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Halbmarathon bringt vielen Hobbysportlern Freude am Laufen zurück

„GemeinsamRun“ in Karlsruhe macht Hoffnung auf mehr Sport

Als erstes größeres Laufereignis seit dem Lockdown ging am Sonntag der „GemeinsamRun“ in Karlsruhe über die Bühne. Dabei legten die Organisatoren viel Wert auf Sicherheit. In Zweiergruppen machten sich die 1.000 Laufsportlerinnen und Laufsportler auf die 21 Kilometer lange Strecke.

20.09.2020 GemeinsamRun- Halbmarathon auf Abstand - Zwei besondere Ersatzläufe für den 38. Fiducia & GAD Baden-Marathon Startzeiten um 8.30 und 13.40 Uhr ohne abgesperrte Strecke - Zieleinlauf ohne Zuschauer im Carl-Kaufmann-Stadion Foto: Rake Hora

Ein kleines historische Ereignis war es schon, als Lucas Bayer und kurz darauf sein Duo-Kollege Philipp Staudt als erste Läufer am Sonntag um 10 Uhr Uhr die Ziellinie des Carl-Kaufmann-Stadions überquerten. Der „GemeinsamRun“, das erste größere Laufsportereignis in der Region nach dem Lockdown, machte zumindest ein klein wenig Hoffnung darauf, dass die Organisatoren wieder unter den Bedingungen der Corona-Verordnung den ein oder anderen offiziellen Laufwettbewerb anbieten. So waren die ersten Worte von Läufer Lucas Bayer nach dem Zieldurchlauf auch ein „Dankeschön“ an die Organisatoren vom Marathon-Verein. Er und seine Laufkollegen hatten sich für den Köln-Marathon und den Kraichgau-Ironman angemeldet. Beide Veranstaltungen waren wegen Corona annuliert worden.

Kein Massenstart, sondern in Duos getrennt

Kein Massenstart wie beim Baden-Marathon, dafür Freude, überhaupt wieder bei einem offiziellen Wettbewerb laufen zu dürfen, prägte die Stimmung der rund 1.000 Teilnehmer. Sie waren schon am frühen Morgen ins Albgrün der Günther-Klotz-Anlage gekommen. Die Strecke verlief ausschließlich auf Fuß- und Radwegen durch grüne Gegenden von Karlsruhe.

Die Zeitnahme nur für den persönlichen Gebrauch: Eine Siegerehrung gab es nicht. Aber jedes teilnehmende Duo wusste nach dem Zieleinlauf seinen beim Halbmarathon erzielte Zeit. Foto: Rake Hora

Friedrich-Jürgen Bachl vom Organisationsteam des Baden-Marthons war stolz, zumindest dieses kleine Format auf die Füße gestellt zu haben: „Ich glaube es ist das erste seiner Art in Baden-Württemberg. Ich habe eine alte Idee von mir, das Laufen im Duo, hier umgesetzt. Natürlich kann dies unseren großen Fiducia-Marathon nicht ersetzen.“ Aber ein solcher Halbmarathon sei für die Breitensportszene ein „Hoffnungsschimmer“ auf bessere Zeiten.

Schon im Juli alle Startplätze ausgebucht

Um die Corona-Verordnungen auf der 21,5 Kilometer-Strecke einzuhalten, hatten Bachl und sein 60-köpfiges Helferteam für die 1.000 Läufer ein ausgeklügeltes Konzept entwickelt. Bereits im Juli mussten sich alle Läuferduos anmelden. Die Meldelisten für die beide Läufe „Early Bird“ und „Late Train“ mit einer maximal Teilnehmerzahl von jeweils 500 Sportlern, war bereits binnen weniger Stunden komplett.

