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Welches Radl hätten Sie denn gern?

Vom Klapprad übers Einrad bis zum Pedelec: Für jeden Fahrer-Typ gibt es den passenden Fahrrad-Typen

Bei der Suche nach dem passenden Zweirad haben Fahrer die Qual der Wahl zwischen zahlreichen unterschiedlichen Modellen. Wir stellen die wichtigsten vor.

Viel Auswahl: In Karlsruher Fahrradgeschäften haben die Kunden die Wahl zwischen mehreren verschiedenen Fahrradtypen. Auch Matthias Janiak hat in seinem Laden „Rad und Tat“ immer mehrere Modelle auf Lager. Foto: Jörg Donecker

Topfebene Topografie, zahlreiche Radwege und fast immer gutes Wetter: Die guten Bedingungen für den Radverkehr haben Karlsruhe vor zwei Jahren beim Fahrradklimatest des ADFC den Titel der fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands beschert.

Aber worauf sind die Karlsruher unterwegs? BNN-Redakteur Ekart Kinkel stellt zum Start des diesjährigen Radreporter-Newsletters einige der verschiedenen Fahrradtypen für Ein- und Umsteiger vor.

Das Citybike: schnell durch die Stadt sausen

Der Name ist beim Stadtrad Programm. Die auch Citybikes genannten Stadträder sind für Alltagsfahrer in urbanen Ballungsräumen konzipiert. Sie sind stabil, haben Nabendynamo, Mehrgangschaltung und Gepäckträger.

„In der Innenstadt ist das Fahrrad das schnellste Fortbewegungsmittel. Deshalb kann man damit gut einkaufen gehen“, sagt Matthias Janiak, Geschäftsführer von „Rad & Tat“ in der südlichen Waldstraße. In einer Stadt wie Karlsruhe empfiehlt er seinen Kunden eine wartungsarme Nabenschaltung. „Acht Gänge reichen vollkommen aus“, sagt Janiak.

Unterschiede gibt es bei den Rahmen. Ein Diamant-Rahmen mit einer Querstange zwischen Lenkeraufbau und Sattelstange ist ebenso typisch für Stadträder wie ein Rahmen mit niedrigem Einstieg.

Das Hollandrad: bequem und bietet gute Sicht

Diese Stadtradvariante hat eine spezielle Rahmengeometrie. Dadurch kommt es automatisch zu einer aufrechten Sitzposition. „In der Stadt ist das wunderbar, da hat man einen tollen Überblick“, betont Janiak.

Außerdem komme man mit den Füßen bei Stopps an Kreuzungen bequem auf dem Boden. Anstrengend wird die Fahrt wegen des geringen Luftwiderstands allerdings bei Gegenwind. „Das ist aber nicht weiter schlimm, sondern eine sportliche Herausforderung“, sagt Janiak.

In den Niederlanden gibt es aber sogar Radrennen, bei denen die Teilnehmer gegen den stürmischen Küstenwind anradeln.

Das Tourenrad: für die Stadt und für Sportliche

Die etwas sportlichere Variante des Stadtrads. Touren- oder Trekking-Räder sind für längere Ausfahrten und mehrtägige Radtouren ebenso geeignet wie für die tägliche Fahrt in die Schule oder ins Büro.

Die Reifen sind etwas schmaler, außerdem haben Tourenräder mehr Gänge. Dadurch stellen auch Steigungen oder eine Wochenendtour in den Schwarzwald kein Problem dar.

Mit einem Tourenrad kommt man in Karlsruhe bequem durch die City. Foto: Rake Hora /BNN

„Ein gutes Tourenrad ist stabil, haltbar und pflegeleicht“, sagt Radtourenführer Ulrich Eilmann vom ADFC Karlsruhe. Wer auf eine Nabenschaltung mit Riemenantrieb setzt, spart sich zudem das regelmäßige Ölen der Kette. Für mehrtägige Touren gibt es Taschentransportsysteme.

Das Rennrad: leicht und schmal

Auch hier ist der Name Programm. Die leichten Flitzer werden für den Straßenradsport gebaut. Schmale Reifen und leichte Rahmen lassen Rennräder schnell über den Asphalt gleiten.

