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Veranstaltung auf dem Friedrichsplatz

FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner in Karlsruhe: Plädoyer für Entlastung und Freiheit

Steuerliche Entlastungen und wirtschaftliches Wachstum hat FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner bei seinem Auftritt auf dem Karlsruher Friedrichsplatz versprochen.

FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner hat bei seinem Auftritt in Karlsruhe Steuerentlastungen versprochen und sich zum Wachstum als ökonomischem Grundprinzip bekannt. Links neben ihm Wahlkreiskandidat Michael Theurer. Foto: Jörg Donecker

Gerade hat Wahlkreiskandidat Michael Theurer das Publikum auf dem Friedrichsplatz mit einem flammenden Plädoyer für technologische Innovation anstelle von Verboten und Beschränkungen auf die Sache der FDP eingeschworen, als Christian Lindner die Bühne betritt: „Wenn ich in Karlsruhe wählen dürfte“, sagt der Parteichef und Spitzenkandidat in Richtung Theurer, „meine Erststimme hättest du.“

Es ist Feierabendzeit, die letzten Sonnenstrahlen liegen zwischen ECE-Center und Naturkundemuseum, und annähernd 1.000 Leute hängen dem Liberalen an den Lippen. Lindner – ohnehin als starker Redner bekannt – nutzt seine Chance und zieht in seinem freien Vortrag eine Art Fazit des politischen, moralischen und gesellschaftlichen Zustands des Landes.

Er fordert eingangs die Garantie, dass es angesichts von Corona im Herbst nicht abermals zu Einschränkungen der Freiheitsrechte kommt. Dann beklagt er, dass im Wahlkampf der Mitbewerber die dort gewälzten Fragen und Antworten meist haarscharf an den wirklichen Notwendigkeiten vorbeigingen.

Anschließend spricht er über Wirtschafts- und Klimapolitik und bekennt sich zu mehr ökonomischem Wachstum. Denn Kohlendioxid in der Atmosphäre spare man nur dadurch ein, dass schmutzige durch saubere Maschinen ersetzt würden. Und dass der Mittelständler seinen alten Fuhrpark durch einen neuen ersetze.

Verrat am Aufstiegs-Versprechen

Lindner, im Wahlkampf bereits zum zweiten Mal in Karlsruhe, nimmt in seiner Rede die Stimmung des vielfach jungen Publikums auf und wechselt zwischen humoriger und staatstragender Rhetorik. Er spricht vom spendablen Gestus, den er bei Armin Laschet ausgemacht hat und der ihn an den Kamelle-Wurf beim Aachener Rosenmontagsumzug erinnert. In Wirklichkeit allerdings sei das Aufstiegs-Versprechen längst selbst für fleißige und gut ausgebildete Menschen zur hohle Phrase geworden: „Es wird jeden Tag zehntausendfach gebrochen.“

Der FDP-Chef verspricht Entlastungen für die Zeit nach der Krise. Und er sagt der „Lust am Untergang“, die er bei den politischen Mitbewerbern vielfach diagnostiziert, den Kampf an. Anstatt batterie-elektrische Dienstwagen hoch zu subventionieren, müssten die dafür benötigten Milliarden in Bildung investiert werden, fordert Lindner. Eine staatliche Förderung für Cargo-Fahrräder nennt er frei nach Astrid Lindgren „ein Bullerbü“.

Bekenntnis zum Wachstum

Als politisches Ziel ruft der Redner die „Rückkehr zu einer wachstumsorientierten Wirtschaft“ aus. „Wachstum ist ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit“, betont der von Michael Theurer sowie den Landespolitikern Alena Trauschel und Hans-Ulrich Rülke auf der Bühne flankierte Christian Lindner.

Es gehe dabei um Marktführerschaft und Technologieoffenheit. An Kapital, Initiative und Know-how fehle es nicht in Deutschland und Baden-Württemberg. Wohl aber an einem Gemeinwesen, das Dinge möglich mache. „Wir haben derzeit einen gefesselten Staat“, beklagt der Liberale.

Von Baden-Württemberg erwarten die Freidemokraten einen deutlichen Schub für ein gutes Ergebnis im Bund. Wenn man bundesweit bei zwölf Prozent liege, seien in Baden-Württemberg 15 Prozent drin, ist Landeschef und Wahlkreiskandidat Michael Theurer überzeugt.

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