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Ermittlungsverfahren

Karlsruher Arzt soll falsche Impfbescheinigungen ausgestellt haben

Ein Karlsruher Arzt soll Impfbescheinigungen ausgestellt haben, ohne dass er allerdings die Patienten auch immunisiert hätte. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt.

Vorwurf: Ein Karlsruher Arzt soll Impfbescheinigungen ausgestellt haben, ohne dass er die betreffenden Patienten auch immunisiert hätte. Gegen den Mann wird ermittelt. Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt gegen einen niedergelassenen Arzt für Allgemeinmedizin. Er soll Impfbescheinigungen für eine Covid-19-Impfung ausgestellt haben, ohne allerdings die Patienten geimpft zu haben.

Beim Polizeipräsidium gingen mehrere Anzeigen und Hinweise ein, die übereinstimmend über dieses mutmaßliche Vorgehen des Mediziners informierten. Einer der Patienten hatte bei dem Arzt Tonband-Mitschnitte angefertigt und stellte diese als mögliches Beweismaterial der Polizei zur Verfügung.

Am Dienstagmorgen kam es zu Durchsuchungen bei dem Arzt. Dabei wurde mutmaßliches Beweismaterial sichergestellt, das jetzt ausgewertet wird, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft.

Im Raum stehen Vergehen nach dem Infektionsschutzgesetz, das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse sowie Beihilfe zur Urkundenfälschung. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, muss der Mediziner laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen.

Hintergründe der falschen Impfbescheinigungen in Karlsruhe sind unklar

Über die Hintergründe der mutmaßlichen Taten und die mögliche Motivation des Mannes gab es keine Informationen. Als unwahrscheinlich gilt jedoch, dass sich der Arzt bereichern wollte. Seit Ostern besteht die Möglichkeit, sich bei Hausärzten impfen zu lassen. Zuvor fanden Immunisierungen ausschließlich in den Impfzentren statt.

Man nehme den Fall ernst, sagte eine Polizeisprecherin den BNN. Immer wieder hatten in den zurückliegenden Wochen und Monaten außerhalb Karlsruhes Fälle von gefälschten Impfbüchern Schlagzeilen gemacht. Dafür wurden teils mehrere hundert Euro bezahlt.

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