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Kirchen engagieren sich

Spendenaktion in Karlsruhe Neureut: 230 Schulranzen gehen an Flutopfer in Nordrhein-Westfalen

Über die sozialen Medien kam ein privater Kontakt zum flutgezeichneten Eschweiler zustande. In Karlsruhe Neureut wuchs die Hilfsbereitschaft: Eine große Menge Schulsachen wurde für den Schulanfang dorthin gespendet.

Dringend benötigt: Mit den gespendeten Ranzen und Schulsachen soll für die betroffenen Kinder in den Hochwassergebieten kommende Woche die Schule wieder beginnen – ein Stück Normalität inmitten der Katastrophe. Foto: Jörg Donecker

Der Inhalt der Fuhre, die sich per 14-Tonner auf den Weg von Karlsruhe nach Eschweiler aufmachte, kommt gerade richtig. Zum Schulanfang. Nein, nicht in Baden-Württemberg, sondern in Nordrhein-Westfalen. Dort geht es nächste Woche nach den Sommerferien mit dem Schulunterricht los. Der Laster hat eine durchaus kostbare Fracht: Schulsachen, angefangen vom Ranzen bis hin zum Mäppchen. Allesamt wurden sie gespendet und finden nun in Eschweiler dankbare Abnehmer.

Teile der Stadt am Nordhang der Eifel gingen regelrecht in den jüngsten Hochwasserfluten unter. „Davon betroffen sind auch fünf Schulen und sechs Kindergärten“, berichtet Julia Jerabek. Die Kinderärztin aus Karlsruhe organisierte federführend den ungewöhnlichen Schulranzen-Transport. „Ich wollte unbedingt helfen, als ich von den Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe hörte.“

Mehr oder weniger durch Zufall, über soziale Medien, kam ein Kontakt nach Eschweiler zustande. Aus einer anfänglich privaten Aktion wurde alsbald eine öffentliche – maßgeblich unterstützt von der evangelischen Kirchengemeinde Neureut-Nord und begleitet von der freien evangelischen Gemeinde, der katholischen Kirchengemeinde, dem Bauhof sowie dem Transportunternehmen pf-Spezialtransporte und der Druckerei Wolfsrudel. Kurzum: Es handelte sich um eine bemerkenswert konzertierte Aktion, für die wenige Tage Zeit blieb.

Spenden für Grundschulen bis zu Abiturklassen

„Wir benötigen für den Schulanfang dringend Schulsachen“, lautete die Bitte aus Eschweiler von der Initiative „Guter Schulstart“. Schnelles Handeln war erforderlich. Tausende von Flyern mit einer Auflistung, was alles gebraucht wird, wurden laut Gemeindepfarrer Pascal Würfel in Neureut verteilt. Der Rücklauf, so der Pfarrer und Jerabek, sei mehr als beachtlich gewesen.

Allein über 230 Schulranzen, darunter etliche neue, kamen zusammen. Die Initiatorin ging überdies Kleinanzeigen im Internet durch, in denen gut erhaltene Schulranzen angeboten wurden. Sie schrieb die Kontakte an. Viele spendeten daraufhin die eigentlich zum Verkauf angebotenen Ranzen.

Gepackt und verteilt werden die Schulranzen nun von der Eschweiler Initiative „Guter Schulstart“. Zugute kommt das Projekt Schulkindern von der ersten Grundschulklasse bis zur Abiturklasse im Gymnasium. Der Bedarf ist vorhanden. Bei den Rettungsaktionen in den gewaltigen Wasserfluten dachte in Eschweiler verständlicherweise niemand an Füller, Zirkel und Buntstifte. Aber genau diese Sachen werden jetzt für den Schulanfang (wieder) gebraucht.

Es war übrigens nicht die erste Hilfsaktion, die von Neureut aus in Hochwassergebiete startete. Unmittelbar nach dem Hochwasser fanden Alltags- und Arbeitssachen den Weg von Karlsruhe in Hilfsgebiete. „Wir sind einfach nur froh, was für die in Not geratenen Menschen tun zu können“, sagt Julia Jerabek.

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