Bürger entgegenstehe.

„Der Platz ist derzeit vielleicht abgewirtschaftet. Aber er ist in seiner ursprünglichen Planung ein schöner Platz“, hielt Wagners Parteifreundin Elke Frey dagegen. Ihrer Meinung nach solle eine Stadt auch mit dem baulichen Erbe aus den 1960er- oder 1970er-Jahren sorgfältig umgehen. Auch für Ortsvorsteherin Alexandra Ries ist die Denkmalschutzwürdigkeit des Angers eine Abwägungsfrage. Um die Mehrkosten zu stemmen, regte SPD-Ortschaftsrat Jan-Dirk Rausch an, Fördertöpfe für den Erhalt der Nachkriegsarchitektur anzuzapfen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang