Skip to main content

Gelassene Masken-Routine zum Start des neuen Schuljahrs in Karlsruhe

Weder in Bussen und Bahnen noch an den Schultoren ist es zu Beginn des neuen Schuljahrs zu coronabedingten Problemen gekommen. Lediglich die vom Kultusministerium geforderte Erklärung über Gründe für einen möglichen Schul-Ausschluss hatten nicht alle Schülerinnen und Schüler bei sich.

Nicht ohne meine Maske: Der erste Schultag nach den großen Ferien ging trotz Corona-Regimes weitgehend unaufgeregt über die Bühne. Von links die Zehntklässlerinnen Sophia, Lilli, Dominika und Greta. Foto: Christian Bodamer

Hundertschaften junger Radler kurven in Richtung der Stellplätze des Rüppurrer Max-Planck-Gymnasiums. Sorgsam werden Mountain- wie City-Bikes verschlossen und Helme verstaut, dann trotten die Gymnasiasten laut schwatzend in Richtung Hauptportal. Die meisten tragen längst ihren Mund- und Nasenschutz, andere nesteln ihre Masken jetzt aus der Tasche. 7.30 Uhr in der Frühe, erster Schultag nach den großen Ferien. Ein neues Schuljahr beginnt, neue Corona-Regularien sollen beides möglich machen: Unterricht in voller Klassenstärke und zugleich größtmöglichen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus. „Ich bin mal sehr gespannt, wie das in der Praxis funktioniert“, sagt Pascal Wagner, der die zwölfte Klasse besucht.

Nach übereinstimmender Auskunft stichprobenartig befragter Schulleiter im Stadtgebiet ist der Schuljahresauftakt weitgehend ohne größere Probleme über die Bühne gegangen. „Ich bin sehr positiv gestimmt“, sagt Albrecht Aichelin, der Direktor des Goethe-Gymnasiums. Die Maskenpflicht werde ernst genommen, und durch die Erfahrungen aus dem zurückliegenden Schuljahr sei auch bereits eine gewisse Pandemie-Routine eingekehrt.

Für die nächsten Tage und Wochen sieht er sein Innenstadt-Gymnasium gut gerüstet. So gibt es im „Goethe“ zwei vollkommen unterschiedliche Läute-Ordnungen, so dass nicht alle Schüler zeitgleich Pause haben – inklusive nunmehr vier großer Pausen. Das bedeutet einen erhöhten Aufwand für die Lehrkräfte, die dann ein waches Auge auf das Einhalten der Abstandsregeln haben müssen.

Keine Verhaltensänderungen sehen Aichelin und seine Schulleiter-Kollegen bei den Schulweg-Gewohnheiten. Wer bislang per Fahrrad kam, tue das auch weiterhin, wer bisher die Straßenbahn genutzt hat, bleibt – abgesehen von wenigen Ausnahmen – auch ihr treu. Das bestätigt der Sprecher der Verkehrsbetriebe, Michael Krauth. Er spricht von einer für einen ersten Schultag nach den Ferien typischen Auslastung. Ein großes Gedränge habe es nicht gegeben – auch dank des Einsatzes langer und zahlreicher Fahrzeuge. „Wir sind das volle Angebot gefahren“, erklärt Krauth. Sprich: Sämtliches verfügbares Wagenmaterial kam auf die Strecke und zwar sowohl im Stadtgebiet als auch in der Fläche. Engpässe habe es keine gegeben, die Kolleginnen und Kollegen in der Leitstelle berichteten von einem reibungslosen ÖPNV-Tag.

80 Prozent der Schüler am Max-Planck-Gymnasium kommen mit dem Rad

Und die Schüler? „Ein bisschen komisch und ungewohnt ist das schon“, meint Lilli Karcher, die die zehnte Klasse des Max-Planck-Gymnasiums besucht: Jetzt muss man in der Schule Maske tragen, aber mit denselben Klassenkameraden habe man sich während der Ferien bereits ohne Maske getroffen. „Ich bin froh, dass wir die Masken nicht ständig im Unterricht tragen müssen, denn das kann ziemlich anstrengend sein“, findet Sophia aus derselben Klassenstufe.

Auch am Max-Planck-Gymnasium blieb die Zufahrt von überbordendem Autoverkehr verschont. Allenfalls sehr vereinzelt brachten übervorsichtige Eltern ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule. „Rund 80 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler kommen per Fahrrad“, sagt Schulleiter Uwe Müller. Daran hat sich seiner Beobachtung nach dem Schuljahres-Auftakt nichts geändert.

Belüftung soll helfen

Die allermeisten Schülerinnen und Schüler hatten im Übrigen die zum Wiederbeginn des Schulalltags vom Kultusministerium geforderte Erklärung der Eltern über Gründe für einen möglichen Ausschluss vom Schulbetrieb unterschrieben bei sich. Wo es Jungen und Mädchen verbummelt hatten, ging man mitunter pragmatische Wege. Im Kant-Gymnasium etwa rief man die betreffenden Eltern an, was meistens gelang, wie Direktorin Gabriele Rupp berichtet.

Hier, wie auch in vielen anderen Karlsruher Schulen, waren am Montag die Fenster und Türen meist weit geöffnet. Die stetige Belüftung soll die Ansteckungsgefahr zusätzlich so gering wie möglich halten. Einwege-Systeme und separate Ein- und Ausgänge sind in den Schulen in der Regel ohnehin obligatorisch.



nach oben Zurück zum Seitenanfang