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Nach vier Jahren Bauzeit

„Ein Jahrhundertprojekt“: Afrika-Savanne im Karlsruher Zoo eröffnet

Als wären sie nie weg gewesen: Die beiden Giraffen Nike und Wahia erkunden am Freitagmittag die Afrika-Savanne im Karlsruher Zoo. Mit der Eröffnung schließt der Zoo ein Großprojekt ab.

Die Giraffen erkunden die neu eröffnete Anlage im Zoo in Karlsruhe. Vier Jahre wurde an der Afrika-Savanne gebaut.
Die Giraffen erkunden die neu eröffnete Anlage im Zoo in Karlsruhe. Vier Jahre wurde an der Afrika-Savanne gebaut. Foto: Jörg Donecker

Am Freitagnachmittag ist die Afrika-Savanne im Karlsruher Zoo eröffnet worden. Giraffen und Zebras werden künftig auf dem 3.500 Quadratmeter großen Areal gemeinsam leben. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch noch Antilopen und Strauße hinzukommen. Baubürgermeister Daniel Fluhrer (parteilos) spricht von einem „Jahrhundertprojekt des Zoos“.

„Auf diesen Tag haben mein Team und ich lange hingearbeitet“, freut sich Zoo-Direktor Matthias Reinschmidt. Vier Jahre wurde an der 7,8 Millionen teuren Anlage gebaut, für die sich der Zoo auch Inspiration aus anderen Tierparks holte.

Das wird spannender für die Tiere, aber auch spannender für die Besucher.
Matthias Reinschmidt
Zoodirektor

Vor 40 Jahren habe es auf dem Areal noch zehn verschiedene Gehege gegeben, vor acht Jahren noch vier, und jetzt lege man alles zusammen. „Das wird spannender für die Tiere, aber auch spannender für die Besucher“, so der Zoodirektor.

Die Giraffen sollen sich jetzt noch ein paar Wochen eingewöhnen können, so lange sind sie von den Zebras getrennt. Erst am Montag waren Nike und Wahia aus dem Opelzoo in Kronberg nach Karlsruhe zurückgekehrt. Die Tiere lebten während der Bauarbeiten in dem Tierpark im Taunus.

Aussichtsplattform für die Besucher der Afrika-Savanne

Die feierliche Eröffnung nehmen die Netzgiraffen gelassen hin. Während der Feierstunde erkunden sie die neue Anlage und knabbern seelenruhig am Heu in den Futterkörben, die in luftiger Höhe aufgehängt wurden. Ein Wassergraben trennt die Zoobesucher von der Anlage.

Von einer Aussichtsplattform aus können sich Mensch und Giraffe auf Augenhöhe begegnen. Ein Affenbrotbaum, ein sogenannter Baobab, ist eine weitere Besonderheit auf der Anlage. Mittelfristig soll es außerdem möglich sein, Fütterungen bei den Giraffen zu einem speziellen Anlass zu buchen, etwa zu einem Kindergeburtstag.

Die Besucher sollen sich das Gelände von außen erschließen.
Konrad Assem
Architekt

„Einzelne Aspekte aus dem Lebensraum der Tiere werden hier widergespiegelt“, erklärt der zuständige Architekt Konrad Assem. Auf dem 3.500 Quadratmeter großen Areal könnten sich die Tiere „Wohlfühlbereiche“ suchen.

Durch die Bewegungsfreiheit der Tiere müssten sich die Zoobesucher auf die Suche machen. „Die Besucher sollen sich das Gelände von außen erschließen und die Tiere entdecken“, so der Architekt.

Besonderes Futterkonzept für die Tiere im Karlsruher Zoo

Um die Giraffen in Bewegung zu halten, verfolgt der Zoo ein besonderes Futterkonzept. Die Futterkörbe in luftiger Höhe können elektronisch heruntergelassen werden – tauchen also immer an verschiedenen Stellen auf, sodass die Tiere sie suchen müssen.

Es sei wichtig, bei der Entwicklung des Zoos mit der Zeit zu gehen, betont Direktor Matthias Reinschmidt. „Wenn der Zoo noch so wäre wie vor 40 Jahren, würde ich mich für die Schließung einsetzen“, so Reinschmidt. Heute stehe der Artenschutz über allem, man halte Tiere, „wenn sie bedroht sind“.

Auch die Giraffen zählten zu den bedrohten Arten. 2015 habe es weltweit noch 100.000 Giraffen gegeben, 2021 seien es noch 68.000 gewesen. „Die Giraffenpopulation ist innerhalb von sechs Jahren um 30 Prozent zurückgegangen“, verdeutlicht der Zoodirektor.

Von den Netzgiraffen, zu denen auch Nike und Wahia zählen, gebe es weltweit noch 11.000 Stück. Deswegen sei es wichtig, in den Zoos Reservepopulationen zu züchten, so Reinschmidt.

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