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Campingplatz Durlach

Zum Saisonstart kommt ein Geschäftsmann mit dem Wohnwagen

Der IT-Teamleiter Alp Eryilmaz ist beruflich viel unterwegs. Für einen Geschäftstermin in Karlsruhe hat er extra seinen Wohnwagen fit gemacht.

Sonnige Ankunft: Der IT-Teamleiter Alp Eryilmaz ist der erste Übernachtungsgast auf dem rundum erneuerten Campingplatz Durlach. Foto: Jörg Donecker

Der Fahrer des dunklen Firmen-Vans mit Euskirchener Kennzeichen steuert sein Gespann mit dem Wohnwagen umsichtig in die letzte Rechtskurve der Tiengener Straße. Am Ende wartet sein Nachtquartier. Der IT-Spezialist Alp Eryilmaz erreicht sein Ziel wie geplant am Donnerstag um kurz vor 10 Uhr. Bei strahlendem Sonnenschein wird er angenehm überrascht.

„Das ist ja schön hier!“, sind Eryilmaz’ erste Worte zu Rocco Trunz. Der Leiter des Campingplatzes Durlach kommt ihm vom Rezeptionscontainer entgegen. Die Stimmung könnte nicht besser sein.

Rasch sind die wenigen Formalitäten geklärt: Der Gast zeigt seine Bescheinigung, dass er aus beruflichen Gründen übernachtet, und lässt sich ein Stromanschlusskabel geben. Dann hat er ein seltenes Vergnügen: freie Platzwahl. „Was für ein Luxus“, sagt Eryilmaz breit lächelnd und rangiert sein fahrbares Zuhause, Modell „Südwind“, routiniert rückwärts ans Platzschild mit der Nummer neun. Da will er es sich nach Feierabend gemütlich machen, unter einem alten Baum und in Sichtweite des neuen Spielplatzes, der noch teilweise Baustelle ist. „Demnächst ist hier alles voll“, sagt er und blinzelt zufrieden ins Geäst über ihm, das sehr bald grün ausschlagen wird.

Seit 1. März ist die Anlage wieder offen

Der IT-Experte aus dem bayrischen Mühldorf nahe der österreichischen Grenze ist der erste Übernachtungsgast der ersten vollständigen Saison auf der rundum erneuerten Anlage „Camping Durlach“. Karlsruhes einziger Campingplatz war sehr beliebt bis zur dreijährigen Umbaupause, das Ende der vorübergehenden Schließzeit hatten viele Campingfreunde sehnlich erwartet. Jetzt ist der Saisonstart gebremst durch das coronabedingte Übernachtungsverbot. Doch wer beruflich reist wie Eryilmaz, für den ist seit 1. März das Tor zum Schlafen im Grünen wieder offen.

Rund ums Jahr ist der IT-Experte mit dem türkischen Namen auf Achse. Heute trifft er sich mit seinem Team bei der Firma Intel. „Ich betreue hier meine Mitarbeiter, mindestens einmal im Quartal“, sagt er. Eryilmaz kennt Karlsruhe, und normalerweise bleibt er für zwei bis drei Nächte in einem Hotel. Diesmal ist es anders. „Es kribbelt“, sagt der Familienvater schlicht und lacht. Er blickt sich um und in die Sonne und findet: „Jetzt ist wieder Wohnwagensaison.“

Lob vom Vielreisenden

Erst im Februar entschied der Mann aus Bayern, dass es Zeit sei, den Wohnwagen aus seinem Unterstand in einer Scheune zu holen. „Ich wusste nichts von diesem Campingplatz, aber im Computer habe ich die Telefonnummer gefunden, angerufen und gebucht“, erzählt er. Auch die Turmbergbahn und das Turmbergbad sind ihm bei der Recherche schon positiv aufgefallen. „Das nächste Mal komme ich für ein paar Nächte und bringe meine Frau und unsere Kinder mit“, hat er sich vorgenommen. „Das ist hier eine richtige Entdeckung.“

Eryilmaz hat den Vergleich. So wie in Karlsruhe ist er auch oft in Duisburg und Köln, Braunschweig, Dresden und Nürnberg. Vor der Pandemie war auch Österreich dabei, das fällt derzeit flach wegen Quarantänebestimmungen. „Meine Route richtet sich immer danach, was ansteht“, sagt Eryilmaz. Das rollende Schlafzimmer passt prima zu seinen beruflichen Anforderungen: „Schlips und Sakko erfordert meine Branche nicht.“ Diesmal legt er noch einen Schlenker zu Kollegen in St.-Leon-Rot ein.

Teamarbeit zum Saisonstart

Trunz’ Team ist auf den Saisonstart eingestellt. Drei Kräfte in Voll- und Teilzeit sind für die Rezeption zuständig. „Ich muss mich noch um kleinere Baustellen kümmern und möchte nicht, dass jemand eine Woche auf Antwort warten muss“, erklärt der Campingplatzleiter. 75 Quadratmeter Terrasse vor der Rezeption baut er gerade, in 14 Tagen soll sie fertig sein.

Während sich Eryilmaz um den stabilen Stand seines Wohnwagens kümmert, hält sich Trunz aber in der Nähe bereit. „Es ist wichtig für die Gäste, dass man bei Bedarf bei der Hand ist“, betont er. Nicht jeder ist so geübt wie der erste Saisongast 2021. „Manchmal muss man etwas zaubern“, sagt Trunz, „und ich habe schon Millionen Vorzelte aufgebaut. Darüber freuen sich unerfahrene Camper.“

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