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Gefahr für Kinder

So meistern Erstklässler in Karlsruhe den Weg zur Schule

Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für viele Kinder die Schulzeit. Doch der alltägliche Weg dorthin birgt für die Kleinen Risiken. Worauf müssen Eltern achten?

Zwei Jungen wollen hinter einem parkenden Auto stehend über die Straße gehen.
Gefahrenquelle Straßenüberquerung: Wenn Kinder an uneinsichtigen Stellen über die Straße gehen, werden sie schnell von Autofahrern übersehen. Foto: Sabine Hürdler/Adobe Stock

Wie gefährlich ist der Schulweg für den eigenen Nachwuchs? Diese Frage stellen sich viele Eltern vor der Einschulung ihrer Kinder. Klar ist: Der tägliche Weg zur Schule stellt für Erstklässler eine große Herausforderung dar.

Das Verständnis für den Straßenverkehr und seine Risiken müssen die Heranwachsenden erst entwickeln, bevor sie die Strecke sicher und ohne Aufsichtsperson meistern können. Der ADAC Nordbaden gibt zum Schulstart Tipps.

Wie sensibilisiert man die Kinder für den Straßenverkehr?

„Das größte Risiko für Grundschüler ist die sichere Straßenüberquerung. Denn selbst wenn die Jungen und Mädchen alles richtigmachen, sind sie durch potenzielle Fehler anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet“, sagt Thomas Hätty, Leiter Verkehr und Technik beim ADAC Nordbaden.

Der Experte rät deshalb, dass Eltern mit ihren Kindern schon früh über die wichtigsten Regeln und Verkehrszeichen sprechen. Zudem sollte man ihnen erklären, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen können.

Deshalb sollten Eltern ihren Sprösslingen beibringen, dass sie an Ampeln und Fußgängerüberwegen so lange warten, bis alle Autos zum Stehen gekommen sind.

Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste.
Thomas Hätty, Leiter Verkehr und Technik beim ADAC Nordbaden

Dabei sind Schulwegpläne eine große Hilfe. Die Stadtverwaltung hat für sämtliche Grundschulen in Karlsruhe entsprechende Pläne erarbeitet. So können die besten Routen identifiziert werden.

„Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste“, sagt Hätty. Viel wichtiger sei es, dass die Gehwege möglichst breit sind und das Verkehrsaufkommen niedrig ist. Schulwegpläne für Grundschulen in Karlsruhe können auf der städtischen Website heruntergeladen werden.

Wie lernen Kinder den Weg zur Schule?

Indem die Eltern den Schulweg häufig mit ihnen abgehen. „Im Idealfall immer zur selben Uhrzeit und auch bei schlechtem Wetter“, rät Corinna Müller-Kraus, Pressesprecherin beim ADAC Nordbaden.

Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, können die Kinder den Weg auch mit einer Freundin oder einem Freund ablaufen, während die Eltern mit etwas Abstand hinterhergehen.

Welche Herausforderungen birgt der Schulweg in Karlsruhe?

Das Verkehrsaufkommen in Karlsruhe ist – wie in allen größeren Städten – hoch. Neben Autos zählen dazu auch Busse, Bahnen, Fahrradfahrer und Fußgänger. „Deshalb ist es wichtig, dass Kinder im urbanen Raum besonders vorsichtig sind und sich nicht von ihrer Umgebung ablenken lassen“, sagt Müller-Kraus.

Um die Kinder auf die herausfordernden Zustände vorzubereiten, empfiehlt Müller-Kraus ein Rollenspiel beim gemeinsamen Schulweg. Die Kinder erklären ihren Eltern auf dem Weg zur Schule, welche Gefahren und Risiken es gibt. Dadurch wird deutlich, was das Kind bereits verinnerlicht hat und wo es noch Probleme gibt.

Ein Teil des Schulweges wird mit Bus oder Bahn bewältigt: Was müssen Kinder wissen?

Die gute Nachricht: Generell sind Bus und Bahn sehr sichere Verkehrsmittel. Gefahren lauern beim Ein- und Aussteigen und beim Überqueren der Straße direkt hinter oder vor einem Bus, weil die ABC-Schützen hier leicht übersehen werden.

„Beim Warten an den Haltestellen spielen Kinder oft und vergessen ihr eingeübtes Verhalten“, weiß die Pressesprecherin. Den Eltern rät sie daher an den Nachwuchs zu appellieren, warum das Toben an der Haltestelle gefährlich ist. Zudem sollten die ABC-Schützen verinnerlichen, Abstand zu heranfahrenden Bussen und Bahnen zu halten.

Können Erstklässler schon mit Rollern und Fahrrädern in die Schule fahren?

Nein. Erstklässler sind noch nicht in der Lage diese sicher im Straßenverkehr zu kontrollieren. Mit dem Fahrradfahren sollten Grundschüler bis nach der schulischen Radfahrausbildung warten.

„Mit den Kindern in der Freizeit üben, schadet aber nicht“, so Müller-Kraus.

Was ist die beste Kleidung für den Schulweg?

Damit Kinder auch bei schlechtem Licht jederzeit sichtbar sind, sollten sie immer helle Kleidung tragen. Im besten Fall achten Eltern bereits beim Kleidungskauf darauf, dass sogenanntes retroreflektierendes Material in die Klamotten eingearbeitet ist.

Auch spezielle Sicherheitswesten für Kinder und Reflektoren, die mit Bändchen an Schulranzen oder -tasche befestigt werden können, sorgen für eine bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr.

Soll ich mein Kind lieber mit dem Auto zur Schule bringen?

Davon rät der ADAC Nordbaden ab. Die häufig gescholtenen Elterntaxis führen zu verstopften Straßen und Chaos vor den Schuleingängen. Dadurch entstehen bei der Straßenüberquerung im Eingangsbereich der Schulen oft brenzlige Situationen.

Zudem können die Heranwachsenden ihre Verkehrskompetenz und ihr Selbstbewusstsein im Straßenverkehr nicht entwickeln. Eltern, die auf das Auto nicht verzichten können, rät Müller-Kraus, nicht direkt an der Schule zu parken, damit die Schüler zumindest einen kurzen Fußweg gehen.

Wo bekommen Eltern und Lehrer Unterstützung?

Für Fragen zur Verkehrserziehung sind die Experten des ADAC Nordbaden telefonisch unter der Rufnummer 0721 8104911 erreichbar. Wichtige Hinweise und umfangreiche Informationen zum Thema liefert der ADAC Schulwegratgeber. Alternativ kann er kostenlos in allen nordbadischen ADAC Geschäftsstellen und Reisebüros mitgenommen werden. Unter verkehrshelden.com liefert die ADAC-Stiftung zahlreiche multimediale Inhalte rund um das Thema Verkehrserziehung. Die Polizei Karlsruhe bietet für Schulklassen zudem ein sogenanntes Schulwegtraining an.

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