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Entwicklungskonzept 2035

Karlsruher Gemeinderat stimmt für städtische Wohnraum-Strategie

Die Stadt Karlsruhe braucht laut Prognose bis 2035 gut 14.000 neue Wohnungen. Durch bisher beschlossene Maßnahmen lässt sich diese Zahl nicht erreichen. Deshalb fordern erste Fraktionen mehr oder weniger deutlich die Ausweisung neuer Baugebiete.

Wachsende Stadt: In Karlsruhe fehlen laut Prognose bis 2035 gut 14.000 Wohnungen. Die Planer in der Verwaltung gehen davon aus, dass etwa 10.000 gebaut werden. Foto: Peter Sandbiller

Der Karlsruher Gemeinderat hat den von der Verwaltung ausgearbeiteten Fahrplan für die Schaffung von neuem Wohnraum mehrheitlich durchgewunken.

Die Stadt hat sich in dieser Entwicklungsstrategie zum Ziel gesetzt, dass in Karlsruhe bis 2035 gut 10.000 neue Wohnungen entstehen.

Damit lassen sich allerdings nur zwei Drittel des prognostizierten Bedarfs decken.

Fast alle Fraktionen stimmen für das Konzept

„Am Ende des Tages müssen neue Wohnungen auf den Markt“, fasste Baubürgermeister Daniel Fluhrer (parteilos) das 200 Seiten starke Papier salopp zusammen. „Da nutzen alle gut gemeinten Programme und Initiativen nichts.“

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage gehe auf dem Wohnungsmarkt immer weiter auseinander. Wohnraum werde knapp und teuer bleiben. Besonders bedauerlich sei, dass die Stadt viele junge Familien in der Gründungsphase ans Umland verliere.

Bis auf die AfD stimmte zwar jede Fraktion der Vorlage zu, inhaltlich gehen die Meinungen dennoch teils weit auseinander. „Die politische Mehrheit muss Klartext reden“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch.

„Wer von bezahlbarem Wohnraum schreibt, aber nicht zur Kenntnis nimmt, dass wir dafür Grundlagen schaffen müssen, der ist nicht ehrlich.“

FDP, CDU und Freie Wähler fordern zusätzliche Flächen

Ohne es zu benennen, sprach der Christdemokrat sich damit für neue Baugebiete aus. „Im Umland werden die gleichen Flächen verbraucht wie sie bei uns verbraucht werden müssten.“

Nur kämen durch die Fahrten noch Umweltkosten hinzu. Ins gleiche Horn stieß der FDP-Frontmann Tom Høyem. „Nur über Innenentwicklung sprechen, das reicht nicht“, sagte er.

„Wir müssen mehr bauen, und mehr bauen bedeutet mehr Flächen benutzen.“ Jürgen Wenzel (Freie Wähler) ergänzte: „Jeder Pendler, für den wir in Karlsruhe Wohnraum schaffen, ist ein doppelter Gewinn – für die Umwelt und für die Stadt.“

Eine Frage in die andere Richtung warf Lüppo Cramer (Karlsruher Liste) in den Raum, ohne sie direkt beantworten zu wollen. „Wie stark soll und muss Karlsruhe noch wachsen?“ Seine Fraktion sei der Meinung, es solle nur dort gebaut werden, wo schon heute versiegelte Flächen sind.

AfD hält Konzept für nicht geeignet

Auf die Auszeichnung neuer Baugebiete ging der Grünen-Fraktionsvorsitzende Aljoscha Löffler nicht ein. „Die Menschen suchen zu lange und werden in Karlsruhe nicht fündig“, stellte er dennoch klar. Besonders die Steigerungsrate der Vergleichsmieten bezeichnete er als „bemerkenswert“.

Die Grünen hatten deshalb beantragt, den Anteil von gefördertem Wohnungsbau im Karlsruher Innenentwicklungskonzept von 30 auf 50 Prozent zu erhöhen.

Dass jeder fünfte Haushalt in der Stadt durch die Miete überlastet sei, sei eine „Zahl, bei der man schon schlucken muss“, so die Linke-Stadträtin Mathilde Göttel zu dem umfangreichen Sachstandsbericht.

Das Ziel der städtischen Entwicklungsstrategie – einen „moderat angespannten“ Wohnungsmarkt – bezeichnete Anton Huber (SPD) als „zwar ernüchternd, aber die logische Konsequenz“. Gegen das Maßnahmenpaket stimmte schließlich nur die AfD. „Es ist nicht dafür geeignet, mehr Wohnraum zu schaffen“, so deren Vertreter Paul Schmidt.

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