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Finanzierung noch offen

Brunnen und Skulpturen im Schlossgarten in Karlsruhe-Durlach werden saniert

Der Schlossgarten in Durlach ist Karlsruhes älteste Gartenanlage. Ein bisschen ist sie zuletzt wieder im Dornröschenschlaf versunken. Jetzt versprechen die Gärtner des Stadtteils, sie erneut zu beleben.

Im Schlossgarten in Durlach beginnen Ende Oktober 2021 die Renovierungsarbeiten am Nibelungenbrunnen im Rosengarten. Foto: Jörg Donecker

Ein mächtiger Ginkgo überragt im Durlacher Schlossgarten den Seiteneingang an der Einmündung der Marstallstraße in die B3. Seine imposante Krone ist sogar auf Satellitenbildern der Routenplaner zu erkennen. Intensiv gelb, ohne Schattierung, verfärbt sich im Herbst auf einen Schlag das Laub des exotischen Baums.

Quasi gleichzeitig fallen kurz darauf die fächerartig aufgespreizten Blätter, die eigentlich miteinander verwachsene Nadeln sind. Kinder und botanisch Interessierte sammeln sie vom Parkweg, Rabatten und dem Rasen.

Karlsruhes älteste, um das Jahr 1600 nahe der Karlsburg geschaffene Gartenanlage bietet auf relativ wenig Raum weitere Kleinode. Neben dem Ginkgo aus Ostasien duckt sich das Pulverhäuschen an die Gartenmauer. Der Nibelungenbrunnen markiert die Mitte des Rosengartens, ein Lapidarium in der Nordwestecke zeigt restaurierte Grabsteine.

Das historische Gartenkonzept arbeiteten Fachleute von 2010 bis 2015 wieder weitgehend heraus. Die bei Besuchern jeden Alters beliebte Oase verlangt nun aber erneut nach Pflege.

Am Nibelungenbrunnen fließt seit zwei Jahren kein Wasser. Skulpturen bröckeln, das Pulverhäuschen ist besprüht. Jetzt versprechen die Gärtner des Stadtteils, den Ort ein weiteres Mal aus dem Dornröschenschlaf wachzuküssen.

Nibelungenbrunnen wird ab November repariert

Zuerst ist der Nibelungenbrunnen dran. Er wird komplett saniert. Eine Fachfirma für Steinarbeiten und Brunnentechnik sei bereits beauftragt, informiert das Durlacher Gartenbauamt. Die Arbeiten sollen im November beginnen.

Die Fassade des Pulverhauses lässt die Abteilung Hochbau und Gebäudewirtschaft des Stadtteils gleichzeitig mit dem Brunnenhaus jenseits der Marstallstraße sanieren. Am Brunnenhaus aus Weinbrenners Zeit kommen die Steinmetzarbeiten seit dem Frühsommer sichtbar voran, das Sandsteindach ist inzwischen saniert.

Ein Steinmetz hat auch die großen Skulpturen der Schlittschuhläuferin, der „Karthagerin“ und des Friedhofengels im Schlossgarten begutachtet. Sie müssen gereinigt werden, es sind aber auch abgebrochene Körperteile zu ersetzen. Das soll pro Figur 4.000 bis 7.000 Euro kosten.

Die Finanzierung ist noch offen. Nach Angaben der FDP-Ortschaftsräte Günther Malisius und Stefan Noé, die per Antrag den Blick auf den Schlossgarten gelenkt haben, will die Durlacher Bürgerstiftung einen Zuschuss zur Sanierung geben.

Kunst als zusätzliche Attraktion

In den Gucklöchern am Lapidarium an der Seite zur Marstallstraße sind probeweise schon zwei Kunstinstallationen zu sehen. Die Objekte für weitere Gucklöcher fertigt die Künstler Fertigung. Die hierfür erforderlichen baulichen und technischen Leistungen seitens der Abteilung Hochbau und Gebäudewirtschaft sind beauftragt und zum größten Teil bereits erledigt.

Die Frischekur soll auch den Hügel nahe der Mauer zur B3 erfassen. Die Idee, Steinstelen als optische Attraktion dort zu platzieren, hat der Kulturbeirat Durlach verworfen. Nun ist ein beschränkter künstlerischer Wettbewerb geplant. In Frage kommende Künstlerinnen und Künstler hat der Kulturbeirat aufgelistet.

Schilder für Exoten im Durlacher Schlossgarten

Der Ortschaftsrat soll noch in diesem Jahr über solch einen Kunstwettbewerb entscheiden. Er hat dafür Mittel aus der Investitionspauschale 2022 eingeplant, über die das Gremium eigenständig verfügt.

Auf den stattlichen Ginkgo fällt künftig vielleicht auch mehr Aufmerksamkeit, wenn er nicht gerade sein prächtiges Laub abwirft. Das Gartenbauamt will den Wunsch der FDP erfüllen, die weniger bekannten Baumarten im Schlossgarten mit Schildern zu versehen, die Name und Herkunft erläutern.

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