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Kahlschlag und Widerstand

Führung durch die Karlsruher City zeugt von Pleiten, Pech und Pannen in der Stadtgeschichte

Pleiten prägen neben Erfolgen die kurze Karlsruher Stadtgeschichte. Dabei spielt der Kahlschlag im Dörfle eine besondere Rolle. Das Beil eines Metzgers steht für den Widerstand. Auch eine halbierte Brücke sagt viel.

Halbierte Brücke: Georg Hertweck erklärt den Interessierten, wie sich der Widerstand des Metzgers Nägele gegen den Abriss des Dörfles im Stadtbild verewigt hat. Das Haus des Metzgers mit Geschäftsschild steht in der Aussparung der Brücke. Foto: Peter Sandbiller

Mitten in ihrem Lauf ist die Brücke nur noch halb so breit. Das Geländer springt zurück. Es folgt der Aussparung auf der Ostseite der Ponte Rosso genannten Fußgängerbrücke über die Fritz-Erler-Straße. Dort steht ein altes Haus: die Metzgerei Nägele. Das Schild des Fleischhauers ist neu, dabei ist der Laden seit Jahrzehnten geschlossen.

Aber das alte Haus, um den die neue Brücke einen Bogen schlagen muss, trotzt bislang der Vergänglichkeit. Vor rund 50 Jahren sollte es verschwinden, als das Dörfle, die enge Karlsruher Altstadt der armen Leute, plattgewalzt wurde. Doch Nägele widerstand.

Noch heute symbolisiert das Fleischerbeil auf dem Metzgereischild an der Hauswand den Widerstandsgeist. Und so steht diese halbe Brückenrampe auch für einen Fehlschlag der Stadtplanung aus heutiger Sicht. Heute würde wohl niemand mehr die romantischen Winkel für eine Betonlandschaft aus Hochhauswürfeln und Bockriegeln ausradieren.

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