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Fläche ist um 20 Prozent reduziert

Sportpark Untere Hub in Karlsruhe-Durlach nimmt wichtige Hürden

Es geht weiter beim Projekt Sportpark Untere Hub. Seine Fläche ist geschrumpft, aber für seine Kritiker noch nicht genug. Im Ortschaftsrat Durlach wurde eine ganze Liste heikler Punkte diskutiert.

Raumreserve: Möglichst wenig Platz brauchen soll der Sportpark auf dem Gelände der Unteren Hub zwischen Durlach (oben) und A 5 mit der Anschlussstelle Karlsruhe-Nord (unten), hier in einer Ansicht von 2008 aus der Zeit der ersten Pläne. Foto: Peter Sandbiller

Grünes Licht im Planungsausschuss des Gemeinderats und einstimmiges Votum im Ortschaftsrat Durlach, wo sich nur die Einzelmitglieder von Die Linke und AfD enthielten: Der geplante Sportpark Untere Hub zwischen A5 und B10 im Norden Durlachs ist entscheidend nähergerückt.

Gibt am Dienstag, 23. Februar 2021, auch der Karlsruher Gemeinderat sein Einverständnis zu der vertiefenden Planung in aktueller Gestalt, ist die Grundlage geschaffen, den Bebauungsplan zu entwerfen. Damit wird das Projekt nach 14 Jahren Vorlaufzeit so konkret wie noch nie.

Es geht um den Umzug der Fußballvereine ASV und DJK Durlach sowie des Tennisclubs TC Durlach vom Pfinzufer in die Untere Hub als neue Nachbarn der Turnerschaft Durlach (TSD). Eine Sporthalle soll die inzwischen abrissreife Sporthalle der Turnerschaft Durlach ersetzen, zudem enthält das Konzept die Option einer zusätzlichen Sporthalle. Auf der freiwerdenden Fläche zwischen der Gewerbeschule und der Alten Weingartener Straße sollen nach dem Umzug der Vereine Wohnungen für mehr als 800 Menschen gebaut werden.

Bürgereinwände zeigen Wirkung

Gut 13 Hektar Fläche umfasst der Planungsstand nun, das sind rund 20 Prozent weniger als zur Zeit eines ersten städtebaulich-landschaftsplanerischen Entwurfs für den Sport- und Freizeitcampus aus dem Jahr 2018. Die Verkleinerung ist auch die Folge der Einwände von Bürgern, die sich von Beginn an intensiv und kritisch mit dem Vorhaben befassen. Die letzte freie Grünfläche im Norden Durlachs umfasst einschließlich der bereits heute dort bestehenden Vereinsanlagen etwa 50 Hektar.

Unumstritten ist, dass der Sportpark erhebliche negative Auswirkungen auf den Klimaschutz hat. Zudem ist mehr Autoverkehr absehbar, zumal kein öffentliches Nahverkehrsangebot zwischen der Unteren Hub und Durlach existiert und auch bisher nicht skizziert ist. Mehr als einen Hektar Parkplatzfläche sieht der Plan vor, auch den Bau einer sechsgruppigen Kindertagesstätte (Kita), obwohl das Gebiet 750 Meter abseits der bewohnten Ortslage liegt. Die Zufahrt nicht allein über die alte B10, sondern auch über die Hubstraße ist den Kritikern ebenso ein Dorn im Auge.

Wir werden um jeden Quadratmeter kämpfen.
Ulrich Wagner, Grünen-Ortschaftsrat in Durlach

Fürs Protokoll und damit auch für die weitere Projektentwicklung stellte die Grünen-Fraktion ungeachtet ihrer Zustimmung zahlreiche Forderungen auf. So wenig Flächenverbrauch, Versiegelung, Autoverkehr und Gebäude wie möglich listete Grünen-Ortschaftsrat Ulrich Wagner auf. Die Fraktion wolle eine Kita in der Unteren Hub auch nur, falls sich kein einziger Standort in Durlach finde. „Wir werden um jeden Quadratmeter kämpfen“, kündigte Wagner an.

Die Finanzierung sei ungeklärt und auch, wo Flächen für den Ausgleich der gravierenden Eingriffe in Natur und Landschaft liegen sollen. Nicht zuletzt existiere bisher keine konkrete Kooperation seitens der Fußballvereine. Außerdem kritisiert die größte Fraktion im Ortschaftsrat, dass dem städtischen Gutshof in der Unteren Hub keine Perspektive gegeben werde.

Besonders die klimatischen Nachteile streicht die Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung heraus. „In Zeiten, in denen die Stadt Karlsruhe den Klimanotstand ausgerufen hat, ist es nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet Feuchtwiesen und Felder bebaut werden“, moniert sie. Denn für den Sportpark werde das ganze Gelände zwei Meter aufgeschüttet, und die Gebäude beeinträchtigten die Frischluftschneise zusätzlich stark.

2004 sollte Gewerbe anrücken

Ortsvorsteherin Alexandra Ries erinnerte daran, dass die Untere Hub schon lange Begehrlichkeiten weckt. 2005 kippte der Plan, dort ein Gewerbegebiet einzurichten, im letzten Moment durch neue Mehrheitsverhältnisse im Karlsruher Gemeinderat. Neun Jahre später, 2014, fasste dann der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für den Sportpark. „Wir dürfen nicht glauben, dass die Untere Hub unangetastet bliebe“, sagte Ries.

In der Diskussion unterstrich Ries auch, Durlach habe „gelegentlichen Ideen, andere Karlsruher Sportvereine in der Unteren Hub mitzuversorgen, schnell eine Absage erteilt“. Auch die Kapazität für Zuschauer in der Sporthalle sei nun niedriger angesetzt als von Karlsruhe vorgeschlagen, so die Ortsvorsteherin: „Da gibt es keine großzügigen Ansätze.“ Nun sei sie allerdings skeptisch, ob sich die Sportparkfläche noch weiter reduzieren lasse.

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