Durch die markanten Bügellenker können die Fahrer zudem eine aerodynamische Sitzposition einnehmen. Fixtermin vieler Karlsruher Rennradfahrer ist im Frühjahr das traditionelle Turmbergrennen. Wer wenig Gepäck mit sich trägt und ein Stecklicht hat, kann mit dem Rennrad auch gut zur Schule oder zur Arbeit fahren.

Das Mountainbike: damit geht es hoch hinaus

Ebenfalls ein Sportrad, aber wie der Name sagt, für steile Anstiege und wagemutige Abfahrten auf nicht asphaltierten Wegen konzipiert. Profilreifen für die Fahrt auf rutschigen Passagen gehören bei Mountainbikes ebenso zur Grundausstattung wie Federung, gute Bremsen und eine Mehrgangschaltung.

Am Funkturm Wettersbach gibt es mehrere Trails für Einsteiger und Fortgeschrittene. Weil Mountainbikes einen gewissen Coolness-Faktor haben, werden sie von vielen Jugendlichen auch für die Fahrt zur Schule genutzt.

Das Gravelbike: mit schmaleren Geländereifen

Quasi ein Mix aus Rennrad und Mountainbike. Gravelbikes sind sportliche Räder mit schmalen Profilreifen fürs Gelände. Ideales Fortbewegungsmittel für Touren ohne viel Gepäck oder eine längere Pendlerstrecke über geschotterte Feldwege.

Das Eingangrad: schlicht und wartungsarm

Eingangräder, auch Single Speed oder Single Gear genannt, haben keine Gangschaltung. Auch sonst ist Schlichtheit Trumpf. Bremsen werden ebenso einfach gehalten wie Beleuchtung.

„Diese Räder sind vor allem wartungsarm. Denn ohne eine Gangschaltung fallen viele Reparaturen weg“, sagt Tomasz Kudlej von den Karlsruher Radkurieren. Außerdem kann das gesparte Geld in hochwertigere Komponenten bei Rahmen und Laufrädern investiert werden.

Bei den radelnden Paketboten sind die eingängigen Flitzer nicht nur wegen des geringen Reparaturaufwands beliebt. „Fahrrad und Fahrer verschmelzen zu einer Einheit“, sagt Kudlej. „Das muss man einfach erlebt haben.“

Das Fixie: niemals im Leerlauf

Beim Fixie gibt es auch nur einen Gang. Allerdings hat ein Fixie keinen Leerlauf. Die Pedale sind über die Kette fest mit dem Hinterrad verbunden, und so lange sich das Fahrrad fortbewegt, kommen auch die Beine nicht zur Ruhe. Vorausschauendes Fahren ist deshalb Pflicht.

„Fürs Fixie-Fahren braucht man etwas Übung. Deshalb ist ein Fixie für Einsteiger nur bedingt geeignet“, sagt Kudlej. Wer den Dreh aber einmal raus habe, könne vom Fixie-Fahren gar nicht mehr genug bekommen.

Schnell und leicht: Viele Radkuriere sind mit Fixies unterwegs. Foto: Helge Prang/Radkurier

Und dass man mit einem Gang auch steile Steigungen überwinden kann, haben Fixie-Fahrer beim Karlsruher Turmbergrennen auf den Durlacher Hausberg schon mehrfach unter Beweis gestellt.

Das Lastenrad: mit Katze, Kind und Kegel

Lastenräder liegen in Karlsruhe im Trend. Mit dem städtischen Programm „Lastenräder für Karlsruher Familien“ wurden rund 200 der auch als Cargo-Bikes bekannten rollenden Packesel gefördert.

Außerdem stellt der Verein Lastenräder für die Region Karlsruhe mittlerweile neun sogenannter „Lastenkarles“ zum kostenfreien Ausleihen bereit. Genutzt werden Lastenräder vor allem von Familien und Handwerkern.

