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Uneinigkeit über Teilnehmerzahl

Fridays for Future: Tausende demonstrieren in Karlsruhe für das Klima

Tausende Menschen haben sich in Karlsruhe am Klimastreik von Fridays for Future beteiligt. Mehrere Stunden zogen sie durch die City. Die Polizei sperrte zahlreiche Straßen. Uneinig sind sich Organisatoren und Polizei über die genaue Zahl der Teilnehmer.

Wollen ein Zeichen setzen: Der Demonstrationszug in Karlsruhe wird von vielen Jugendlichen angeführt. Foto: Tanja Mori Monteiro

„Omi for Future“ steht auf dem kleinen Pappschild, das sich Cornelia Kühn an ihren bunten Schal geheftet hat. „Ich bin heute hier, weil ich die Ziele der Klimabewegung unterstütze“, sagt die pensionierte Lehrerin.

Deswegen sei sie auch extra aus Bretten zum Klimastreik von Fridays for Future nach Karlsruhe gekommen.

Rund 4.000 Menschen sind laut Polizei am Freitag vom Rüppurrer Tor aus durch die Innenstadt gezogen. Die Organisatoren sprechen von 8.000 Teilnehmern. Es kam zu Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen, besonders im Bereich Ettlinger Tor und am Durlacher Tor, so die Polizei. Nach Angaben der Beamten verlief die Demonstration ohne große Störungen. Es habe lediglich eine Streitigkeit zwischen einem Autofahrer und einem Versammlungsteilnehmer gegeben, hieß es weiter.

„Diese Klientel ist grundsätzlich friedlich“, sagt Einsatzleiter Karim Chergui. Zuvor hatten sich die Protestler zu einer Kundgebung an der Bühne vor dem Scheck-in-Center versammelt.

Organisatorinnen sind zufrieden mit Fridays for Future in Karlsruhe

Lilith Diaw und Jana Krüger gehören zum Organisationsteam. Mit dem Verlauf der Veranstaltung sind sie zufrieden: „Es ist toll, dass wir so eine große Demo auf die Beine gestellt haben“, sagt Diaw. Es sei der Ortsgruppe von Fridays for Future wichtig, kurz vor der Bundestagswahl am Sonntag noch einmal ein Zeichen für das Klima zu setzen.

Ich hoffe, dass viele kleine Leute etwas bewirken können.
Cornelia Kühn, pensionierte Lehrerin

Darum geht es auch Cornelia Kühn aus Bretten. „Ich habe drei Enkelkinder“, erzählt sie. Dass sie für den Klimaschutz aktiv werden wollte, habe sie schon kurz vor der Geburt ihres Sohnes vor 35 Jahren gemerkt. Ihr sei es wichtig, dass dieses Engagement nun von Generation zu Generation weitergegeben werde. „Ich hoffe, dass viele kleine Leute etwas bewirken können“, so Kühne.

An diesem Freitagnachmittag jedenfalls versammeln sich auf den Karlsruher Straßen die Generationen. Da sind die „Omis for Future“ wie Cornelia Kühne, da sind die Schüler der „Fridays for Future“-Bewegung, da sind viele Familien mit ihren Kindern. Mit Kreide malen die Kleinen auf die Straße, halten selbst gestaltete Plakate in die Höhe.

Sylvia von Rönn trägt ihren dreijährigen Sohn in einem Tragegeschirr vor der Brust. „Ich will ihm zeigen, was es heißt, zu demonstrieren“, erklärt die junge Mutter. „Mir ist es wichtig, hier heute Stellung zu beziehen“, sagt sie. Für die Bundestagswahl am Sonntag hat sie ihr Kreuzchen bereits gesetzt. Das Klima sei ihr wichtig, aber auch das Thema soziale Gerechtigkeit.

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