Kleines historisches Bild: Lucas Bayer - es ging nicht um Zeiten - war der erste der nachdem Corona-Lockdown beim neuen Format GemeinsamRun über die Ziellinie des Carl-Kaufmann-Stadions lief. Foto: Johannes-Christoph Weis

Beim Start des ersten Laufs der ersten Duos am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr war die Vorfreude, endlich mal wieder an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, bei allen zu spüren. Was auch an den Namen abzulesen war, die sich die Duos gegeben hatten. Sie reichten von „Lebensfreude“ über „Tigerente“ und „Gemeinsam sind wir stark“ bis zu „30 Jahre Deutsche Einheit“. Besonders auffällig war, dass sich bei den Duos viele als Mixed-Teams, am Startplatz hinter der Europahalle auf die Strecke machten.

AHA-Regeln: Ausgeklügeltes Konzept an Start und Ziel

Dort wie auch später im Stadion betrieben die Organisatoren einen riesigen technischen Aufwand zur Einhaltung der Corona-Regeln. Jedes Duo startete in einem größeren Sekundenabstand vor dem nächsten Duo. In der Start-Wartezone sollte man sich wenigstens zehn Minuten vor dem Start einfinden. Dort sortierten sich jeweils zehn Duos nach der Reihenfolge der Startnummern ein.

Diese Reihe an Läuferduos wurden für jeden Wartebereich alle acht Minuten vor dem Start aufgefordert, sich zur Startaufstellung zu begeben. Zwischen den Duos galt es dann noch, auf dem Mindestabstand von 1,5 Metern zu achten. „Wie sich die Läufer verhalten, das ist vorbildlich. Die Abstandsregeln werden diszipliniert eingehalten“, sagten Brigit und Simone, die mit Mundnasenschutz, die Wasserbecher an einem Verpflegungsstand aufstellten. Sie waren begeistert von dem Verhalten der Sportler.

Gute Stimmung an der Startlinie

An der Startlinie wurde dann jede Duo-Startnummer auf LED-Leuchttafel in roten Ziffern angezeigt. Die fehlenden Anfeuerungsrufe von sportbegeisterten Zuschauern ersetze Marathon-Laufsprecher Stephan Wöhrle, der zusammen mit seinem Essener Moderatoren-Kollegen Andreas Menz jedes Duo kurz namentlich vorstellte und dabei kleine verbale Späßchen machte. Dann gab es noch kurz ein Bild von einem Sportfotografen von jedem Team, und schließlich ging es auf den Kurs, der so angelegt war, dass es möglichst nicht zu Begegnungen mit Zuschauern kam.

Keine Anfeuerungsrufe

„ich vermisse etwas die Anfeuerungsrufe wie beim Baden-Marathon“, meinte denn auch ein Läufer, um sich im gleichen Atemzug bei den Organisatoren zu bedanken, dass sie den Lauf mit soviel „Herzblut“ organisiert hatten. Derweil versuchte Stephan Wöhrle für die in Minutenabständen auf der Rundbahn des Carl-Kaufmann-Stadions eintrudelnden Duos, zumindest mit Worten eine Stadionatmosphäre wie zu „normalen“ Zeiten herzustellen. „Stellen Sie sich vor, dass hier Tausende von Zuschauern sitzen, die ihnen frenetisch Applaus spenden.“ Und für manche war es dann noch ein persönliches Erlebnis zu den Klängen des Rockpop-Oldies „Freedom“ abgekämpft, aber glücklich gemeinsam nach 21 Kilometern das Ziel Carl-Kaufmann erreicht zu haben. Dann geht es noch händchenhaltend über die Ziellinie.

Die „Willkommensgrüße“ von Wöhrle quittierten die Sportler mit einem gemeinsamen „Daumen hoch“. Danach ging es wie bei allen Läufern zur bereitstehenden „Fotobox“ um die Teilnahme an dem außergewöhnlichen Lauf im Bild festzuhalten oder direkt zum Roten Kreuz, um sich vielleicht nach der enormen läuferischen Anstrengung medizinisch versorgen zu lassen. Die Leuz-Zeit, obwohl sie genommen wurde, spielte keine Rolle. Wie sagte doch Friedrich-Jürgen Bachl „GemeinsamRun ist kein Laufen um Zeit. Daher gibt es keine Siegerehrung.“ Es gab lediglich eine alphabetische Ergebnisliste der persönlichen Laufzeiten eines jeden Duos.

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