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Baustelle bis Jahresende

Frust und wackelnde Scheiben in Karlsruhes Bergdörfern: Lkw-Verbot abgelehnt

Wenn auf der Autobahn 8, zwischen Karlsbad und dem Dreieck Karlsruhe, nichts mehr geht, spüren das auch die Anwohner in Palmbach und in Grünwettersbach.

Die Anwohner leiden unter dem Lärm: Wenn es sich auf der A8 staut, weichen viele Auto- und Lastwagenfahrer auf die L623, die durch Grünwettersbach (im Bild) und Palmbach führt. Foto: Jörg Donecker

Von Martina Erhard

Seit einigen Wochen gibt es auf der Autobahn eine Baustelle, kommt noch ein Unfall hinzu, stauen sich Autos und Lastwagen über mehrere Kilometer und auch die Ausweichstrecke ist dann schnell überlastet. „Diese Situation gibt es seit vielen Jahren, und seit vielen Jahren geht es uns schlecht damit“, meint der Wettersbacher Ortsvorsteher Rainer Frank.

Anwohner verlieren Geduld

Bei ihm gehen immer mehr Beschwerden von Anwohnern ein. „Sie sind mit ihrer Geduld einfach am Ende“, sagt er. Die Bewohner leiden besonders unter den vielen Lastwagen, die sich bei Stau durch die L 623 quälen, da diese besonders laut sind.

„Die Autobahnbaustelle begann ja pünktlich zu den Corona-Einschränkungen, weshalb es anfangs noch recht ruhig zuging“, berichtet der Ortsvorsteher. „Inzwischen hat das Verkehrsaufkommen aber wieder stark zugenommen“, fügt er hinzu. „Wer direkt an der Durchgangsstraße wohnt, kann auch bei Hitze kaum ein Fenster öffnen, weil es einfach zu laut ist“, versichert er.

Frust über abgelehntes Lkw-Durchfahrtsverbot

Kleine Erleichterungen bringen das durchgängige Halteverbot an der L623 und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. „So fließt der Verkehr zumindest einigermaßen geordnet durch Palmbach und Grünwettersbach“, meint der Ortsvorsteher.

Um aber den Geräuschpegel wirklich zu senken, wird bereits seit Jahren ein Lkw-Durchfahrtsverbot gefordert. Die Wettersbacher sind der Meinung, dass es den Lkw-Fahrern durchaus zuzumuten wäre, auf der Autobahn zu bleiben, denn „wenn es richtig staut, geht auch bei uns im Ort nichts mehr“, versichert er.

Die Zeitersparnis halte sich also in Grenzen, so Frank.

„Die Stadt Karlsruhe wollte ein solches Durchfahrtsverbot einführen, die Schilder waren auch bereits installiert“, erzählt der Ortsvorsteher. Leider habe aber die übergeordnete Behörde, das Regierungspräsidium, ein solches Lkw-Durchfahrtsverbot nicht genehmigt, berichtet er. „Die Durchgangsstraße durch Palmbach und Grünwettersbach ist eine Landesstraße und eine offizielle Umleitungsstraße“, erklärt er.

Belastung bis zum Jahresende

„Im Falle des gewünschten Lkw-Verbots würde zusätzlicher Verkehr auf die L 609 nach Waldbronn und auf die K 9653 nach Stupferich verlagert werden, wodurch denn die Ortsdurchfahrten Waldbronn-Busenbach und Stupferich diesen Verkehr zusätzlich abwickeln müssten“, heißt es in einer Erklärung des Regierungspräsidiums.

„Die derzeitige Verkehrssituation und die örtlichen Gegebenheiten in den Ortsdurchfahren Grünwettersbach und Palmbach wurden vor unserer Entscheidung näher beleuchtet. Nach Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe kam das Regierungspräsidium zu dem Ergebnis, dass keine Gefahrenlage besteht, die ein Lkw-Verbot rechtfertigt“, so die Erklärung.

Wenn da die Lkw vorbeifahren, wackelt es ganz ordentlich.
Manuela Löffler, Inhaberin des Schreibwarenladens Schalk

Die Wettersbacher können damit nicht zufrieden sein: „Es ist unglaublich laut. Man kann die Tür kaum öffnen, weil man sonst sein eigenes Wort nicht mehr versteht“, meint Manuela Löffler, Inhaberin des Schreibwarenladens Schalk, der direkt an der Durchgangsstraße liegt. „Es sind ja nicht nur die Lkw-Fahrer, die laut sind, es sind auch die Pkw, die sich nicht an die 30 km/h halten“, stellt sie fest. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie ist gleich doppelt betroffen: „Ich wohne auch noch direkt an der Hauptstraße“, erzählt sie. „Wenn da die Lkw vorbeifahren, wackelt es ganz ordentlich.“

Die Anwohner befürchten, dass das Verkehrsaufkommen in den nächsten Wochen sogar noch zunehmen wird, denn schließlich beginnt nun die Ferienzeit. „Mit einem Ende der Belastung ist ohnehin nicht so schnell zu rechnen, da die Autobahnbaustelle voraussichtlich bis Ende November für Behinderungen sorgen wird“, meint der Ortsvorsteher.

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