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Publikum und Jury haben gewählt

Elf Mal Grund zur Freude: Karlsruher „Independent Days“ verleihen Filmpreise im Gesamtwert von 13.000 Euro

Das internationale Filmfestival „Independent Days“ wurde in seiner 20. Ausgabe zwar Corona-bedingt als hybrides Format umgesetzt, aber natürlich durften die Filmfans auch real an der Abstimmung für den Publikumspreis der Stadt Karlsruhe in der Schauburg teilnehmen.

Finale des Publikumspreises in der Schauburg: Festivalleiter Oliver Langewitz erklärte den Kinofans, wie sie via Smartphone für ihren Favoriten abstimmen können. Foto: Elisa Walker

Auf die Award-Gala musste verzichtet werden, denn die Verleihung des Publikumspreises der „Independent Days“ fand erstmalig am Folgetag online statt. „Schön, dass Sie den Weg heute in die Schauburg gefunden haben zum Finale des Publikumspreises. Damit haben Sie ein sehr spannendes Programm vor sich, aber auch eine ganz wichtige Aufgabe“, sagte Festivalleiter Oliver Langewitz freudig bei seiner Begrüßung.

Vorfreude herrschte auch unter den Kinobesuchern, denn es wurden die besten Kurzfilme der sechs Vorrundenblöcke in einem 100-minütigen Programm gezeigt: Überraschenderweise hatten es viele Filme mit ernsten Themen ins Finale geschafft, darunter der Animationsfilm „Sealand“ über die Flucht vor einem Kriegstrauma, der durch seine Gestaltung zwischen Jugendstil und Steampunk positive Kommentare erntete.

Publikum tuschelt und rätselt live vor Ort mit

Während des verrückten Kurzfilms „Two Bodies On A Beach“, der sich um die Kritik am Patriarchat in der Filmindustrie drehte, wurde mit den Sitznachbarn über die entdeckten Filmzitate getuschelt. Auch bei dem künstlerischen „Depth of Colors“ rätselte man, ob die Protagonistin im inneren Kampf ihrer Schizophrenie erliegt.

Nach „Fugue“, der sich sensibel dem Thema Trauerarbeit näherte, wurde hier und da geschnieft. Für die nötige Aufheiterung sorgte „The Dude“ ein Junge, der wider Willen in Drogengeschäfte verwickelt wird. Der gesellschaftskritische Film „Stone“ aus der Türkei feierte sogar Deutschlandpremiere und überzeugte am Ende die meisten Zuschauer.

Dann stimmten die Zuschauer via Smartphone für ihren Favoriten ab. In diesem Jahr kam es schließlich auf jede Stimme an, denn die Gästezahl war aufgrund der Abstandsregeln mit 32 Personen überschaubarer als sonst. „Stone“ ging am Ende als Sieger des Publikumspreises hervor; Alican Yücesoy erhielt 1.500 Euro sowie die Award-Trophäe Karlina, gestaltet von der Majolika-Künstlerin Hannelore Langhans in Form einer kleinen Mopsdame.

Welche Filme 2020 von Publikum und Jury ausgezeichnet wurden

Das Ergebnis erfuhren die Gäste jedoch erst am Sonntagabend bei der Online-Award-Gala, während der auch die anderen zehn von der Film-Award-Jury gewählten Filmpreise verliehen wurden. Den Underground-Award „Die Kleine ID 2020“ erhielt Federico Marsicano für den italienischen Film „Osuba“ und in der Kategorie „Best Film Composer“ gewann Robin Wächtershäuser mit dem Soundtrack für den deutschen Film „Ria“ eine Trophäe.

Der Oliver Mohr-Film „Benzin“ räumte zweimal ab: Das Leinwandpaar Kate Molchanova und Béla Gábor Lenz gewann je 500 Euro und eine Vollack-Group-Glastrophäe für die beste schauspielerische Leistung. Den Preis der BNN für den „Best Short Shortfilm“ mit 500 Euro sowie einer Karlina-Trophäe erhielt Per Kasch für den südafrikanischen Film mit dem Titel „Wayback“.

Eine Karlina sowie 1.000 Euro Preisgeld gewannen folgende Filme: Den Newbie-Award der Messe Karlsruhe für das Erstlingswerk erhielt der deutsche Film „Depth Of Colors“ von Tiziana Schindler. Der Female-Award für die beste weibliche Regiearbeit, der im Rahmen der Europäischen Kulturtage von der Stadt Karlsruhe gesponsert wurde, ging nach Rumänien an Carmen Lidia Vidu für „My Romanian Diary“.

Den Roncalli-Forum Filmpreis gewann „Prohlis“ von den deutschen Regisseuren Marlena Molitor und Felix Länge. Ebenfalls in Deutschland blieb der von der IAVF GmbH gestiftete Indie-Award für den besten Feature-Film, den Peter Lund für das Film-Musical „Kopfkino“ erhielt. Der höchstdotierte Preis der Kulturstiftung der Sparkasse ging im Rahmen des Low-Budget-Wettbewerbs an Regisseur Henning Backhaus für „The Best Orchestra in the World“.

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