Das Pedelec: elektrische Unterstützung bis 25 km/h

Fahrräder mit elektrischen Hilfsmotoren erleben seit Jahren einen Boom. „Pedelec-Käufer kommen mittlerweile aus allen Altersgruppen“, sagt Radexperte Matthias Janiak. „Denn die Reichweite wird dadurch deutlich erhöht.“

Gelegenheitsfahrer können dank der motorisierten Unterstützung Steigungen überwinden, Berufspendler können auch längere Strecken ohne allzu viel Anstrengung zurücklegen.

Bei einem Pedelec erhält der Fahrer nur beim Treten der Pedale bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometer elektrische Unterstützung. Wermutstropfen beim Siegeszug der Pedelecs sind derzeit die steigenden Unfallzahlen.

Das Klapprad: Nischentrend mit Geschichte

Die zusammenklappbaren Zweiräder erlebten Mitte der 1970er Jahre einen Boom. Zeitweise war jedes dritte Neurad in der Bundesrepublik ein Klapprad.

Zwischenzeitlich waren die Klappräder zwar im Tal der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Doch seit einigen Jahren haben sich faltbare Zweiräder eine Nische auf dem umkämpften Markt zurückerobert. Vor allem bei Geschäftsreisenden sind Klappräder beliebt. Der Grund: Sie können gut mit der Bahn transportiert und am Zielort wieder ausgepackt werden.

Einer der prominentesten Klappradfahrer in Karlsruhe ist Tilman Pfannkuch. Der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion radelt mit einen faltbaren Pedelec fast jeden Tag von Grünwettersbach in die Stadt und wieder zurück.

Das Liegerad: wenig Widerstand, wenig Durchblick

Liegeräder sind im Fahrrad-Dschungel immer noch Exoten. Früher entstanden die meisten Liegeräder in den Werkstätten von passionierten Tüftlern, heute kämpfen mehrere Anbieter auf dem Liegeradmarkt um Kunden.

Der große Vorteil der liegenden Fahrposition ist der geringe Luftwiderstand. „Ich schätze aber hauptsächlich die bequeme Sitzposition. Dadurch schont man die Arme und das Gesäß“, sagt Johannes Honné.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Gemeinderat ist einer der bekanntesten Liegerad-Pioniere in Karlsruhe. Der Nachteil des Liegerads ist für Honné die fehlende Übersicht. „Über ein Auto hinweg schauen ist nicht möglich“, sagt er. „Deshalb muss man vorausschauend fahren.“

Das Retro-Bike: zuverlässiger Sammlerliebling

Aus alten Rahmen neue Räder basteln: Retro-Bikes liegen seit einigen Jahren ebenfalls im Trend. In Karlsruhe haben sich bereits mehrere Fahrradgeschäfte auf das Flottmachen von ausrangierten Rahmen spezialisiert.

„Früher wurden hochwertigere Materialien verarbeitet. Deshalb sind Retrobikes für viele Radfahrer die erste Wahl“, sagt Andreas Kohlmeier von der Retro-Bike-Schmiede „Der Ritzler“. Besonders beliebt bei seinen Kunden seien Räder mit älteren italienischen Rahmen.

Das Einrad: für Freizeitspaß und -sport

Das Fahren auf den einrädrigen Zirkusrädern erfordert eine gewisse Geschicklichkeit. Während der Corona-Pandemie erlebten Einräder für Kinder in manchen Karlsruher Stadtteilen einen kleinen Boom.

In Karlsruhe sind Einräder wegen der Zirkus-Kurse des Stadtjugendausschusses sowie der lebendigen Artistik-Szene und dem Akrobatik-Fachgeschäft Henrys auch sonst weit verbreitet.

Weitere Typen

Die Liste der Fahrradtypen lässt sich noch lange fortsetzen. Für jede Nische gibt es mittlerweile ein passendes Zweirad. Auf Tandems kommen Paare gemeinsam voran, mit Cruisern kann man die Stadt besonders cool erkunden.

Dazu kommen noch zahlreiche Sportvarianten wie BMX- oder Kunsträder. Die Anfänge der zweirädrigen Mobilität werden in Karlsruhe von Fans historischer Räder mit Hochrädern und Laufmaschinen auch noch hochgehalten.

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